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  1. #1
    Avatar von fab
    fab
    fab ist offline "Doktorand" (150-299 Beiträge)
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    Mittelmass als anzustrebender Zustand?

    Hallo,

    mir ist im Laufe der letzten Tagen, Monaten und sogar Jahren es aufgefallen, dass in Deutschland sich eine Mittelmassmentalität immer stärker etabliert. Ich bin selber Ausländer, komme aus der sog. "Dritte Welt" und möchte hier über mein "Fremdbild" diskutieren.

    Also, alles fing beim Studium an. Bei vielen Komillitonen an der Universität war es so, dass sie irgendwas studiert hatten, um bestimmte Anforderungen zu erfüllen (Erwartungen Familie, Freunde; soziale Status, Bafög) und nicht, weil sie das tatsächlich machen wollten. Also, sie studierten pro forma. Die Noten war es ihnen egal. Hauptsächlich schnell das Studium abklopfen, um schnell eine Arbeit zu finden. Ich traf meistens Menschen, ohne BERUFUNG und ohne Interesse an das, was sie studierten. Und das schlimmste war, dass sie es selber wussten und öffentlich ansprachen. Viele davon haben es trotzdem geschafft. (Warum denn nicht , wenn das Niveau an vielen Universitäten sowieso laufend sinkt!)

    Als Nächstes stand für mich die Promotion an. Und hier konnte ich ebenfalls massenhaft Doktoranden finden, die ganz ohne BERUFUNG und Liebe zu ihrer Arbeit irgendwas getan hatten. Es ging ebenfalls nur darum, alles so schnell wie möglich zu beenden, um schnell in die Wirtschaft zu gehen. Liebe zur Forschung? Lust und Neugier, Neues zu entdecken? Bestehende Probleme zu lösen? Nein danke, "ich brauche nur mein Doktortitel, egal wie" oder "ich möchte noch länger an der Uni bleiben". Hinzu kommt ebenfalls zunehmend die Unterstützung solcher sog. Business Schools (auch in Deutschland), die Doktoren als Massenproduktion Jahr für Jahr an den Markt "anbieten". Was kommt aber aus solchen pseudowissenschaftlichen Arbeiten? meistens nichts brauchbares. Das wäre bei solchen Blitzpromotionen nicht zu erwarten, oder? Geschweige von Lehrerfahrung und andere Merkmale, die man bei Promovierten erwarten würde (analytisches Denken, strukturiert an Probleme eingehen, selbständig Probleme lösen, usw.). Also, bei vielen solcher Promotionen handelt es sich eher um größere Diplomarbeiten.

    Im Beruf ist nichts anderes. Jeder versucht im Unternehmen nur das zu tun, was ihm gesagt wird. Man findet kaum Vorschläge oder Ideen, die Plausibel sind und es wird um Sinnloses diskutiert.Am Ende wird jedoch nichts getan. Die Ausrichtung an das Mittelmass ist so stark, dass heutzutage fast jedes Unternehmen sich bis zum Tode "benchmark", um sein Mittelmass-Zustand durch Vergleich mit anderen mittelmäßigen Unternehmen zu legitimieren. "Warum sollen wir eigentlich besser sein? Es reicht halt, wenn wir genauso das tun, was die andere auch tun"

    Auf eine ganz andere Ebene steht ebenfalls das Angebot der Medien als Maßstab des Verhaltens der durchschnittlichen Deutschen. Und dort findet man ebenfalls Zeichen des Trends: Talk shows, reality shows, und weitere sinnlose und z.T. niveaulose Programme, die immer mehr werden. Warum? weil die Leute das mögen, das anschauen und weil die Medienunternehmen entdeckt haben, dass die Resonanz bei solchen Programmen sehr hoch ist. Nichts anderes kann bei den Printmedien beobachtet werden: während die Auflagen von Zeitungen wie "das Bild" steigen, senken die von intellektuellen Zeitungen dramatisch.

    Diese Geschichten und Beobachtungen haben sich leider konsequent in meinen ganzen Phasen hier in Deutschland wiederholt und haben bei mir ein bitteres Beigeschmack hinterlassen. Wo sind die Leute, die noch Liebe an das haben, was sie tun? Gibt es Leute, die nicht nur die Mindestanforderungen pro forma erfüllen wollen? Und gibt es andererseits Menschen, die Überdurchschnittliches erkennen und belohnen? Lohnt es sich in diesem Land überhaupt, "überdurchschnittlich" zu sein? Lohnt es sich hier, mit Herz und Blut für seine Ideale zu kämpfen? Oder reicht es doch, genauso wie alle andere zu sein.....mittemässig?
    Das Leben ist zu schön und zu kurz

  2. #2
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Ich kann darauf nur kurz antworten , denn das Thema ist ziemlich komplex , man kann schon fast sagen vielschichtig.

