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02-08-2006 16:20 #1
Maus und Elefant: Geißeln der GEZ!
Ihr habt sicherlich die Anzeigen-Kampagne des öffentlich rechtlichen Systems wahrgenommen, in welcher u.a. die GEZ-Gebühren damit beworben werden, dass ohne sie die Sendung mit der Maus nicht stattfinden würde. Meines Erachtens handelt es sich hierbei um eine Erpressung der GEZ-Zahler, mit welcher eine immer weitere Ausdehnung des Gebührensystems propagiert werden soll!
Maus und Elefant dürften jedem von uns aus der Kindheit bekannt sein, und ich gehe mal davon dass jeder zu ihnen eine gewisse Nostalgie empfindet. Tatsächlich handelt es sich bei der Sendung mit der Maus zweifelsohne um eine der qualitativ hochwertigsten Sendungen des deutschen Fernsehens, denn sie erfüllt sowohl einen Bildungsauftrag in excellenter Weise - im Vergleich sind Galileo & Co. einfach nur erbärmlich, denn wer weiß schon wie eine Badewanne hergestellt wird - als dass sie auch Unterhaltung bietet welche aus dem flachen Einheitsbrei der deutschen Medien heraussticht.
Wieso wird angesichts überteuerter Trashproduktionen, deren Niveau nicht das der privaten Sender übersteigt, ausgerechnet mit dem Ende des Sendung mit der Maus gedroht? Sind überflüssige Programme wie der Musikantenstadl oder Wetten dass...?, auf welche die Welt durchaus verzichten könnte nicht wesentlich als Opfer des Sparens zu verschmerzen? Erfüllen sie den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu bilden und qualitativ gutes Minderheitenfernsehen zu produzieren?
Definitiv nicht. Im Gegensatz dazu ist die Sendung mit der Maus in ihrer Form einzigartig, und qualitativ weit über den Niveau des Kinderfernsehens, und auch weit über dem Niveau des restlichen seichten Fernsehens.
Die staatlichen Anstalten zur Volksaufklärung instrumentieren nun die emotionale Bindung welche die Deutschen in ihrer Kindheit zur Sendung mit der Maus gewonnen haben, indem sie die Angst wecken, dass diese Identifikationsfigur nun wegfallen könnte, wenn die GEZ-Gebühren nicht ausgedehnt oder gar wegfallen könnten.
Mit Maus und dem Elefanten in ihrer Hand haben die staatlichen Fernsehsender ein emotionales Aurgment um praktisch sämtliche repressiven Maßnahmen zurechtfertigen. Anstatt auf teuer produzierte qualitative Durchschnittsware oder auf Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für einen Klüngel schlechter Schauspieler mit Beziehung zu verzichten, drohen die öffentlich-rechtlichen Anstalten damit, Generationen von deutschen um ihre Erinnerung zu rauben.
Wem dies zu weit hergeholt erscheint: Weswegen drohen die Staatsanstalten auf ihrer Plakatwerbung oder in Kinospots ausgerechnet mit dem Ende einer Kindersendung? Weswegen erwähnen sie nichts von unabhängiger politischer Information oder kulturell wertvollem Programm?Die Wirklichkeit ist in der Realität ganz anders...
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Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als gleich.
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