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Umfrageergebnis anzeigen: Wie stark, würdest Du sagen, sind Deine Zweifel im Allgemeinen? (20 =absolut,1=keine)

Teilnehmer
9. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • 20 (absolut)

    2 22,22%
  • 19

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  • 18

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  • 17

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  • 16

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  • 15

    2 22,22%
  • 14

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  • 13

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  • 12

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  • 7

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  • 6

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  • 5

    0 0%
  • 4

    0 0%
  • 3

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  • 2

    1 11,11%
  • 1 (keine)

    0 0%
+ Antworten
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Ergebnis 1 bis 5 von 16
  1. #1
    Student1981 ist offline Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    17.07.2006
    Beiträge
    3

    Zweifel als Religion/Dogma

    Hallo,

    ich wollte eigentlich einen meterlangen Text schreiben, was ich dann auch tat, doch nun habe ich mich entschieden es ganz knapp zu formulieren.

    Ich hänge keiner Religion an, glaube an keine Erkenntnisse aus irgendeiner Wissenschaft, - kurz: ich zweifle alles, was Menschengeschaffenes und auch das, was "Allgemachtes" (inkl. also des Menschen) an.

    Ich zweifle an allem. Jeder Zweifel wird von mir angezweifelt in endlosem Maße, wobei das Endlose daran auch angezweifelt sein muss.

    Und was bringt es mir?

    Nichts, alles, - Ungewisses. --- in der Folge aber Apathie.

    Denn da alles Vor- und Nachteile hat, unklar ist, ist die Apathie ebenso gut wie irgendeine Handlung.

    Dass ich überhaupt handele, das liegt an meinem Trieb (Schlaf, Nahrungsaufnahme,...)und an einer Gesellschaft, die mich zu blindem Aktionismus zwingt.

    Ich kann keinen Standpunkt beziehen. Jede Erkenntnis, sowie seine Bewertung, ist hinfällig und unzureichend für mich. Bestenfalls (?) variabel, dynamisch.

    Die Verliebtheit, bzw. hirnlose Schwärmerei, die mich momentan heimsucht, sie ist für mich auf der emotionalen Ebene erschreckend klar, was sich zu meinem Erstaunen aber auch auf die rationale Ebene ausdehnt, soweit da überhaupt ein Unterschied ist.

    Das Leben, ja, - kurz gesagt - eben ALLES ist für mich unklar. Gott oder Nichtgott, Sinn oder Nichtsinn, Sein oder Nichtsein, etc.

    Blöd ist nun auch für mich, dass ich immerzu an den ganzen Kram denke. Also immer zweifele. Es strengt an, sage ich euch.

    Aber es gibt eine große Ausnahme:
    Das ist die Liebe zu mir selbst. Zwar bin ich selbstkritisch und selbstironisch und ich stelle mich auch nicht dar, fühle mich keinem überlegen oder unterlegen, doch ich liebe mich selbst so sehr, ich würde mich zum Beispiel niemals umbringen können, bzw. mir absichtlich Schaden zufügen.

    Ob das gut ist oder eben nicht, oder, um von der binären Sicht weg zu gehen, etwas dazwischen ist, - das ist zweifelhaft und (daher) egal.

    Ich glaube mein Festhalten am Zweifeln könnte eine Art Geschmackssache sein, die wiederum eine Intoleranz hervor bringt, die Dinge anders zu sehen.

    Das Zweifeln selber ist zu klar für mich, daher eben muss ich es immerzu auch anzweifeln. Ansonsten wäre das Zweifeln ja nichts anderes als das Wort Gott in der Bibel.

    Was haltet ihr von meiner Sicht?