    Der Kernpunkt ist wohl das Wohlstandsproblem.
    Nachdem Hunger Durst und sogar Krankheit in der modernen Gesellschaft ausgerottet waren , hat Arbeit seinen Sinn verloren. Es gibt nichts mehr wofür man arbeiten kann , außer des Geldes wegen.

    Nun kann man entgegen halten , so die Hoffnung der alten Philosophen, dass der Mensch von seine nmateriellen Zwängen befreit , sich Kunst Kultur oder Wissenschaft zuwendet.
    Dieses Ideal hat sich höchstens in einer Jahrhunderte alten Oberschicht gebildet , vielleicht ein wenig bis heute erhalten , aber die breite Masse wurde über die Jahrhunderte nur von den Grundbedürfnissen angetrieben. Diese Oberschicht hat sich einfach danach aussortiert, wer nichts tat obwohl er schon alles hatte , wurde praktisch evolutionär bestraft. Nach Generationen , nicht sofort und so überlebte der weniger vergnügungssüchtige Kern.
    Wir leben in einer Demokratie und das heißt eben auch , dass die Ideale der alten rechtlosen Massen zu den Idealen des Staates und der gesamten Gesellschaft werden. Diese Massen hatten noch nie das Ideal eines Leistungsmenschen sondern , das Ideal ist schon immer das Gegenteil gewesen.

    Man darf auch nicht vergessen, dass die politischen Arbeiterambitionen seit Erfindung der SPD auch einzig allein dem Ziel verpflichtet waren der Arbeit die Notwendigkeit zu entziehen und der Arbeit die Wichtigkeit für das Leben zu nehmen.
    Noch heute ist die Arbeitsaufwandverminderung immer noch das höchste Ziel der Gewerkschaften. Nicht viel Leistung zählt , sondern weniger leistung für mehr Lohn . Das nennt man dann die Arbeit menschlicher machen , dazu muss man sie dann ihrer unmenschlichen Realität und damit ihrer Bedeutung für das Leben berauben.

    Was ist aber aus dem alten Bildungsbürgertum geworden , falls es so etwas in Deutschland jemals gab ?
    Es wurde erstmal durch die Weltkriege nach Wohlstand auf die Stufe der Arbeiterklasse zurückgeworfen.
    Die wenigen die ihre Rolle als Arbeitgeber behielten , gaben ihre Rolle als soziale Instanz innerhalb des Betriebes an den Staat ab.
    Die Verbrüderung mit der eigenen Arbeiterschaft wurde oberes Ziel und kam schnell in Konflikt mit der Notwendigkeit einer Unternehmesführung.
    Diesen erst künstlich geschaffenen Konflikt im Verständnis und Selbstverständnis der Unternehmensleitung ist es zu schulden, dass auch die Leistung der Unternehmensführung nicht mehr beurteilbar ist. Wonach soll man sie messen ? Nach der Anzahl der Arbeitsplätze die sie heute erhält oder nach dem Gewinn welche sie erwirtschaften. Dazwischen ist das Mittelmaß , welches keine Erwartung enttäuscht und keine erfüllt. Nur mit Mittelmaß kann man sozial und gewinnorientiert gleichzeitig nicht erfüllen.

    Man erinnere sich an die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts , da gab es erfolgreiche Unternehmen die Gewinn machten und dann ein Teil dieses Gewinns in ihre eigene Arbeiterschaft investierten.
    Aber heute sind halt weder Gewinne erlaubt ( meist sind sie unmoralisch) noch hat das Unternehmen überhaupt noch die soziale Hoheit über Beschäftigungzahlen hinaus sich eine soziale Stellung heraus zu arbeiten. Diese Hoheit haben die Tarifparteien und der Staat für sich beansprucht.

    Ein weiterer Punkt , und diese Punkte nehmen gar kein Ende, ist , dass es wenig Patriotismus gibt.
    Ohne den Willen dass der Staat in irgendeiner Weise als solches ein Ideal erfüllt , so kann man für den einzelnen auch kein persönliches Ideal daraus ableiten.
    Wenn man schon für sich selbst kein Lebensziel außer einem Auskommen hat , dann hätte wenigstens ein Gemeinschaftssinn das Ziel Wohlstand für alle liefern können . Auch dieses ist aus historischen Gründen weggefallen.

