Nein, der Gesundheitssektor wurde durch das kürzlich beschlossene "Reförmchen" keinen Deut einfacher. Im Gegenteil wird der geplante Ausgleichsfonds sogar noch neue Stellen schaffen. Die Entlassungen dürften Ergebnis von Rationalisierungsmaßnahmen sein.Zitat von Valas
Das ist für den Einzelnen bedauerlich, aber nicht zu vermeiden. Persönlich finde ich meinen Beitrag zum Gesundheitssystem auch bereits so hoch, dass ich nicht noch 30.000 dann unnötig däumchendrehende Verwaltungssachbearbeiter mitfinanzieren wollen würde.
Der Wegfall der Ausbildungsplätze ist mir hingegen nicht erklärlich. Warum sollte ein Unternehmen oder eine Behörde plötzlich nicht mehr ausbilden? Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Gruß,
Karendric
Thema: Gesundheitsreform
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12-07-2006 10:34 #1
Gesundheitsreform
In einem netten Gespräch mit einer Krankenversicherung, für die wir hier ein Projekt mit Schülern entwickeln, viel die Information ab, dass bei der derzeitigen Planung der Gesundheitsreform im Hause etwa 30.000 Stellen wegfallen würden. Für diese Mitarbeiter geben es dann einfach keine Arbeit mehr. Ebenso seien praktisch sämtliche Ausbildungsplätze der nächsten 3 bis 5 Jahre betroffen.
Ich finde das ganz schön hart, sollten die Verhandlungspartner etwa ernsthaft ein solches Monster konstruiert haben, dass eine solche Menge an Arbeitsplätzen überflüssig macht?
Gut, die Kosten und damit die Beiträge würden sinken und eventuell würde dadurch genug neue Arbeit enstehen um die Leute wieder einzustellen (in anderen Unternehmen natürlich), aber ich finde solche Szenarios schon erschreckend genug.
Ach, es war keine Kasse die geschlossen werden soll
Anglizismen sind Bullshit
Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)
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12-07-2006 10:49 #2
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12-07-2006 11:02 #3
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Zum 1. Absatz: Volle Zustimmung. Und was soll dieser Fond eigentlich? Tatsache ist doch schon heute, dass ein Arzt nach einer Behandlung nicht weiß, wieviel Geld er dafür bekommt. Das kriegt er, wenn er seine Kontoauszüge gründlich studiert, Monate später mal mit aus irgendwelchen ominösen Punktwerten. Stattdessen werden eine unheimliche Menge von Leuten damit beschäftigt, Geld umzuverteilen. Und auf Grund eines sogenannten "Risikostrukturausgleiches" ist die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit einer Krankenkasse seeeehr begrenzt. Den größten Teil dessen, was sie einsparen könnte und zu Beitragssenkungen einsetzen könnte, muss sie heute schon in ein schwarzes Loch zahlen, aus dem Misswirtschaft anderer Kassen finanziert wird. Also leistet sich jeder einen aufgeblähten Apparat. Dann muss er weniger abgeben.
Zitat von Karendric
Zum 2. Absatz: Und wozu bilden die aus? Zu "däumchendrehenden Verwaltungssachbearbeitern" (deine Worte), die sie dann nicht übernehmen können. Dann können sie also auch den Teil der Verwaltungskosten sparen, oder?
Ursache der Nichtveränderung oder der Konstruktion blödsinnigster Reformen mit neuen schönen Verwaltungsstrukturen ist doch gerade die immense Anzahl von Leuten, in den Verwaltungsebenen, die im Prinzip überflüssig sind, die aber nicht einfach gekündigt werden können (ob aus sozialen, arbeitsrechtlichen oder sonstwas für Gründen). Und auch aus der Privatisierung von Post, Telekom und Bahn hat der Staat noch einige Beamte ohne Beschäftigung am Hals, die er mal beim Arbeitsamt oder mal irgendwoanders unterbringen und "sinnvoll" beschäftigen muss. Eine Vielzahl christlich-demokratischer Länder beginnt demnächst einen immensen Aufwand um zu kontrollieren, ob auch jeder schön brav seine Studiengebühren bezahlt hat, wobei durch die Kontrolle ein immenser Teil dieser Einnahmen wieder in Luft aufgelöst wird.Geändert von lausitzer (12-07-2006 um 11:16 Uhr)
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12-07-2006 11:17 #4
"Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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Wenn jetzt so viele Versicherungsmitarbeiter "überflüssig" werden, zeigt das eigentlich eines: das System war viel zu aufgebläht, was angesichts der Verwaltungskosten durchaus erkennbar war. Es ist ja nicht einzusehen, warum aus Krankenkassenbeiträgen zwahllose Verwaltungen finanziert werden müssen, wenn es auch mit schlankeren Strukturen ebenso gut funktioniert. Für jeden einzelnen Entlassenen ist es natürlich bitter, aber was wäre die Alternative? Eine Beschäftigungsgarantie wie in der DDR kann es in unserem Wirtschaftssystem nicht geben.
Leider sind solche abrupten "Freisetzungen" meist die Folge langjährig verschlafener Reformprozesse, die dann im Hauruck-Verfahren durchgezogen werden. Hätte man vor 20 Jahren einen "Masterplan" entwickelt und ein langfristiges Ziel vorgegeben, hätte diese Entwicklung viel sozialer verlaufen können. Das Beharren der Union an dem 2-Klassen-System ist meiner Ansicht nach eine der Ursachen für die jetzt kommenden Verwerfungen in der Branche, ohne dass am Ende wirklich etwas Besseres dabei herauskommt, denn es wird ja keinen wirklichen Wettbewerb geben. Wettbewerb herrscht in den Niederlanden, wo gesetzliche und private Versicherungen miteinander um die Patienten konkurrieren und keiner einen Interessenten abweisen darf - jeder muss mindestens einen "Basistarif" angeboten bekommen.
Wie schrieb es kürzlich ein Kommentator so schön: eine Versicherung mit überwiegend zahlungskräftigen "guten Risiken" erfolgreich zu führen ist keine allzugroße Managementkunst, auch wenn die privaten Versicherer sich hier gerne als effizient und erfolgreich darstellen...
P.
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12-07-2006 11:17 #5Nein, sie sollen nicht für die Stellen ausbilden, die sowieso abgebaut werden, sondern für jene Arbeitsplätze, auf denen in den Krankenversicherungen und -kassen auch weiterhin gearbeitet wird oder die durch Automatisierung neu entstehen.
Zitat von lausitzer
Gruß,
Karendric
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