Das mag ja vielleicht eine Laienansicht sein aber: Wenn man ihn hat erschießen können, dann hätte man doch sicher genausogut mit Betäubungsmunition schießen können, oder?Zitat von Gerry
Oder bin ich da zu naiv?
Thema: bruno, der bär ist tot.
Umfrageergebnis anzeigen: war der abschuss von bruno richtig?
- Teilnehmer
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schade! das musste nicht sein.
17 70,83% -
wurde auch zeit.
4 16,67% -
interessiert mich nicht
3 12,50%
+ Antworten
Ergebnis 1 bis 5 von 51
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26-06-2006 13:37 #1
bruno, der bär ist tot.
ist das wieder typisch politisches verhalten oder gabs wirklich keine andere möglichkeit den bären einzufangen? ich für meinen teil finde es traurig, dass der bär erschossen worden ist. und jetzt auf einmal so plötzlich. zuerst wochenlang nicht gefunden und jetzt von heute auf morgen?! ich weiß ja nicht.
München (Reuters) - Braunbär "Bruno" ist tot.
Das seit Wochen im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet umherstreunende Jungtier mit der offiziellen Bezeichnung "JJ1" wurde laut Münchner Umweltministerium am Montagmorgen gegen 04.50 Uhr auf einer Alm im Spitzingseegebiet in den bayerischen Alpen von Jägern erschossen. "Bruno" war der erste Braunbär seit mehr als 170 Jahren, der sich in freier Wildbahn in Deutschland bewegt hatte. Wochenlange Versuche, ihn lebend zu fangen, blieben erfolglos. Am Wochenende stellte ein finnisches Expertenteam seine Bemühungen ein. Am Montag trat eine Abschussgenehmigung in Kraft.
Der mehr als 100 Kilogramm schwere Bär war wochenlang zwischen Bayern und Tirol durch die Berge gezogen und hatte zahlreiche Nutztiere - meist Schafe und Hühner - gerissen. Dabei näherte sich der Bär entgegen seines Naturells immer häufiger menschlichen Siedlungen an, bisweilen war "Bruno" direkt durch Wohngebiete marschiert. Da die Behörden darin eine Gefahr für Menschen sahen, erklärten sie ihn zum "Problembären", der entweder eingefangen oder getötet werden sollte.
Der zweiwöchige Versuch, das aus Norditalien eingewanderte Tier mit Hilfe finnischer Bärenjäger mit speziell ausgebildeten Hunden zu stellen, blieb erfolglos. Die Behörden in Bayern und dem österreichischen Tirol erteilten daraufhin wieder die Abschusserlaubnis für das unter Artenschutz stehende seltene Wildtier. Vor "Bruno" war letztmals 1835 ein Bär in Bayern entdeckt und im Ruhpoldinger Tal von einem Jäger erschossen worden.
Die Tierschutzorganisation WWF bedauerte den Abschuss. "Leider war das Ende absehbar", sagte ein Sprecher des WWF, dessen Experten ebenfalls versucht hatten, den Bären mit einer speziellen Falle einzufangen.
Das bayerische Umweltministerium kündigte für 13.00 Uhr eine Pressekonferenz in Schliersee an, wo Einzelheiten bekannt gegeben werden sollten. Das Ministerium betonte, der Bär sei mittlerweile abtransportiert und werde wissenschaftlich untersucht.was meint ihr? wars richtig oder hätt es eine andere möglichkeit geben müssen?Wer erschoss Bruno?
Jagdverband berichtet von Morddrohungen
München - Braunbär Bruno ist tot. Der seit Wochen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunende Bär wurde in der Nacht zu Montag in der Nähe des Spitzingseegebiets im Landkreis Miesbach erschossen, wie ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums der dpa bestätigte. Der junge Bär aus dem italienischen Trentino sei gegen 4.50 Uhr in der Nähe der Rotwand erlegt worden. Der Wirt des 1.700 Meter hoch gelegenen Rotwandhauses hatte die Polizei alarmiert, nachdem Bruno am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr wenige Meter an der Hütte vorbei marschiert war.
Die Gäste hätten gerade beim Abendessen gesessen, sagte Hüttenwirt Peter Weihrer. "Ich habe die Leute beruhigt und gebeten, nicht aus dem Haus zu gehen." Schließlich sei er selbst vor die Türe gegangen und habe den Bären angeschrieen, der daraufhin geflüchtet sei. "Er hat vor uns Angst gehabt."
