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  1. #1
    Schmunzel ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Der kleine Unterschied

    Unter o.g. Titel las ich heute morgen einen Artikel in der FAZ, den ich durchaus interessant fand - mangels Hintergrundwissen, wie ich gestehe. Ist nicht ganz kurz, aber vielleicht diskussionswürdig. Ursprünglich wollte ich den ganzen Text reinstellen, aber ich fürchte das Urheberrecht. Ein link klappt aber nur für Abonennten, der Rest der Welt muss bezahlen.


    Zitat Zitat von Zastrow
    Der kleine Unterschied
    Von Volker Zastrow

    (...)

    Am 22. August 1965 kamen im kanadischen Winnipeg, einer Stadt etwa so groß wie Frankfurt, Zwillinge zur Welt. Ein seltenes und freudiges Ereignis - auch für die Wissenschaft. Denn eineiige Zwillinge haben dasselbe Erbgut. Also kann man dessen Einfluß an ihnen erforschen, was im 20. Jahrhundert auch überreich geschah. Bruce und Brian Reimer dienten als Beweis dafür, daß die Erbanlagen das Geschlecht eines Menschen nicht bestimmen. Weiblichkeit und Männlichkeit sind keine biologischen Identitäten, sondern psychische: So lautet die Annahme, die heute als Grundlage des "Gender Mainstreaming" in die Politik eingegangen ist. "Man kommt nicht als Frau auf die Welt", hieß das bei Simone de Beauvoir, "man wird dazu gemacht."

    Bruce Reimer kam nicht als Frau auf die Welt, aber er sollte dazu gemacht werden. Sieben Monate nach der Geburt des Jungen wurde sein Penis bei einer Beschneidung vom Arzt mit einem elektrischen Instrument so stark verbrannt, daß das Glied sich schwärzte und bald vollständig abfiel.

    Keiner der hinzugezogenen Mediziner konnte den Eltern einen Weg aufzeigen, diesen Schaden wenigstens einigermaßen zu beheben. Die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie reichten nicht so weit. Im Februar 1967 sahen Ron und Janet Reimer dann in einer Fernsehrunde einen Doktor aus den Vereinigten Staaten, der ihnen wieder Hoffnung gab. Es war John Money, ein Psychiater vom Johns-Hopkins-Krankenhaus in Baltimore.
    Die weiteren Ausführungen des Artikels gehen dahin, dass die Erziehung von Bruce als "Brenda" unter massivem Einsatz psychiatrischer und psychotherapeutischer Maßnahmen scheiterte, weil das Kind die weibliche Identität nie angenommen habe. "Brenda" sei stets durch jungenhaftes Verhalten aufgefallen, das jedoch stets als mädchenhaftes Entwicklungsverhalten beurteilt worden sei, wohl im Bestreben, die Theorie der Geschlechterrollen zu erhalten.

    Schlussendlich habe "Brenda" jedoch im Erwachsenenalter eine männliche Identität angenommen, allerdings - übrigens ebenso wie der Bruder - zeitlebens unter massiven psychischen Störungen gelitten. Beide hätten sich suizidiert.

    Damit sei eine wesentliche Annahme der Gendertheorie widerlegt.

    Ich habe hier nur die wesentlichen Inhalte wiedergegeben und kann bei Bedarf gerne nachlegen.

    Beste Grüße
    Geändert von Schmunzel (07-09-2006 um 10:20 Uhr)
    Ein technisch gut ausgebildeter Jurist kann im Grunde genommen alles beweisen.

  2. #2
    Robs ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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  3. #3
    Avatar von Neroli
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    Zitat Zitat von Schmunzel
    Schlussendlich habe "Brenda" jedoch im Erwachsenenalter eine männliche Identität angenommen, allerdings - übrigens ebenso wie der Bruder - zeitlebens unter massiven psychischen Störungen gelitten. Beide hätten sich suizidiert.

    Damit sei eine wesentliche Annahme der Gendertheorie widerlegt.