    Um auf die Frage zurück zu kommen. Leistung im Sinne einer freiwilligen zusätzlichen persönlichen ist einfach kein Ziel bzw. Ideal mehr in Deutschland.
    Es fehlt an allgemeiner gesellschaftlicher Zielsetzung die sowohl erst durch fehlende Ziele der Massen entsteht als auch selbst wiederum den Massen der Ziele beraubt.

  3. #3
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von fab
    Bei vielen Komillitonen an der Universität war es so, dass sie irgendwas studiert hatten, um bestimmte Anforderungen zu erfüllen (Erwartungen Familie, Freunde; soziale Status, Bafög) und nicht, weil sie das tatsächlich machen wollten. Also, sie studierten pro forma.
    Ich kann mich nicht erinnern, wie meine Komilitonen das damals gesehen haben, kann also nur von mir selbst sprechen.
    Für mich stand schon in der Schule fest, dass ich zum Ingenieur geboren bin. Also habe ich das Studium in Karlsruhe durchgezogen, obwohl ich schlechte Noten hatte.
    Nach fast 9 Jahren hatte ich dann die Schnauze voll von Uni, und wollte zeigen, was in mir steckt. Inzwischen arbeite ich seit fast 7 Jahren in einer Entwicklungsabteilung wo kaum etwas von dem theoretischen Wissen aus den Hörsälen von Bedeutung ist. Meine Noten von damals interessieren heute keinen mehr. Statt dessen habe ich heute Morgen mit einem (Nord-)Koreaner per net- meeting und Telefonkonferenz ein technisches Problem besprochen.
    Nach meinen mittelmäßigen Maßstäben leben die dort in der Steinzeit.
    Nein danke, "ich brauche nur mein Doktortitel, egal wie" oder "ich möchte noch länger an der Uni bleiben". Hinzu kommt ebenfalls zunehmend die Unterstützung solcher sog. Business Schools (auch in Deutschland), die Doktoren als Massenproduktion Jahr für Jahr an den Markt "anbieten". Was kommt aber aus solchen pseudowissenschaftlichen Arbeiten? meistens nichts brauchbares. Das wäre bei solchen Blitzpromotionen nicht zu erwarten, oder? Geschweige von Lehrerfahrung und andere Merkmale, die man bei Promovierten erwarten würde (analytisches Denken, strukturiert an Probleme eingehen, selbständig Probleme lösen, usw.). Also, bei vielen solcher Promotionen handelt es sich eher um größere Diplomarbeiten.
    Ein Teil meiner Kollegen hat in Maschinenbau bzw. Mathematik promoviert. Sie waren zwischen 3 und 5 Jahren damit beschäftigt; z.T. an internationalen Forschungsinstituten.
    Ob sie dort aus Liebe zur Forschung waren, oder schlicht weil sie keine Arbeit gefunden haben, sei mal dahin gestellt.
    Jeder versucht im Unternehmen nur das zu tun, was ihm gesagt wird.
    Was würdest Du denn machen wollen? Das Gegenteil?
    Die Ausrichtung an das Mittelmass ist so stark, dass heutzutage fast jedes Unternehmen sich bis zum Tode "benchmark", um sein Mittelmass-Zustand durch Vergleich mit anderen mittelmäßigen Unternehmen zu legitimieren.
    Wer das so macht, hat den Sinn eines benchmark nicht verstanden.
    Geändert von Astir01 (22-11-2006 um 13:11 Uhr)
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  4. #4
    Avatar von chowdy
    chowdy ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von fab
    Hallo,
    mir ist im Laufe der letzten Tagen, Monaten und sogar Jahren es aufgefallen, dass in Deutschland sich eine Mittelmassmentalität immer stärker etabliert. Ich bin selber Ausländer, komme aus der sog. "Dritte Welt" und möchte hier über mein "Fremdbild" diskutieren.
    Das ist dein großer Vorteil! Du kommst halt aus einem Umfeld in dem die Leute "hungrig" sind. In Deutschland ist das anders, die Leute sind gut abgesichert. Und darum nicht mehr "hungrig".
    Aber auch hier war das mal anders! Nach dem Krieg. Als hier alles in Trümmern lag.
    Ich höre und hörte gerne die Geschichten meiner Großeltern, wie sie nach dem Krieg sich aus dem Nichts eine Existenz aufbauten. Die haben nicht gejammert, waren satt oder faul. Die waren
    a) ganz einfach froh noch am Leben zu sein
    b) froh den "Führer" endlich loszusein
    c) "hungrig" sich was aufzubauen.