"Ich war es nicht"
Unklar ist immer noch, wer das Tier tötete. "Ich war es nicht", sagte der Leiter der bayerischen Forstdienststelle Spitzingsee, Siegmar Wüst. Der stellvertretende Betriebsleiter am Forstbetrieb Schliersee ergänzte: "Es war kein Berufsjäger oder Förster der bayerischen Staatsforsten vom Forstbetrieb Schliersee."
Das Landratsamt Miesbach dementierte Gerüchte, wonach es Landkreis-Angestellte gewesen seien: "Wir beschäftigen keine Jäger", erklärte ein Sprecher. Wer den Schuss auf den Bären abfeuerte, sei der Behörde nicht bekannt. Wie es in Jägerkreisen hieß, soll es sich nicht um staatliche Berufsjäger gehandelt haben.
Jagdverband berichtet von Morddrohungen
Auch der bayerische Jägerverband erklärte, nichts über den Schützen zu wissen: "Der, der den Bären geschossen hat, ob Polizist, Jäger oder Berufsjäger, wird sicherlich nicht sehr froh damit werden", sagte ein Jagdverbandssprecher. Es seien bereits Morddrohungen eingegangen, fügte er hinzu. Jetzt müsse der Personenschutz im Vordergrund stehen. Der Jägerverband hat mit Bedauern auf den Abschuss von Braunbär Bruno reagiert. "Die Stimmung in unserem Haus ist gedrückt", sagte der Sprecher. "Wir bedauern den Abschuss, aber er war wohl notwendig", fügte er hinzu.
"Das ist die dümmste aller Lösungen"
Naturschützer kritisierte den Abschuss scharf. "Das ist die dümmste aller Lösungen", sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, im niederbayerischen Wiesenfelden. "Ich bin tief traurig darüber." In anderen Ländern lebten Bär und Mensch friedlich zusammen. "Nur in Deutschland wird er liquidiert." Braunbären könnten mit geeigneten Maßnahmen aus den Siedlungen vertrieben werden. "Bären der Welt, meidet Bayern", sagte Weinzierl. Die Jugendorganisation des Bund Naturschutz (BN) in Bayern sprach von einer "Tragödie für den bayerischen Naturschutz" und warnte: "Der nächste Bär kommt bestimmt." Bis dahin müssten die Behörden sich besser vorbereiten.
Finnische Bärenfänger ohne Erfolg
Die finnischen Bärenfänger konnten Bruno nicht stellen. (Foto: dpa)
Nach wochenlangen vergeblichen Versuchen, Bruno lebend zu fangen, war das Tier wieder zum Abschuss freigegeben worden. Die Regelung war am Freitag erlassen worden und sollte nach der Veröffentlichung zu Wochenbeginn wirksam werden. Zuvor war es einem Team von finnischen Bärenjägern mit speziell ausgebildeten Hunden nicht gelungen, den Bären zu stellen. Noch am Samstag war Bruno mehreren Mountainbikern begegnet. Sie sahen ihm zu, wie er durch den Soinsee im Landkreis Miesbach schwamm. Danach wurde er von drei Wanderern dabei beobachtet, wie er ins Gebirge aufstieg. Gegen Abend riss der Bär in der Gegend ein Schaf.
Tierschutzbund prüft rechtliche Schritte
Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, zeigte sich "entsetzt und empört“ über den Abschuss. Dass der erste Bär in Bayern seit 170 Jahren nun erschossen worden sei, "nur weil er nicht dem menschlichen Knigge entspricht“, sei beschämend. Apel kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen zu prüfen. Der Abschuss widerspreche einer Vielzahl internationaler Artenschutzvereinbarungen und verstoße gegen das Tierschutzgesetz. Die Möglichkeiten, den Bären lebend einzufangen, seien nicht voll ausgeschöpft worden, sagte er. Auch sei die behauptete Gefahr für den Menschen "Panikmache“ gewesen. Er sehe nun die 20 bis 30 freilebenden Bären im deutsch-österreichischen Grenzgebiet in Gefahr, sagte Apel. "Ich erwarte nun ein Management, wie mit artgeschützten Tieren umgegangen wird.“
"Die Erfolgschancen waren gering"
Der WWF bedauerte Brunos Tod, zeigte aber zugleich Verständnis für die Entscheidung der Behörden, den Bären zum Abschuss freizugeben. "Wir sehen die Gefahr, die von diesem Tier ausging“, sagte WWF-Sprecher Jörn Ehlers. Es sei - mit Unterstützung des WWF - alles getan worden, was möglich gewesen sei, um den Bären lebend zu fangen. "Wir hätten gerne noch weiter gemacht, aber die Erfolgschancen waren gering.“ Nun müsse man nach vorne schauen und sehen, wie man Bären künftig schützen könne.
Gabriel: "Warum nicht betäubt?"
