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  1. #1
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278

    Demo - für was?

    Anlässlich des Ersten Mai sind ja wieder in fast allen großen Städten Kundgebungen und andere Veranstaltungen angesagt.
    Während in Gelsenkirchen die Hauptveranstaltung des DGB abläuft, in der gegen Harz IV und Entlassungen, für Lohnerhöhungen und Mindestlöhne demonstriert wird, tobt hier in Dortmund der Kampf zwischen "links" und "rechts". Die einen haben brennbares Zeug auf die S- Bahnlinien gerümpelt und angezündet, die anderen blockieren die Rheinische Straße, so dass man die Innenstadt von den westlichen Stadtteilen aus nur über Schleichwege erreichen kann. Gerade erklingt vor der Tür des Kinder- statt Indernet Cafés das Tatü- tata der Feuerwehr und an allen Ecken hat sich das Grün- Weiße- Partyteam postiert.

    Ja, und da frage ich mich und damit Euch:

    Für was würdet Ihr demonstrieren gehen?

    Habt Ihr schon mal an einer Demo teilgenommen, und bekommt Ihr dann auch jedes Mal was auf die Schnauze, so wie unser guter Amor?

    Kann man sich überhaupt noch auf eine Demo trauen, wo sich dort doch nur der Mob zusammen rottet, der schon den ganzen Tag auf Krawall gebürstet ist.

    Glaubt Ihr, dass es überhaupt was bringt?

    Edit: Hier im Cafe demonstrieren die Punks gerade gegen den Durst; bei den türkischen Betreibern gibt's nur Bier OHNE Alkohol.
    Geändert von Astir01 (01-05-2007 um 16:06 Uhr)
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  2. #2
    Avatar von Valas
    Valas ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.01.2004
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    2.710
    In der Vergangenheit haben Demos wirklich etwas gebracht, daher denke ich, dass es auch in der Gegenwart und Zukunft möglich ist. Ein Beispiel aus meiner Heimat ist die legendäre Rücknahme einer Fahrpreiserhöhung um 10 Pfennig (damit hat vor dem Eurocent bezahlt )

    Ich hab an zwei Demos teilgenommen, die waren gegen die damalige Bildungssenatorin gerichtet. Waren auch recht erfolgreich, sie ist zurückgetreten. War sehr friedlich da und daher auch keine Gefahr sich eine einzufangen.

    Sonst halte ich da nicht viel von, da man auf Demos nur wirklich gut gegen oder für einen sehr einfachen Sachverhalt sein kann. Sonst kann man das ganze ja nur schlecht verkaufen. Es gibt derzeit nichts massen taugliches zu dem ich einfach mal so ja oder nein sagen kann. Daher wird man mich derzeit nicht auf Demos finden.

    Zum Glück bringen über 90% der Demos nichts, denn wirklich Massendemos gibt es ja nur sehr selten und ansosnten würde sich ja eine Minderheit gegen eine Mehrheit durchsetzen, nur weil sie lauter brüllt und nicht weil die Argumente besser sind.
    Anglizismen sind Bullshit


    Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)


  3. #3
    Giftzwergin ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    24.05.2005
    Beiträge
    2.313
    man kann sich so ziemlich immer auf demos trauen, man muss nur wissen, wie mans anstellen muss, dass man genauso laut brüllt, aber nix auf die nase kriegt. mit anderen worten: man muss die grenze kennen, man muss außerdem lernen zu erkennen, ab wann die polizei wahllos knüppelt, egal, ob man friedlich war oder nicht.
    klar, einfach mal randale um der randale willen, ist blödsinn. aber es gibt situationen, da würde ich es verstehen, wenn leute steine werfen (ist mir aber gott sei dank noch nie passiert!!). es gibt dinge, die muss man um jeden preis verteidigen, freiheitsrechte und gerechtigkeitsprinzipien z.b. und es gibt auch ungerechtigkeiten, die man sich irgendwann nicht mehr gefallen lassen kann. wie gesagt, gott sei dank ist mir das noch nie so passiert, aber es gab durchaus situationen, da weiß ich nicht, was passiert wäre, wenn nicht ruhigere menschen (z.b. amor, der kriegt nämlich, glaub ich, ziemlich selten was ab ) mich weggezogen hätten, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

    und irgendwas bringt eine demo immer, und sei es nur, dass ein thema in der öffentlichkeit bleibt. eine demo ist ein ausdruck des volkswillens und kann damit nicht einfach auf dauer ignoriert werden - wichtig ist eigentlich nur, wer den längeren atem hat, die demo oder die anderen.
    ...Deutschland, wir weben dein Leichentuch, wir weben hinein den dreifachen Fluch...

    Ich bin ein Held - ich muss besser sein als ein Monster!! (mit bestem Gruß an den Fußnackenmasseur...)

    Mehr Hunde für Deutschland!

  4. #4
    krischan Gast
    Lieber Astir,

    es heisst "wofür" und nicht "für was". Aber sonst stellst Du durchaus die richtigen Fragen.

    Giftzwergin, "den" Volkswillen gibt es nicht. Hier in Erfurt, wo ich wohne, war die eine Demo vom DGB organisiert, die zumindest meinen Willen nicht vertreten - beschämend auch, dass sie zwar Platz für die KPD, den Freidenkerbund und noch andere marxistische Splittergruppen hatten, die CDU aber ganz woanders aufbauen musste - soviel zur Unparteilich- und -parteiischkeit der Gewerkschaften. Die andere Demo war von der NPD organisiert, die nun überhaupt nicht den großen Teil des Volkes, ergo auch nicht dessen Willen vertritt. Nun, das dritte Event war genau genommen keine Demo, sondern die Mercedes-Sternfahrt (viele alte Autos gucken, und alte Rocker von den Puhdys liefern den Soundtrack).

    Ich hab mir, weil ich ja ein politisch denkender Mensch bin, mal die DGB-Kundgebung und die Info-Stände angetan. Und ich muss sagen, Meinungsfreiheit ist was tolles, so ist es doch jedem erlaubt, auch den größtmöglichen Unsinn verbreiten zu dürfen. Sehr unterhaltsam. Nunja, die Rede vom Herrn Bsirske für Mindestlohn ist schon etwas scheinheilig, zahlt er doch selbst in seiner Gewerkschaft nicht annähernd einen...Wein predigen, Wasser trinken etc.

    Dinge, für die ich demonstrieren würde? Für die Freiheitsrechte, klar. Gegen Antisemitismus. Gegen Dummheit und Ignoranz (aber da würde ich aus dem Demonstrieren nicht rauskommen). Gegen das Schweigen der Welt im Darfur-Konflikt (warum auch, die Opfer sind ja keine Palästinenser). Und derlei Dinge.

    Krischan

  5. #5
    Avatar von Valas
    Valas ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.01.2004
    Beiträge
    2.710
    Zitat Zitat von krischan Beitrag anzeigen
    Nunja, die Rede vom Herrn Bsirske für Mindestlohn ist schon etwas scheinheilig, zahlt er doch selbst in seiner Gewerkschaft nicht annähernd einen...Wein predigen, Wasser trinken etc.
    Hey, die dürfen nicht mal eine Gewerkschaft gründen

    Gegen das Schweigen der Welt im Darfur-Konflikt (warum auch, die Opfer sind ja keine Palästinenser).
    Ich würde sagen, dass eher umgekehrt ein Schuh draus wird, die Täter sind keine Juden oder Amerikaner oder Konzerne. Alles andere ist für Berufsdemonstranten doch völlig uninteressant.
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