    Guck dir mal heute die Leute in Asien an und in anderen Staaten.
    WEnn wir nicht aufpassen werden uns die noch alle ins Meer werfen.

    Zitat Zitat von fab
    Also, alles fing beim Studium an. Bei vielen Komillitonen an der Universität war es so, dass sie irgendwas studiert hatten, um bestimmte Anforderungen zu erfüllen (Erwartungen Familie, Freunde; soziale Status, Bafög) und nicht, weil sie das tatsächlich machen wollten. Also, sie studierten pro forma. Die Noten war es ihnen egal. Hauptsächlich schnell das Studium abklopfen, um schnell eine Arbeit zu finden. Ich traf meistens Menschen, ohne BERUFUNG und ohne Interesse an das, was sie studierten. Und das schlimmste war, dass sie es selber wussten und öffentlich ansprachen. Viele davon haben es trotzdem geschafft. (Warum denn nicht , wenn das Niveau an vielen Universitäten sowieso laufend sinkt!)
    Das Problem hier in Deutschland, an der Mentalität und dem Bildungssystem ist einfach:
    es ist auf Mittelmaß ausgelegt. Schon in der Schule wirst du zurechtgestutzt wenn du mehr wissen willst oder einfach nur unbequeme Fragen stellst.

    Das Gleiche heute auf dem Arbeitsmarkt. Die Firmen erwarten Bewerber wie aus der Klonfabrik mit bestimmten Eigenschaften. Und die meisten Leute wollen diese auch noch erfüllen, betreiben Lebenslaufengineering ohne Herz und Verstand. Die wollen einfach nur die Anforderungen erfüllen. Und ich kann es Ihnen nicht verdenken.

    Zitat Zitat von fab
    Als Nächstes stand für mich die Promotion an. Und hier konnte ich ebenfalls massenhaft Doktoranden finden, die ganz ohne BERUFUNG und Liebe zu ihrer Arbeit irgendwas getan hatten. Es ging ebenfalls nur darum, alles so schnell wie möglich zu beenden, um schnell in die Wirtschaft zu gehen. Liebe zur Forschung? Lust und Neugier, Neues zu entdecken? Bestehende Probleme zu lösen? Nein danke, "ich brauche nur mein Doktortitel, egal wie" oder "ich möchte noch länger an der Uni bleiben". Hinzu kommt ebenfalls zunehmend die Unterstützung solcher sog. Business Schools (auch in Deutschland), die Doktoren als Massenproduktion Jahr für Jahr an den Markt "anbieten". Was kommt aber aus solchen pseudowissenschaftlichen Arbeiten? meistens nichts brauchbares. Das wäre bei solchen Blitzpromotionen nicht zu erwarten, oder? Geschweige von Lehrerfahrung und andere Merkmale, die man bei Promovierten erwarten würde (analytisches Denken, strukturiert an Probleme eingehen, selbständig Probleme lösen, usw.). Also, bei vielen solcher Promotionen handelt es sich eher um größere Diplomarbeiten.
    Das Ding ist, wenn man nicht wirklich vorhat wissenschaftlich zu arbeiten, sollte man auf die Promotion verzichten bzw. besser einen Ghostwriter bemühen.
    Sollte ich nochmal promovieren werde ich auch einen Ghostwriter beauftragen.
    Alles andere ist verplemperte Zeit wenn man nicht wissenschaftlich arbeiten will.

    Zitat Zitat von fab
    Im Beruf ist nichts anderes. Jeder versucht im Unternehmen nur das zu tun, was ihm gesagt wird. Man findet kaum Vorschläge oder Ideen, die Plausibel sind und es wird um Sinnloses diskutiert.Am Ende wird jedoch nichts getan. Die Ausrichtung an das Mittelmass ist so stark, dass heutzutage fast jedes Unternehmen sich bis zum Tode "benchmark", um sein Mittelmass-Zustand durch Vergleich mit anderen mittelmäßigen Unternehmen zu legitimieren. "Warum sollen wir eigentlich besser sein? Es reicht halt, wenn wir genauso das tun, was die andere auch tun"
    Die Leute haben einfach Angst um Ihren Arbeitsplatz. Darum macht sich kaum jemand gerade und fällt auch mal nonkonforme Entscheidungen.
    Ich selbst hatte mich früher oft mit meinen Vorgesetzten angelegt und hatte es deswegen ziemlich schwierig. Gut, auch weil ich immer meinen Kopf durchsetzen will, Heute bin ich glücklicherweise "emotional intelligenter".
    Wer querschiesst ist nunmal nicht beliebt.