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, es sei ihm nicht begreiflich, "warum man das Tier erschießen, aber nicht betäuben kann“. Er unterstrich aber zugleich, dass er seinen bayerischen Kollegen Werner Schnappauf (CSU) "gut verstehen“ könne. Dieser habe schließlich verhindern müssen, dass jemand zu Schaden komme: "Ich hätte nicht anders entscheiden können in dieser Lage.“ Zuvor war der aus dem Trentino stammenden Bär weit über Deutschland und Österreich hinaus zu einem Medienstar geworden. Selbst in den USA wurde über Bruno berichtet, und im Internet konnten Surfer auf virtuelle Bärenjagd gehen.
"Wie Bungeejumping ohne Seil"
Die Wanderer hatten Bruno noch verfolgt, bis er sich zu ihnen umdrehte. Bayerns Bärenbeauftragter Manfred Wölfl hatte das Verhalten der Urlauber scharf verurteilt. "Den Bären zu verfolgen ist wie Bungee-Jumping ohne Seil." (sa/dpa/AP)
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26-06-2006 13:38 #2Laughing out loud is one of the great pleasures of being alive.
(John Kovalic - Dork Tower)
Your Life, Your Call!
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26-06-2006 13:50 #3Unick Gast
Betäubungsmittel können nicht auf solche Distanz verschossen werden, denn dann gelangen die zu tief in das Tier und wirken nicht nur betäubend sondern auch tödlich.
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26-06-2006 13:59 #4
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Klingt so einfach, ist aber komplizierter.
Immerhin war man dem Bären schon seit Wochen auf der Spur und hatte lange mit verschiedenen Möglichkeiten argumentiert, wie man ihn einfangen könnte.
Nun steht man natürlich irgendwann politisch vor einem Problem, wenn Landwirte jeden Morgen die Resultate des Treibens dieses Bärens sehen, der sich über Geflügel, Schweine und Bienenstöcke hermacht und nicht nur an den Nutztieren, sondern auch massiven materiellen Schaden anrichtet. Dazu kommt die fehlende Scheu vor Menschen, die ihn ja dazu brachte, sich derart nah an menschliche Ansiedlungen heranzuwagen. Wie verhält man sich nun als Mensch, wenn plötzlich einem eine hundert Kilogramm schwereren, kräftigen, wilden, Lebewesen gegenübersieht, was nun nicht mehr mit dem Teddybär aus dem Kinderbett gemeinsam hat?
Chancen, ihn lebend einzufangen hat (oder sich einfangen zu lassen) hat es genug gegeben. Was die Betäubung angeht, so werden dafür andere "Geschosse" verwendet, als die normale Jagdmunition. Diese Injektionsnadeln müssen möglichst an der richtigen Stelle in der Bärenhaut steckenbleiben (und nicht etwa wieder im Fell abfallen), zudem muss die Menge des Betäubungsmittels halbwegs exakt berechnet werden, um den Bären tatsächlich flachzulegen (und zwar nur flachzulegen und nicht dadurch zu töten).
Es gab also nun eine Weisung, dass der Bär abgeschossen werden dürfe. Dann ist natürlich dumm vom Bären, einem Jäger mit scharfer Munition über den Weg zu tappen, als 200 m weiter durch die Gegend zu laufen, wo vielleicht jemand eine Falle aufgestellt hat oder nur ein Tiermediziner mit Betäubungsgewehr im Anschlag sitzt.
Aber die Folgen einer Panikreaktion bei einem Fehlschuß oder unzureichendem Betäubungsmittel möchte man aber auch nicht nachdenken. Das hätte ggf. zu einer gesteigerten Aggressivität des Tieres geführt.
Das Auslegen von Fressködern zur Betäubung hätte massive Folgen für andere Wild- und Haustiere gehabt, was in keinem Verhältnis zum beabsichtigten Ergebnis gestanden hätte.
Weiterhin ist wohl ein Grund das reichlich weitläufige und schwer eingrenzbare Aufenthaltsgebiet. Es gibt vermutlich weit mehr Jäger mit normaler Schußmunition, die die Wälder durchstreift und nach dem Bären gesucht haben, als Personen, die in dem Zeitpunkt einer Beobachtung auch eine entsprechend zubereitete Betäubungsinjektion bei sich gehabt hätten.Geändert von lausitzer (26-06-2006 um 14:06 Uhr)
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26-06-2006 15:00 #5krischan GastNein, bist Du nicht. Da wollte die Jägerschaft wohl das berühmte Bärenfell verteilen
Zitat von pal_o_matic
Macht ja auch keinen Spaß, auf das Vieh zu schießen, wenn mans hinterher nicht auffressen darf.
Krischan
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