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  1. #1
    Avatar von Valas
    Valas ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.01.2004
    Beiträge
    2.710

    Pflichtlektüre

    Ich finde diesen Artikel sehr interessant und finde, dass man ihn durchaus mal lesen sollte:

    SPON
    Anglizismen sind Bullshit


    Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)


  2. #2
    WFZ
    WFZ ist offline "Absolvent" (80-149 Beiträge)
    Registriert seit
    06.05.2006
    Beiträge
    96
    Richtig, ein sehr guter Artikel.

  3. #3
    Pour ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
    Registriert seit
    16.03.2003
    Beiträge
    589
    Zitat Zitat von Valas
    Ich finde diesen Artikel sehr interessant und finde, dass man ihn durchaus mal lesen sollte:
    Was für eine Anmaßung diesen Artikel als Pflichtlektüre zu bezeichnen. Woher nimmst denn Du die Selbstgerechtigkeit uns vorzuschreiben, was wir lesen müssen?

    Der Artikel ist ziemlich miserabel. Er ist inhaltlich schlecht und stellt vollkommen zusammenhanglos und ohne jede Begründung, man muss schon wirklich sagen, wirre Thesen auf. Über die Selbstgerechtigkeit der Deutschen, über den deutschen Antiamerikanismus, über die Sicht der Deutschen auf die US-Amerikaner, die Gleichsetzerei von amerikanischer Regierung und Bevölkerung, dem unseriösen Übertreiben irgendwelcher so auch gar nicht behaupteter Unterstellungen gegenüber den US-Amerikanern seitens der Deutschen a la dick, dumm und engstirnig.
    Politisch und historisch weitgehend unterirdisches Niveau (z.B. Völkermorde, Angriffe), unbedarft in der Interpretation von Statistiken.
    Allgemein nichts weiter als eine Polemik gegenüber der SPD. Warum enthält uns aber der Verfasser vor, dass die Union damals mit in den Irak einmarschieren wollten und uns damals bereits Friedrich Merz und Angela Merkel davor gewarnt haben, dass uns viele Aufträge verloren gehen würden, die die irakische Regierung ausschreiben wird? Da ist die deutsche Industie bestimmt traurig, dass sie keine Geschäfte unten im Irak machen kann. Was denen da alles entgeht?

    Aber am besten ist die Intention dieses Artikels. Weil der Iran angeblich gefährlicher ist als die USA und ja bekanntlich den Weltfrieden bedroht (der Iran hat zuletzt Mitte vor 350 Jahren ein anderes Land angegriffen), ist natürlich auch jede Kritik an den Methoden der US-Regierung verboten. Da darf man einen Angriffskrieg führen, ein Land wie den Irak mit Terror überziehen, islamische Fundamentalisten groß ziehen (und sich danach wundern, dass man tatsächlich lauter Extremisten groß gezogen hat), Menschen systematisch foltern, Menschen willkürlich inhaftieren. Denn die US-Regierung, die sind die Guten. Die beschützen uns ja vor den Bösen. Die Bösen dürfen das natürlich nicht, denn die sind ja böse. Da braucht man auch gar keine Beweise. Es reichen alleine schon Behauptungen (z.B. Bau der Atombombe --> und die Beweise?).
    Genau diese unterschiedlichen Maßstäbe, die angelegt werden, machen die US-Regierung selbstgerecht und sie in den Augen vieler Menschen zu Heuchlern, die hinter einer schönen Fassade nur ihre Interessen durchsetzen oder die irgendwelcher Lobbies.

  4. #4
    Avatar von StudJurLMU
    StudJurLMU ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    27.06.2005
    Beiträge
    2.995
    Mir wird hier schon etwas zuviel Schwarzweißmalerei betrieben. Während der Artikel die USA als die Guten darstellen möchte, stellt Pour die Perser als harmlosen Unschuldsengel dar.
    Daß der unrasierte DDR-Moden-Träger aus Teheran natürlich eine Gefährdung für den Frieden in der Region darstellt, kann doch ernsthaft kein Mensch bestreiten. Schon das Anheizen der Aufstände im Irak spricht doch Bände.
    Daß die USA aber natürlich keineswegs engelsgleich das Gute auf der Welt verbreiten, ist auch klar; und daß eine amerikanische "Re-education" das letzte ist, was wir bräuchten, auch. Nur die Argumente, die gerade von Seiten der SPD (daher verstehe ich die Aufregung über eine angebliche Polemik gegen die SPD nicht) den USA entgegengeworfen sind, sind in der Regel nur billige Bauernfängerei.
    § 11.

  5. #5
    selberdenker ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    08.04.2005
    Beiträge
    988
    Der Artikel ist typisch Spiegel: feuilletonistisch und ein bißchen volkspädagogisch. Das liest sich durchaus witzig, aber als Pflichtlektüre würde ich es nicht bezeichnen. Das Problem an solchen Darstellungen ist immer, daß sie es eigentlich nie schaffen, historische Vorgänge aus der Sicht der Akteure zu erzählen, also ganz im Sinne v. Rankes "wie es eigentlich gewesen ist". Man deutet die Geschichte im Rückspiegel, ohne sich in die Interessen der Beteiligten und ihrer Gegner hineinzuversetzen. Sonst würde man darauf kommen, daß es bei Weltpolitik nicht um Moral, sondern um Macht geht und Gegner selten "böse", sondern im besten Fall "effizient" sind. Wenn ich alles aufzählen sollte, was ich in dem Artikel ungenau und pädagogisierend finde, würde ich hier drei Seiten vollschreiben. Insofern hat sich der Artikelschreiber mit der Zielvorgabe "Re-Education" schon den passenden Untertitel gewählt. Die lehne ich allerdings wie Stud ab. Wir hatten schon viel zuviel "Umerziehung" !

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