    Zitat Zitat von fab
    Auf eine ganz andere Ebene steht ebenfalls das Angebot der Medien als Maßstab des Verhaltens der durchschnittlichen Deutschen. Und dort findet man ebenfalls Zeichen des Trends: Talk shows, reality shows, und weitere sinnlose und z.T. niveaulose Programme, die immer mehr werden. Warum? weil die Leute das mögen, das anschauen und weil die Medienunternehmen entdeckt haben, dass die Resonanz bei solchen Programmen sehr hoch ist. Nichts anderes kann bei den Printmedien beobachtet werden: während die Auflagen von Zeitungen wie "das Bild" steigen, senken die von intellektuellen Zeitungen dramatisch.
    Glücklicherweise hat uns der liebe Gott einen freien Willen und eine Fernbedienung gegeben Wer seine Zeit mit obigem Scheiß verplempert ist selbst schuld!
    Es gibt aber in Deutschland noch ne Menge andere Medien und glücklicherweise auch viele sehr gut ausgestattete Bibliotheken.

    Die Medien leifern auch bewusst ein negatives Bild. Beispiel:
    Neulichst kam an einem Tag in den Meiden, dass die Arbeitslosenzahlen um 500.000 gegenüber dem Vorjahr gesunken sind.
    Und die Steuermehreinnahmen um 30 Milliarden gestiegen sind. (Worüber sich die Lehrer im Bundestag wieder stritten wie das am besten zu verplempern sind, statt Schulden abzubauen bzw. Guthaben anzuhäufen. Dumme Idioten).

    Statt das aber zu feiern und propagandamäßig und vor allem motivationsmäßig an die große Glocke zu hängen gab es die fette Schlagzeile das irgenwie 70% der Deutschen kein Vertrauen mehr in die Demokratie haben.

    Kein Wunder das die Leute alle jammern und demotiviert sind.
    Schade, dass kein staatliches "Motivationsprogramm" läuft....

    Zitat Zitat von fab
    Diese Geschichten und Beobachtungen haben sich leider konsequent in meinen ganzen Phasen hier in Deutschland wiederholt und haben bei mir ein bitteres Beigeschmack hinterlassen. Wo sind die Leute, die noch Liebe an das haben, was sie tun? Gibt es Leute, die nicht nur die Mindestanforderungen pro forma erfüllen wollen? Und gibt es andererseits Menschen, die Überdurchschnittliches erkennen und belohnen? Lohnt es sich in diesem Land überhaupt, "überdurchschnittlich" zu sein? Lohnt es sich hier, mit Herz und Blut für seine Ideale zu kämpfen? Oder reicht es doch, genauso wie alle andere zu sein.....mittemässig?
    Dein Bild von Deutschland ist leider etwas schwarz. Es gibt sehr viele fleißige Menschen hier. Auch Leute die überdurchschnittlich viel bewegen.
    Ich bewege mich selbst in der "New Economy" und es gibt dort sehr viele innovative Menschen.
    Nur leider sind diese Leute oft auch nach einer gewissen Zeit in der Schweiz, im Silicon Valley oder in Hongkong. Weil man dort oft noch mehr bewegt.

    Viele Grüße
    chowdy
    http://captainstory.blogg.de > Neu: captain domination

    My philosophy is to experience paradise during this lifetime and not "maybe" after. I am taking full advantage of my timeslot in this world and I encourage you to do the same. Crucial parts of my philosophy are extreme experiences and emotions.

    Thank god, I'm not ugly!

  5. #5
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    Zitat Zitat von chowdy
    Sollte ich nochmal promovieren werde ich auch einen Ghostwriter beauftragen. Alles andere ist verplemperte Zeit wenn man nicht wissenschaftlich arbeiten will.
    Das funktioniert nur in Fachrichtungen ohne "praktische" Arbeit. Meßergebnisse kann man zwar in gewissem Maß erfinden oder frisieren, aber irgendwas muß man ja mindestens zum Schein im Labor arbeiten. Sobald es in einer Promotion um die Konzeption/Herstellung eines definierten Produkts (eine Substanz, eine Schaltung, ein Arzneiträger, ein Anlagenbauteil, ...) geht, kommen Ghostwriter nicht mehr mit.

    P.

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