Also, wenn ich den gestrigen Zeitungskommentar im Lügen-Rudi* so lese, da wird erklärt, das ganze sei im Prinzip nebensächlich. Der Kommentator versucht, den Schutz der Menschenwürde nur den Lebenden vorzubehalten (an Totenruhe denkt er gar nicht) und meint, die Sache würde nur deshalb so medial und politisch aufgebauscht, um von anderen Problemen, z.B. diesem Misshandlungsfall in Guantanamo abzulenken.
Insgesamt ein seltsamer Kommentar, der meint, alles sei nicht so schlimm.
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*Lausitzer Rundschau, ein Tochterunternehmen der Saarbrücker Zeitung
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29-10-2006 14:07 #1
Bundeswehrbilder aus Afghanistan
Kamen die Bilder von Bundeswehrsoldaten, die ein wenig pietätlos mit Gebeinen herumspielen eigentlich schon vor der Berichterstattung durch die Blöd-Zeitung an eine (begrenzte) Oeffentlichkeit oder kannte sie vorher niemand?
Ich fände es nämlich äußerst heuchlerisch von den Medien, jetzt die große Terror-Gefahr für die Truppe in Afghanistan aber auch für Deutschland heraufzubeschwören, die diese bösen, bösen Soldaten da ausgelöst hätten, wenn, was mein Eiindruck momentan ist, diese Bilder niemals jemand zu Gesichte bekommen hätte, wenn nicht die Medien sie verbreitet hätten.
Die Bilder als solche sind ein Fall für den Staatsanwalt (wobei neutral betrachtet dabei zumindest in den meisten Fällen wohl nichts herauskommen würde) und meinetwegen für ein disziplinarisches Vorgehen innert der Truppe.
Aber die Gefährdung und das Aggressionspotential in Mohammedanistan kommt doch (vor allem) dadurch, daß die "Preßbengels" sie verbreiten und auch noch dem letzen Schafhirten, der davon nie etwas mitbekommen hätte, die Bilder unter die Nase halten und ihn fragen, ob er sich darüber jetzt aufrege und (gleich noch insinuieren) die deutschen Soldaten jetzt hassen werde.§ 11.
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29-10-2006 14:51 #2
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29-10-2006 21:28 #3
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Dann freut es mich, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe, ich kann die Aufregung über diese angeblichen "Leichenschändungen" auch überhaupt nicht verstehen. Beim Begriff "Leichenschändung" denke ich an einen getöteten Soldaten, der, noch in Uniform und blutverschmiert, vom Feind an einem Auto zur Volksbelustigung durch die Straßen geschleift wird. Sowas widerspricht natürlich eklatant jeder Auffassung von Menschenwürde.
Zitat von lausitzer
Ein bloßer Totenschädel hat hingegen für mich den Bezug zum Leben völlig verloren. Ebenfalls den Bezug, einmal ein lebender Mensch gewesen zu sein. Die abgeschlossene Verwesung, das Fehlen von Fleisch und Blut abstrahiert den Leichnam so sehr, dass ich nicht mehr von einer - irgendwie schützenswerten - Menschenwürde sprechen möchte. Das Skelett ist bei allen Menschen so ähnlich aufgebaut, dass man (an der Hüfte) bestenfalls einen Unterschied zwischen Mann und Frau erkennen kann - anhand des Schädels wäre wohl kein Mensch in der Lage, den seines Großvaters von dem von Julius Cäsar zu unterscheiden (von neuzeitlichen Zahnfüllungen mal abgesehen), daher kann ich einem Skelett oder Skelettteil keine Persönlichkeit oder auch nur ehemalige Persönlichkeit zuschreiben.
Ich bin daher völlig der Meinung, die deutschen Medien und Politiker sollten sich wieder den eigentlich wichtigen Aufgaben zuwenden und endlich aufhören, hier scheinbar "politisch korrekt" Betroffenheit zu heucheln.
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29-10-2006 21:54 #4
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Die Frage, die sich mir bei der Sache aber stellt ist, die, wie jemand (und nicht nur ein einzelner, sondern ganze Kompanien über Jahre hinweg) auf die Idee kommen können, da mit Totenköpfen zu posieren, diese zum Bowling zu benutzen oder als Kühlerfigur?
Wer denkt sich solchen Blödsinn aus? Welche verantwortungsbewusste Führungsperson veranstaltet jährlich irgendwelche Märsche genau zu dieser Tongrube, um den Blödsinn zu verzapfen?
Wie soll und kann eine Verschärfung des Dienstrechts, eine Verbesserung der (politischen) Ausbildung der Soldaten oder die Auswechslung höherer Dienstgradträger solchen Unfug tatsächlich und wirksam bekämpfen?
War das vorher niemanden klar, dass solcherlei Betätigung nicht zum Aufgabenfeld der Bundeswehr im Ausland gehört? Gab es vorher niemanden, der Anstoss an derlei Handeln genommen hätten und den Einzelnen, vielleicht noch nicht ganz erwachsenen Spinner, der damit angefangen hat, aus dem Verkehr gezogen hätte?
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29-10-2006 22:09 #5Hat das jemand gemacht? (Ich weiß es wirklich nicht.)
Zitat von lausitzer
Also ich habe, als ich das gehört habe, sofort an Kongo-Müller denken müssen. (Soviel zu der Frage, wie man darauf kommen könnte.)
Zitat von lausitzer
War dem so? (Weiß es nicht.)
Zitat von lausitzer
Anmerkung: Ich sehe es zwar nicht ganz so, wie WFZ, aber die Riesenaufregung verstehe ich auch nicht bzw., siehe Ausgangsbeitrag, ich rege mich eher über die Blöd-Zeitung auf.§ 11.
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