Toller Beitrag, etwas, worauf ich selbst Rücksicht nehme, vermeide ich doch, wenn immer es geht (was manchmal auch schwierig ist), Produkte aus Fernost zu kaufen. Dies erstens aus sozialen Gründen, zweitens aus Eigeninteresse, sind insbesondere Textilien aus Fernost häufig mit hierzulande verbotenen Mitteln behandelt.
Nun, alle werden aufschreien, wer wenig Geld hat, muss jeden Cent sparen. Ich selbst vertrete die Meinung, dass Produkte aus Fernost für den Konstumenten gar nicht viel billiger sind, als europäische. Den Grossteil des Unterschieds in den Produktionskosten, schnappt sich die Herstellerfirma. Ich persönlich kaufe mit offenen Augen ein. Und da staunt man: Zum Beispiel sind die Topfreiniger beim Tegut... im 3er Pack gleich teuer wie die von DM, Rossman, und billiger als die vom Lidl. Alles Produkte unbekannter Herkunft, während die Klarissa Topfreiniger von Tegut... in Mühlhausen/Thüringen hergestellt werden und dezent ein "made in germany" drauf prangt.
Ich trage einen deutschen und einen portugiesischen (Strellson, made in Portugal, auf die schnelle hab ich nichts bessere bekommen können) Anzug, Bett Handarbeit in Thüringen, Sofa aus Westfalen, Klappbett made in Italy, Kommode im Badezimmer ebenfalls italienisch, Küche deutsch mit italienischen Komponenten, italienische und deutsche Socken. Unterwäsche zu 60% deutsche, österreichische und italienisch ware, rest anders, weil eben schwer zu beschaffen (hm, die Unterhemden von Calvin Klein die ich vor Jahren gekauft habe, sind komischerweise nicht aus Fernost, sondern made in Israel. die beste qualität, die ich je bekommen habe - jaja, gleich geht ein Aufschrei los, vom Geld für die Unterhemden kaufen sich die böse Israelis Panzer...). Besonderen Wert lege ich bei den Schuhen auf die Herkunft, da dies mit Qualität gleichzusetzen ist. Sandalen aus Frankreich, Deutschland (Birkenstock), Halbschuhe fast alle aus Österreich und Winterstiefel in der Schweiz hergestellt (Kandahar, empfehle die unbedingt weiter). Natürlich, die Schuhe wenigstens kosten mehr, als diejenigen für 19.99 eines Billiganbieterst. Halten dafür aber umso länger (Kandaharwinterstiefel trotz hoher Belastung nach 3 Wintern immer noch wie neu). Und meine österreichischen Unterhosen in denen ich grad da sitze, sind schon 4 Jahre alt.
Glaswaren hab ich fast alle von Schott JENAer Glas und Schott Zwiesel, schreibe meine Notizen nur auf Schweizer Papier und rasiere mich auch nur mit einem deutschen Qualitätsprodukt.
War der Beispiele vielleicht zuviel: aber wenn ich alles hochrechne, muss ich sagen, dass ich für Alltagsgüter in den letzten 5 Jahren sicher viel weniger Geld ausgegeben habe, als viele meiner Freunde, die weder auf die Herkunft noch auf die Qualität achten
Kurz zusammengefallst:
- Verlagerung nach Fernost nutzt vor allem den Produzenten. Für die Kunden werden die Produkte durch Verlagerung häufig gar nicht billiger.
- Europäische Produkte halten in der Regel viel länger, so dass ein Mehrpreis sich rechnet
- Europäische Produkte sind erstens umweltfreundlicher und zweitens sozialverträglicher hergestellt.
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12-09-2006 11:25 #1
Spiegel Buch - Globalisierung
Es gibt mal wieder ein neues Buch aus dem Umfeld des Spiegels. Den ersten Vorabdruck hab ich auch schon gelesen, aber der ist mir leider entwischt. Hier also der zweite, sehr lesenswert!
www.spiegel.deAnglizismen sind Bullshit
Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)
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12-09-2006 18:22 #2
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13-09-2006 02:29 #3Jonas Gast
Ich besitze soviel Modelleisenbahn aus hauptsächlich Österreich, Deutschland und Italien, sowie ein Kfz deutscher Marke made in Portugal oder Spain, dass ich leider bei Heimelektronik und Möbel auf in Europa entwickeltes, aber in Asien hergestelltes zurückgreifen muss.
Wenn ich mir die Entwicklung der Bildung - und damit meine ich die bildungssystemunabhängige Leistungsverweigerungsgesellschaft - anschaue, dann glaube ich, dass es mit dem Qualitätsunterschied und der Produkt- und Innovationsentwicklung zumindest in unserem Lande früher ein Ende nimmt, als uns lieb ist!
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13-09-2006 14:09 #4
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Zur Info:viele Komponenten von Modelleisenbahnen werden immer häufiger in Asien hergestellt.
Ja, irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem niemand mehr in Europa fähig ist was herzustellen, da sich alle nur mit der Verwaltung, Entwicklung, PR etc. beschäftigen.
Schuld an der Misere sind erst in zweiter Linie die Konsumenten. In erster Linie sind es geldgierige Konzerne, die um der Gewinnmaximierung willen, über Leichen gehen.
Dass die Chinesen nicht blöd sind, und nicht ewigs nur im Auftrag europäischer und US-Konzerne produzieren, sondern schnell dazulernen und die Dinge immer mehr auf eigene Rechnung herstellen, übersehen die Europäer. Schlussendlich geht es dann mit den Unternehmen völlig bergab.
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13-09-2006 15:07 #5Keine Sorge, lies mal den aktuellen Bericht der OECD zum Thema bildung. Die überholen uns gerade auch auf diesen Gebieten
Zitat von Wahlthüringer

Herrlich immer diese Vorurteile. Ich muss schon sagen.Schuld an der Misere sind erst in zweiter Linie die Konsumenten. In erster Linie sind es geldgierige Konzerne, die um der Gewinnmaximierung willen, über Leichen gehen.
Aber mal im Ernst, wer kauft den bitte das was angeboten wird. Die ganze nicht des denkens fähigen Menschen mal aussen vor gelassen, kaufen trotzdem die Mehrheit der Konsumenten ein was gerade vor ihnen liegt. Fleisch ist da ja ein herrliches und aktuelles Beispiel, man muss also nicht mal abstrakt werden oder in die Ferne schweifen.
Kein Konzern der Welt kann gegen den Willen der Kunden etwas unternehmen, das haben diverse Skandale bewiesen. Das der Kunde nicht wissen will ist etwas anderes, aber dafür kann man niemanden in den Konzernen verantwortlich machen.
Und? was soll die Konsequenz daraus sein? So ist das Leben seit dem ersten Menschen (vermutlich sogar davor, wenn man sich die lernfähigkeit von Tieren ansieht). Sollen wir alle Chinesen einsperren oder besser gleich erschießen. Oder uns selbst einsperren und den Schlüssel wegwerfen?Dass die Chinesen nicht blöd sind, und nicht ewigs nur im Auftrag europäischer und US-Konzerne produzieren, sondern schnell dazulernen und die Dinge immer mehr auf eigene Rechnung herstellen, übersehen die Europäer. Schlussendlich geht es dann mit den Unternehmen völlig bergab.Anglizismen sind Bullshit
Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)
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