    Ich habe hier nur die wesentlichen Inhalte wiedergegeben und kann bei Bedarf gerne nachlegen.
    Nunja, diese Gender-Theorien treiben an Universitäten noch ihr Unwesen, aber [EDIT in der breiten Öffentlichkeit zumindest in Deutschland] existieren sie nicht mehr (außer vielleicht bei den Abgängern der Unis, die dann in Jugendämtern und Beratungsstellen einen Realitätsschock bekommen.) Außerhalb der Schonräume hyper-gleichberechtigender Universitäten ist klar, daß Kinder schon mit gewissen charakterlichen Anlagen auf die Welt kommen, die meistens (aber nicht immer) stark mit dem Geschlecht korrelieren. Aus einem kleinen weiblichen Wildfang machst du kein braves Mädchen durch Erziehung, und aus einem stillen schüchternen Jungen machst du keinen Macho. Aber eben vor allem: Aus einem Jungen kann man nicht ein Mädchen "machen", und aus einem Mädchen nicht einen Jungen. Alleine die Idee ist schon am Rande der wissenschaftlichen Perversion. (Reimer: "I'd give just about anything to go to a hypnotist to black out my whole past. Because it's torture. What they did to you in the body is sometimes not near as bad as what they did to you in the mind.")

    Die von dir zitierte Geschichte ist ein Beispiel für massives Versagen auf allen möglichen Ebenen. Ärztlicher Pfusch, psychologischer Pfusch (was der Typ gemacht hat, wäre heute Kindesmißbrauch, der würde seine Zulassung nie wiedersehen), wissenschaftsfortschrittsgläubige Eltern, und dann haben die Kinder selbst noch massive psychische Schäden entwickelt (nicht nur der "umgepolte" Bruder) durch die ganze Sache. Dass das so gelaufen ist, war großes Pech. Im Prinzip hat man da aus einem - bis auf die Verletzung - gesunden Jungen einen Transsexuellen gemacht. Es war eine Vergewaltigung, die über ein ganzes Kinderleben lang aufrecht erhalten wurde.

    Die ganze Geschichte ist im Grunde ein Beispiel, wie Autoritätsgläubigkeit auch im Wissenschaftsbetrieb zu furchtbaren Fehlern führen kann. Der böse Geist hinter allem ist dieser Dr. Money, der offensichtlich selber einen totalen Schuss hatte und anderen seine Einstellung zu Sexualität aufdrängen wollte - und mit allen Mitteln der Einschüchterung und Missinformation Jahrzehnte dafür gesorgt hat, dass tausende Kinder verstümmelt wurden. Sowas gibt es auch oft in der Psychologie, wo Psychologen die Diagnose eines bekannten Kollegen einfach übernehmen, weil er ja "wissen muss, was er/sie tut."

    Ciao,
    Neroli (mein Schwanz gehört mir.)
    Geändert von Neroli (08-09-2006 um 12:06 Uhr)

    Life’s about film stars and less about mothers
    It’s all about fast cars cussing each other
    But it doesn’t matter cause I’m packing plastic
    and that’s what makes my life so fucking fantastic


    Lily Allen - The Fear

  4. #4
    Schmunzel ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Neroli
    Nunja, diese Gender-Theorien treiben an Universitäten noch ihr Unwesen, aber [EDIT in der breiten Öffentlichkeit zumindest in Deutschland] existieren sie nicht mehr (außer vielleicht bei den Abgängern der Unis, die dann in Jugendämtern und Beratungsstellen einen Realitätsschock bekommen.) Außerhalb der Schonräume hyper-gleichberechtigender Universitäten ist klar, daß Kinder schon mit gewissen charakterlichen Anlagen auf die Welt kommen, die meistens (aber nicht immer) stark mit dem Geschlecht korrelieren.
    Ich weiß nicht, ob Gendertheorien in Bausch und Bogen "Unwesen" sind, die nur in den Kellern einiger Hochschulen betrieben werden. Gender Studies haben doch wohl einen nicht unerheblichen Einfluss auf das gesellschaftliche Geschehen. Ich frage mich schon, wie die Fachvertreter auf das Scheitern von Moneys Experiment reagieren.

    Scheint sich aber leider niemand angesprochen zu fühlen.
    Ein technisch gut ausgebildeter Jurist kann im Grunde genommen alles beweisen.

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