Gibt es ein massives Energieproblem? Ich würde es anders formulierung: Einerseits bedingt durch die Fixierung auf fossile Brennstoffe, wird es in den nächsten Jahren bestimmt einen Engpass geben. Zweitens: Problem des Kohlendioxidaustosses.
Diese Probleme liessen sich durch die von dir genannten planwirtschaftlichen Massnahmen regulieren - wie schwer die Nebenwirkungen wären, wäre gerade hier zu diskutieren.
Ich persönlich könnte ohne weiteres etwa dem zustimmen, wenn etwa jede Person (würde sagen nicht jeder Haushalt, das führt dann zu Ungerechtigkeiten) zugeteilt bekäme, wieviel Kohlendioxid sie ausstossen darf. Dies aus dem Grund, da ich stark unterdurchschnittliche Abgase verursache.
Gleiches könnte man mit dem Strom machen - so als Zwischenlösung, wenn es zwischen Abschalten der AKWs und genügend starkem Wachstum der regenerativen Energien einen Enggpass geben sollte.
Problem: ist nicht machbar: schreibt man den Leute etwa vor, sie dürfen statt 50 nur noch 10km täglich mit dem Auto zurücklegen oder dann die Bahn benutzen, gibt das nen riesen Aufschrei - dies aus dem Grund, weil in unserer Gesellschaft die Freiheit Energie zu verschwenden stärker gewichtet wird, als das Recht in einer möglichst intakten Umwelt zu leben. Gab unter den Grünen anfangs einige Spezies, die meinten, Umweltschutz sei am besten mit planwirtschaftlichen Massnahmen zu bewerkstelligen. Die Entwicklung in den letzten Jahren mag denen Recht geben. Aber der Unterschied liegt nicht zwischen Plan- und Marktwirtschaft, sondern zwischen dem Willen etwas zu tun und dem nichtstun. Eine Reduktion der Energieverschwendung wäre auch mit marktwirtschaftlichen Massnahmen machbar - nur der Wille dazu fehlt.
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17-03-2007 16:53 #1Seelenblume Gast
Energieeinteilung- was würdet ihr davon halten?
Hallo ihr Lieben,
wie ihr wisst gibt es ein massives Energieproblem. Wir würdet ihr es also finden, wenn jedem Haushalt nur eine bestimmte Menge Strom und Gas zugeordnet würde, die innerhalb eines Jahres verbraucht werden darf?
Blume
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17-03-2007 17:02 #2
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Geändert von Wahlthüringer (17-03-2007 um 17:05 Uhr)
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17-03-2007 17:26 #3
Bizarre Idee!
Was soll denn passieren, wenn ein Verbraucher sein Kontingent ausgeschöpft hat? Kann er zusätzliche kWh zukaufen? Wird ihm der Strom/das Gas abgedreht?
Im Grundsatz halte ich die Idee für ablehnenswert - maximal könnte man über eine Preisprogression nachdenken: So ne Art Anti-Flatrate für Strom (präziser: für die entnommene Energie), die bewirkt, dass der Preis überproportional zur Menge steigt, aber selbst das halte ich für hanebüchen.Geändert von Düsentrieb_610 (18-03-2007 um 07:03 Uhr)
"Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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18-03-2007 07:30 #4
Das stimmt, aber folgt daraus die Rationierung von Energie?
Ich denke nicht. Der UN-Klimaschutzbericht zeigt zwar völlig unzweifelhaft, dass hinsichtlich der CO²-Problematik massiver Handlungsbedarf besteht, aber als beste (oder gar einzige) Handlungsoption die Energierationierung zu propagieren heißt für mich, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Entscheidend ist doch nicht, wieviel Energie ich verbrauche, sondern ob die Mechanismen, mit denen sie gewonnen wird, CO²-neutral sind. Wenn man schon kontingentieren will, dann sollte man eher en CO²-Budget einführen und das Konzept des Emissionshandels auf die Endverbraucher herunterbrechen: Jeder Bürger hat eine gewisse m³-Menge pro Jahr frei, den Rest muss er zukaufen.
Wer bei Stromanbietern Kunde ist, die bevorzugt auf regenerative Energie und Kernkraft setzen[1], dessen CO²-Konto wird dann eben länger halten. Das Gleiche gilt für den Vielfahrer mit dem 5l-Auto vor der Tür und den Häuslebauer, der seine 4 Wände ordentlich isoliert und Solarzellen aufs Dach pappt. All diese können gegebenenfalls ihre Investitionen dadurch finanzieren, dass sie ihre eingesparten Emissionen an jene verkaufen, die stattdessen lieber mit dem Hummer zum Einkaufen fahren oder sich den Luxus antiquierter Glühlampen gönnen.
