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  1. #1
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Einfluss der Forschung auf die Politik

    Nun es ist doch interessant mal zu ergründen , wie eigentlich die Forschung auf die Politik oder die Gesellschaft wirken sollte.

    Es gibt ja da den direkten Weg über die Beratung oder das Anfertigen von Gutachten und Gegengutachten .
    Da Wissenschaft immer Diskussion ist und ein Ergebnis immer ein vorläufiges , läuft man natürlich Gefahr , das Vertrauen in die Wissenschaft selbst zu verunsichern.

    Es gibt noch den Weg sich völlig rauszuhalten und nur über tatsächliche Produkte und Leistungen auf die Gesellschaft zu wirken.
    Vorgeschlagen wird sogar , Erkenntnisse zu tagespolitisch wichtigen Themen zurückzuhalten , da der Einfluss kontraproduktiv ist.

    Also hier ist doch gerade das richtige Forum , Studenten die sich für Politik interessieren


    Also werdet ihr aktiv versuchen durch euer (späteres) Fachwissen auf die Politik anzuwirken oder verstößt das gegen eure persönliche Berufsethik ?


    Entnommen übrigens nicht auf meinem eigenen Mist sondern natürlich wieder bei unserer Lieblingsseite.

  2. #2
    Unick Gast
    Wie kann das denn gegen Berufsethik verstoßen?

  3. #3
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Zitat Zitat von Unick
    Wie kann das denn gegen Berufsethik verstoßen?
    Berufsethik sind alle Grundsätze nach denen man auf berufliche Weise handelt.

    Also man hätte auch einfacher formulieren können,
    ob man damit im allgemeinen ein Problem hat Kontroversen mit seinem Fachwissen zu belasten oder sollte die Wissenschaft immer neutral bleiben.

    Interessant sind die beiden Argumente , dass es erstens der Wissenschaft schadet , wenn sie als Fragensteller und Infragesteller auftritt statt als Erkenntnisgewinner und natürlich dass es zweitens den Wissenschaftlern meist an Kompetenz fehlt die gesellschaftliche und politische Tragweite ihrer Aussagen im vorherein zu erkennen.

    Im ersten Punkt sehe ich ein wenig die Schuld in einem recht überpositiven und verzerrten Wissenschaftsbild. Hier sehe ich die Notwendigkeit schon in der Schule Wissenschaftstheorie zu lehren. Dieses fehlende Wissen um das Funktionieren von Wissenschaft hat schon viele stark verunsichert und in die Fänge alternativer Theorien zu allem möglichen Themen getrieben. Der Mensch strebt nach Sicherheit im Wissen und wenn die Wissenschaft scheinbar nur Fragen aufwirft , dann wendet man sich leichter Pseudoglauben oder Esoterik als Ersatz zu.

    Der zweite Punkt erscheint mir auch wieder als ein Bildungsproblem. Politisches Verständnis ist etwas was man in einer Demokratie jedem Bürger zumuten sollte. Nur ist es ungleich schwieriger dieses zu lehren. Zumindest kommt es mir so vor als wenn die Konzepte dafür dünn gesät wären. Auch ein Problem der Schulbildung oder doch ein obligatorischer Zusatzkurs in den Unis ?

    Zum jetzigen Zeitpunkt kommt man wohl tatsächlich nicht umhin jene hier und im Artikel angesprochene Gefahren mitzunehmen.
    Man kann auch Wissenschaftlern nicht die Meinung verbieten.

    Dennoch scheint es sehr wohl sinnvoll , wenn man sich als Wissenschaftler , mehrmals überlegt ob man sich zu einem tagespolitischen Thema zu einer Stellungnahme hinreißen lässt.
    Dann sollte es einem aber bewusst sein, dass man in diesem Moment den gesicherten Boden der Wissenschaft verlässt , egal wie fundiert die Aussage ist und sich auf den wackligen Boden der Politik begibt.