    Bin ich vielleicht von den Medien (Bücher (philosophische Texte), TV, etc.) manipuliert worden und habe diese Sicht so angenommen. Oder wie kann so eine Sicht zustande gekommen sein? Ist die Sicht extrem? Was bringt es mir, diese Fragen zu stellen? Was bringen mir die Antworten? Vielleicht Unterhaltung... vielleicht lerne ich noch was, verändere meine Sicht gar? Mal sehen. Ist das alles nicht nur eine Beschäftigung um das Hier und Jetzt auszufüllen... d.h.: ist es nicht (nur) ein Spiel?

  2. #2
    Thoon ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
    Registriert seit
    18.07.2003
    Beiträge
    511
    Zitat Zitat von Student1981
    Ist die Sicht extrem?
    Nein, sie ist - wie viele andere "Sichten" - menschlich. Es ist unwahrscheinlich, daß Du je andere als menschliche Möglichkeiten haben wirst. Da kann man sich zweifelnd immer wieder seiner Grenzen bewußt werden, spekulieren etc., evtl. daran auch verzweifeln.

    Aber, Du darfst Dich freuen! Noch schlimmer wäre es vermutlich, wenn man in seiner Beschränktheit alleine wäre! Es steht Dir aber frei, die Existenz anderer Menschen nicht anzuzweifeln, auf der Basis von Intersubjektivität so etwas wie Objektivität anzunehmen und dann vielleicht Freude an anderen geistigen Beschäftigungen, Gefühlen usw. zu finden, was ich ganz erheblich weniger langweiliger finde als das, was Du tust. Und wenn Du ohnehin Dein Zweifeln anzweifelst, dann probiere doch einfach mal was anderes aus.

    Es ist Dir zu wünschen, daß Du irgendwann einmal zu Bewertungen fähig bist. Dazu muß man sich aber mit anderen Menschen auseinandersetzen wollen und zu Emotionen fähig sein. Vielleicht hast Du da ja ein Problem. Wage mal etwas.

  3. #3
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278

    Zweifel sind angebracht

    Einstein bezeichnete den "gesunden Menschenverstand" mal als Sunmme aller Vorurteile.
    Aber auch ohne diesen kommen uns bei näherer Betrachtung alle möglichen Dinge, die wir so hören und sehen, zweifelhaft vor. Aus jeder Ecke scheinen uns Manipulationsversuche anzuspringen. Die halbe Menschheit scheint damit beschäftigt, die andere Hälfte übers Ohr zu hauen. Je genauer man hin sieht, desdo mehr "Gewissheiten" lösen sich in Zweifel auf. So kommt man vom Hundertstel zum Tausenstel. Filme wie Matrix sind da auch nicht geeignet, unsere Zweifel zu zerstreuen. Man glaubt schließlich nur noch sich selbst Vertrauen zu können.

    Man kann das schicksalhaft sehen und sich da hinein ergeben; muss man aber nicht.
    Man kann darob in Tatenlosigkeit versinken; muss man aber auch nicht.
    Wenn man wenigstens sich selbst vertraut kann statt dessen versuchen, sich ein Gedankengebäude zu errichten, dass aus sorgsam überprüften und einander gegenseitig absichernden Fakten und Zusammenhängen besteht.
    Man fange bei kleinen und grundlegenden Tatsachen an, vermeide Hast und allzu große Schritte, fülle die erkannten Lücken, beobachte sorgfältig, und kontrolliere gelegentlich auch sicher Geglaubtes.
    Wenn man keine Gewissheiten serviert bekommt, sie gar nicht mundgerecht serviert bekommen möchte, dann muss man sie sich selbst schaffen.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  4. #4
    Avatar von Neroli
    Neroli ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    02.05.2004
    Beiträge
    4.476
    Zitat Zitat von Student1981
    Ich zweifle an allem. Jeder Zweifel wird von mir angezweifelt in endlosem Maße, wobei das Endlose daran auch angezweifelt sein muss.

    Und was bringt es mir?

    Nichts, alles, - Ungewisses. --- in der Folge aber Apathie.
    Herzlich willkommen, diese geistige Strömung nennt man Nihilismus. Es gibt eine reichhaltige Literatur (vor allem aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert) dazu.