Es ist klar, dass unter diesen Umständen die deutschen Stromanbieter momentan noch massive Nachteile hätten, weil sie qua Ausstiegsverpflichtung keinen Kernenergiestrom anbieten können und im Mittel eine höhere CO²-Emission verursachen als beispielsweise ihre französischen Mitbewerber, aber das halte ich für ein lösbares Problem[2].
[1] http://www.dpg-physik.de/static/info...tudie_2005.pdf
[2] http://www.dpg-physik.de/info/stellu...rgie_1998.htmlGeändert von Düsentrieb_610 (18-03-2007 um 07:39 Uhr)
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18-03-2007 08:52 #5
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Also, nun geht es auch hier ums Geld und weniger um die Umwelt. Verbrauchsabhängige Besteuerung von Kraftstoffen oder Emissionen als neue Geldquelle des Staates ist irgendwie seltsam, weil diese Quelle ja -Vernunft der Bürger und Marktmechanismen vorausgesetzt - von selbst wieder versiegt. Dann hat man aber ein Problem an den Stellen, wo man die gewonnenen Mittel bisher zweckentfremdet eingesetzt hat. Man schafft sich also neue Haushaltslöcher und dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben, wofür der Bürger zahlen soll. Im gewissen Sinne setzt die Erhebung der Steuern ja eine Erwartung an die Unvernunft der Bürger voraus, sonst bleiben die Einnahmen aus.
Ähnliches gilt für diesen Emissionshandel. Wenn nun jemand daherkommt und ausrechnet, wieviel CO2 Normalmensch erzeugt und das als Freimenge definiert, sind wir bei einem Nullsummenspiel. Bringt also nichts außer dem Aufbau von bürokratischen Geldvernichtungsmechanismen, die das regulieren sollen.
Schon heute werden aber anderswo Einnahmen mit fieseren Methoden generiert, siehe Kinderlosenzuschlag in der Pflegeversicherung, die erwartet, dass jede/r 23jährige ein Elternteil ist. Eine Erwartung die angesichts der heutigen Ausbildungszeiten (Bildung ist unser höchstes Gut) und den Zeitpunkten, wo feste Bindungen entstehen utopisch ist. Jeder der das nicht schafft, zahlt die Zwangsabgabe.
Es ist also davon auszugehen, dass selbst der nach heutigen Maßstäben am umweltbewußtesten lebende Mensch Abgaben zahlen wird, obwohl ihm nichts anderes mehr übrig bleibt. Seit Jahr und Tag reden die Politiker davon den öffentlichen Nahverkehr statt des Autos zu nutzen (auch die Fahrkarten sind durch Ökosteuern teurer geworden) oder Elektrogeräte nicht in Standby zu betreiben. Gut, mache ich alles. Es wundert mich, dass das a) immer noch das große Problem und Einsparpontial sein soll, wenn es doch jeder schon x-mal gehört hat und b) fragt man sich, warum man sich dafür extra abschaltbare Steckdosen kaufen muß und es nicht in zumindest neugebauten Häusern in jedem Zimmer einen General-Ausschalter für sämtliche Stromleisten gibt (könnte auch Brände durch vergessene Kochplatten verhindern). Weiterhin könnten, bei der schon vorhandenen TÜV/GS-, Gema-, Sonstwas-Prüfung von hier verkauften Geräten jemand drauf achten, dass die nur zum Verkauf zugelassen werden, wenn sie einen Ausschalter haben. (Für Dänemark müssen alle Fahrzeughersteller ihre dort vertriebenen Wagen z.B. auch mit Blicklichtern an den Kotflügeln ausrüsten, was in anderen Ländern nicht der Fall ist, oder mit einer Kopplung von Zündung und Abblendlichtschalter). In die gleiche Kerbe schlägt die Frage, warum ich den heute im Drogeriemarkt immer noch eine normale Glühlampe für 70 Cent kaufen kann, wenn das inzwischen Teufelsdinger sind? Es kann doch keiner erzählen, dass Osram und Co es nicht schaffen würden, ihre Energiesparlampen mit einer üblichen Standardfassung E14 oder E27 zu versehen und zu vertreiben.
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