  4. #4
    Gänseblümle ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Zitat Zitat von pax
    Im ersten Punkt sehe ich ein wenig die Schuld in einem recht überpositiven und verzerrten Wissenschaftsbild. Hier sehe ich die Notwendigkeit schon in der Schule Wissenschaftstheorie zu lehren. Dieses fehlende Wissen um das Funktionieren von Wissenschaft hat schon viele stark verunsichert und in die Fänge alternativer Theorien zu allem möglichen Themen getrieben. Der Mensch strebt nach Sicherheit im Wissen und wenn die Wissenschaft scheinbar nur Fragen aufwirft , dann wendet man sich leichter Pseudoglauben oder Esoterik als Ersatz zu.
    Das ist ein interessanter Aspekt; auch wenn ich jetzt nicht auf die alternativen Theorien eingehen möchte;

    Ein verzehrtes überpositiv bewertetes Wissenschaftsbild in Verbindung mit dem mehrheitlichen Nichtverstehen von grundlegenden wissenschaftlichen Theorien und empirischen Vorgehensweisen kann direkt der Gesellschaft schaden, indem ein Unverhältnis von wissenschaftlichem Forschen und Erkenntniswissen auf der einen Seite entsteht, und auf der anderen Seite eine Gesellschaft, die zwar von den Erkenntnissen profitieren möchte und dies auch tut, aber über die Wege/Mittel/Absichten von Forschung wenig informiert ist und hier lieber gewähren lässt ohne Einblick zu nehmen/nehmen zu wollen, sei es aus Bequemlichkeit, sei es aus dem fadenscheinigen Argument, nicht in ausgeklügelte, für sich bestehende Systeme eingreifen zu wollen, um diese nicht durch kritisches Hinterfragen ins Wanken zu bringen und zuletzt natürlich aus Unaufgeklärtheit heraus, für die sie Großteils nichts kann.

    Hier sollte Politik und die Gesellschaft meiner Meinung nach sehr wohl stärker hinterfragen, Wissenschaft als Thema, das sie unmittelbar tangiert, mehr integrieren ins Bewußtsein;
    von daher finde ich den Ansatz, wissenschaftliche Theorien verstärkt schon in Schulen zu lehren, einen guten, denn hier kann man anfangen. Umgekehrt muss auch die Wissenschaft stärker gesellschaftlich und somit auch politisch präsent sein, mehr Transparenz täte hier gut.

    Wissenschaft muss vom Sockel geholt werden, was hilft es uns, wenn Wesen(Wissenschaftler) aus einer scheinbar anderen Welt mit Mitteln, die ihnen die Gesellschaft, der Staat oder die Wirtschaft zur Verfügung stellt, irgendwas mischen, basteln, forschen und erkennen und die Welt darf erst das Endergebnis sehen - die Wege bleiben oft für die Öffentlichkeit im Verborgenen und die wären doch interessant, zu diskutieren, manchmal sind sie auch schmutzig und geprägt von Egoismus und null Menschenkenntnis und erheben aber generell den Anspruch, was ausschließlich Gutes/Nützliches/Sinnvolles zu erreichen; da sollte man mal genauer hinsehen.
    Geändert von Gänseblümle (11-09-2006 um 09:54 Uhr)

  5. #5
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    5.278
    Zitat Zitat von Unick
    Wie kann das denn gegen Berufsethik verstoßen?
    Die Entwicklung und der Bau von Massenvernichtungswaffen widerspricht ganz klar und eindeutig der Berufsethik von Ingenieuren. Selbst die Existenz solcher Waffen auf der Seite eines kulturellen oder politischen Gegners rechtfertigt keinesfalls die Maßnahme einer Rüstungsspirale und die Drohung, im Konfliktfall mit gleicher Münze oder noch schlimmer zurück zu schlagen.
    Hier kann sich kein Ingenieur aus der Verantwortung stehlen, weder mit wirtschaftlichen Argumenten wie dem Broterwerb, (ein Auseinandersetzung mit ABC- Waffen macht den Broterwerb überflüssig) noch mit der Delegierung der Verantwortung für die Herstellung und den Einsatz solcher Waffen auf die Industrie, das Militär oder die Politiker.

    Hier wäre ein wirksamer Einfluss der Techniker auf Forschung und Politik. Hier könnten wir den ganzen Berufsverbrechern sagen: "Nee, krisse nich!"
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

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