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  1. #1
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    21.09.2004
    Beiträge
    2.666

    Die Macht des Informationszeitalters

    Eine große böse Überschrift, aber der Tragweite des Problems nicht unangemessen.
    Das Internet als Meinungsplattform hat immer mehr Macht in der Rückwürkung auf die Gesellschaft und der anderen Medien.
    Nun werden immer häufiger auch Debatten aus der Wissenschaft in die Gesellschaft gezogen und zwar von Interessengruppen, die bestimmte Ziele unterstützen wollen.
    Soweit haben die Medien das bis heute aiuch selbst getan, aber durch das Internet kommt eine sehr viel höhere Erreichbarkeit und unglaublich schnelle Informationsübertragung zu der Gleichwertigkeit jeder Meinung ob vom Fach oder nicht hinzu.
    Das ist sowohl positiv, da der eine oder andere Hype Technologien oder Themen nach vorn bringen kann, kann aber allzu leicht misbraucht werden.
    Das sieht man gut an den hunderten Privatwissenschaftstheorien, die im Netz zu finden sind , aber ganz extrem an Informationsschlachten über Kreationismus oder Klimawandel.

    Das neueste Beispiel geht sogar einen Schritt weiter, denn den meisten Menschen wird die erste Kampagne über Anti-Homosexuellenforschung in Erinnerung bleiben, während die Wissenschaft wohl sich mehr denn je bemühen wird, Forschungen, die gesellschaftliche Themen berühren, schon fast geheim halten zu müssen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...462555,00.html

    Meine Befürchtung ist, dass sich das insgesamt negativ sowohl auf die Wissenschaft als auch die Gesellschaft auswirken kann, wenn es häufiger zu solchen Vorfällen kommt.
    Aber was könnte die wirksame Gegenmaßnahme sein ?

  2. #2
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    25.07.2003
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    5.278
    Zitat Zitat von pax Beitrag anzeigen
    Aber was könnte die wirksame Gegenmaßnahme sein ?
    Abstumpfung durch Gewöhnung.

    Auch an die Säue, die jeden Tag auf´s Neue durch die Dörfer der internet- community getrieben werden, wird man sich gewöhnen. Die Leute vor über 100 Jahren haben sich ja auch daran gewöhnt, dass es nicht mehr der betrittene Bote ist, der die Geschwindigkeit, mit der sich Neuigkeiten ausbreiteten, bestimmt, sondern der Telegraf.

    Früher haben sich die Frauen auf dem Marktplatz und die Männer in der Kneipe getroffen, um diese Neuigkeiten zu diskutieren und jeder, ob er eine Ahnung davon hatte oder nicht, hat seinen Senf dazu gegeben, weil jeder eine Meinung hatte.

    Heute wie damals finden die lautesten Schreihälse am meisten Gehör.
    Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  3. #3
    Avatar von Misanthropa
    Misanthropa ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
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    25

    Gegenmaßnahme

    Zitat Zitat von pax Beitrag anzeigen
    Meine Befürchtung ist, dass sich das insgesamt negativ sowohl auf die Wissenschaft als auch die Gesellschaft auswirken kann, wenn es häufiger zu solchen Vorfällen kommt.
    Aber was könnte die wirksame Gegenmaßnahme sein ?
    Klar, wir werden heute überschwemmt von Informationen verschiedenster Qualität. Die Macht, die dahinter steht, kann jedoch dann nicht mehr aufrecht erhalten werden, wenn Otto Normalverbraucher lernen würde, sich dem Informationsstrom zu entziehen (das geht!) oder wenigstens vernünftig zu selektieren.
    Eine wirksame Maßnahme wäre das, denn die Medien könnten ja noch so laut schreien, wenn keiner zuhört. Die Durchsetzung halte ich jedoch für äußerst unwahrscheinlich. Fragen wir doch probehalber, wer bereit ist, seinen Fernseher abzuschaffen. Da wird man doch ausgelacht. 'Ich persönlich sehe eh kaum fern' hört man oft, aber die Kiste bei ebay reinstellen würde auch keiner. Der Durchschnittsmensch zieht Verdummung und Manipulation nun einmal vor. Alles andere anzunehmen wäre naiv, und daher bleibt diese Gegenmaßnahme wohl auch eher ein frommer Wunsch.

  4. #4
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    18.06.2006
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    Es hilft auch schon, wenn man Nachrichten nicht nur passiv konsumiert und auf sich einrieseln lässt, sondern auch aktiv drüber nachdenkt und gelegentlich auch mal Erinnerungen aufruft bzw. den Zusammenhang zwischen zwei Meldungen der gleichen Nachrichtensendung mal hinterfragt.

    Dann nämlich erkennt man - in letzter Zeit immer öfter- für wie blöd und bescheuert manche insbesondere politisch handelnde Personen das (Wahl-)volk doch halten.

    Dem ARD-Morgenmagazin gelang heute morgen mal wieder eine unheimlich tolle Verknüpfung von Emanzipation, männlicher Unfähigkeit im Haushalt, Jäger- und Sammlertum sowie den neuesten von der Leyenschen Ideen zur Berufstätigkeit der Frau.
    Fazit des ganzen Beitrags war dann aber, dass bitteschön beide Partner gemeinsam arbeitslos und von staatlicher Unterstützung lebend zu Hause bleiben sollten, zum Wohle der Kinder und der männlichen Fähigkeiten im Haushalt.

    Klasse Idee! Dass der gesamte Beitrag die Wirklichkeit nur unzureichend widerspiegelte, da in einer aus Singles und Wochendpendlern bestehenden Welt auch Männer gewisse Grundkenntnisse zum Kochen und Wäsche-Waschen brauchen, bleibt mal am Rande unberücksichtigt.

    Also: Alles große Volksverdummung. Da wird was gesendet, was überhaupt keinen Bezug zur Realität hat.

    Tipp an Düsentrieb: Im übrigen sieht Judith Rakers auch ganz knuffig aus.
    Geändert von lausitzer (08-03-2007 um 10:13 Uhr)

  5. #5
    Senior ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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    Zitat Zitat von pax Beitrag anzeigen
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...462555,00.html
    Meine Befürchtung ist, dass sich das insgesamt negativ sowohl auf die Wissenschaft als auch die Gesellschaft auswirken kann, wenn es häufiger zu solchen Vorfällen kommt.
    Jo mei , da gibts abertausend neue Chancen und der Mensch sieht nur das Risiko und "befürchtet" .
    Im Endeffekt könnte man so eine Sicht zuspitzen zur Frage des Zweifels an basisdemokratischen Prinzipien schlechthin !

    Da bleib ich lieber Optimist und vertraue auf die Selbsteinschätzungsfähigkeit der Menschen . Viele bleiben bei BILD und zwar einfach deshalb weil sie komplexeres scheuen . Denen droht also auch aus dem Internet nichts schlimmeres .

    Die Wissenschaft andererseits wird sich mit Fragen auseinandersetzen oder nicht, dies aber gegebenenfalls überstehen oder meinst du etwa der Forscher wird seine Schwul-Schafforschung einstellen (müssen) ?


    Zitat Zitat von Misanthropa Beitrag anzeigen
    Der Durchschnittsmensch zieht Verdummung und Manipulation nun einmal vor. Alles andere anzunehmen wäre naiv, ...
    "Gratuliere Frau Negativ , genau so ist es nicht " sagt Herr Positiv .
    Kaum jmd will sich erklärtermaßen für dumm verkaufen lassen ,sprich manipuliert werden !
    Woher sollte denn dieser Trieb auch kommen ?

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