    Das ist die Liebe zu mir selbst. Zwar bin ich selbstkritisch und selbstironisch und ich stelle mich auch nicht dar, fühle mich keinem überlegen oder unterlegen, doch ich liebe mich selbst so sehr, ich würde mich zum Beispiel niemals umbringen können, bzw. mir absichtlich Schaden zufügen.
    Das ist dann wirklich reinster Nihilismus: Nicht mal Energie, um sich umzubringen.

    Was haltet ihr von meiner Sicht?
    Ich würde sie nie übernehmen, dafür ist mir mein Leben zu kurz. Aber wenn sie dir so wichtig ist, warum nicht.

    Bin ich vielleicht von den Medien (Bücher (philosophische Texte), TV, etc.) manipuliert worden und habe diese Sicht so angenommen. Oder wie kann so eine Sicht zustande gekommen sein? Ist die Sicht extrem?
    Sie ist halt die akademische Luxusversion vom volkstümlichen "man kann ja eh nix machen als kleiner Mann auf der Straße" kombiniert mit einem diffusen Gefühl, dass ja doch alles sinnlos ist.

    Was bringt es mir, diese Fragen zu stellen? Was bringen mir die Antworten?
    Das musst du schon selber herausfinden...

    Ciao,
    Neroli

    Life’s about film stars and less about mothers
    It’s all about fast cars cussing each other
    But it doesn’t matter cause I’m packing plastic
    and that’s what makes my life so fucking fantastic


    Lily Allen - The Fear

  5. #5
    Avatar von Lordi
    Lordi ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    01.07.2002
    Beiträge
    1.654
    Zitat Zitat von Student1981
    Was haltet ihr von meiner Sicht?
    Kenn ich. Hatte ich auch mal, wenn auch nicht ganz so extrem. Teilweise habe ich sie noch immer. Der Unterschied: Ich denke nicht mehr darüber nach.


    Bin ich vielleicht von den Medien (Bücher (philosophische Texte), TV, etc.) manipuliert worden und habe diese Sicht so angenommen. Oder wie kann so eine Sicht zustande gekommen sein?
    Naja, ob man es nun manipuliert oder erlernt nennt, ist Geschmackssache. Reine Eigenleistung ist es wohl kaum. Es ist eben auch eine Sichtweise auf die Welt, wenn auch wohlmöglich, ich sage mal, "begründeter" als viele andere ...

    Was bringt es mir, diese Fragen zu stellen? Was bringen mir die Antworten? Vielleicht Unterhaltung... vielleicht lerne ich noch was, verändere meine Sicht gar? Mal sehen. Ist das alles nicht nur eine Beschäftigung um das Hier und Jetzt auszufüllen... d.h.: ist es nicht (nur) ein Spiel?
    Das sind gute Fragen. Ich denke, viele Sichtweisen und Lebensphilosophien haben in der Tat auch einen gewissen Unterhaltungseffekt, über den man sich gar nicht bewusst ist: Man macht oder glaubt es, weil es einem ein wie auch immer geartetes Lustgefühl bringt. Dein Nihilismus mag das durchaus zu leisten.

    Wenn man allerdings diese Seite außer acht lässt, sollte das Stellen von Fragen und das Bezweifeln von Antworten eigentlich nur Mittel zum Zweck sein - und zwar dem Zweck der Erkenntnis. Wenn dies Dein wirkliches Interesse ist, dann wäre es allerdings ratsam, sich vielleicht einen festen Punkt zu suchen, von dem man aus die Zweifel reduzieren kann. (Ich nehme an, der gute, olle Descartes ist Dir ein Begriff.) Allerdings: Daran sind schon viele gescheitert.

    Andererseits kann man sich hin und wieder auch einmal einen Scheiß um die Sinnlosigkeit und Ungewissheit des Seins kümmern und es einfach genießen.
    "Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war."

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