Das gleiche wollte ich eben posten .... jetzt muss ich mir schon keine Gedanken mehr machen
Ich finde es schade, dass Politiker schon nicht mehr nach Überzeugung handeln können, sondern nur noch nach dem, was machbar ist. Aber gegen die Heuchelei in der zweiten Reihe (Verbände, Gewerkschaften, Vereine, Lobbys) ist Politik ja noch richtig harmlos.
Thema: Globalisierung
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30-05-2007 22:49 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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- 8
Globalisierung
Hallo zusammen,
weil ja jetzt bald der G8 gipfel ansteht,
möchte mal gern wissen was ihr von den folgenden thesen haltet:
1. Jeder entwicklungshelfer, bzw. jeder der die Situation auf der Welt erträglicher gestalten möchte, müsste für die Globalisierung sein.
2. Jeder der für Lohnerhöhungen in Deutschland demonstriert (IG Metall, Verdi etc.) und gleichzeitig für bessere Lebensbedingungen in Afrika etc. hat noch nicht so ganz verstanden wie Wirtschaft funktioniert oder kann nicht klar denken.
Bevor jetzt die ersten wütenden proteste kommen, nochmal der hinweis: Es sind nur zwei thesen. Sie haben deshalb ihre berechtigung, weil ich manchmal glaube, dass die leute die gegen etwas sind (wie z.b. Globalisierung) nicht wirklich nachdenken und es eben so kommen kann, dass ein und die selbe person gegen die globalisierung, für die bekämpfung der armut in entwicklungsländern und eben noch für bessere arbeitsbedingungne in deutschland ist.
würde mich interessieren was ihr von dem ganzen so denkt,
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31-05-2007 18:41 #2In theory there is no difference between theory and practice; in practice there is.
Der Unterschied zwischen einem Propheten und einem Philosophen ist, dass der Philosoph Fragen stellt, die niemand beantworten will und der Prophet Antworten hat nach denen niemand gefragt hat.
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31-05-2007 20:27 #3
Tja, aber das ist eben die Frage von Glauben und Wissen, oder besser, von Wunsch und Wirklichkeit.
Jeder der bei den Discountern einkauft weiß, dass er da gerade etwas macht, dass nicht unbedingt gut für die Umwelt oder seine Mitmenschen ist. Aber das interessiert halt so lange nicht, wie es um das eigene Wohlbefinden geht.
Ebenso ist es schon ziemlich interessant das sehr viele Wähler die sich selbst als ökologisch Orientiert bezeichnen weit draußen im Grünen wohnen und mit alten, keiner Abgasnorm entsprechenden Wagen zur Arbeit tuckern.
Die Liste der Beispiele ist endlos, aber ebenso ist es die Dummheit der Menschen
Anglizismen sind Bullshit
Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)
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01-06-2007 19:40 #4
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Dazu müsstest Du aber zuerst erörtern, was Du unter Globalisierung verstehst.
Zitat von balou der bär
Nicht nur besteht hinsichtlich dieses Begriffs ein heilloses Durcheinander, sondern auch hinsichtlich dessen, wie man die Protestierenden bezeichnet. In den Medien und vielfach auch in wissenschaftlichen Artikeln wird der Eindruck erweckt, als ob es sich um Gegner handeln würde. Attac als eine der Dachorganisationen nennt sich z.B. selber globalisierungskritisch. Das gilt auch für eine weitere Zahl großer Organisationen. Gegen Globalisierung hat niemand etwas, solange sie gerecht abläuft. Das führt aber wiederum dazu, zu erklären, was man unter gerecht und ungerecht versteht.
Interessente These, vielleicht eher eine Hypothese. Denn das einzige Argument, das ich entdecken kann, lautet "hat noch nicht so ganz verstanden wie Wirtschaft funktioniert oder kann nicht klar denken."2. Jeder der für Lohnerhöhungen in Deutschland demonstriert (IG Metall, Verdi etc.) und gleichzeitig für bessere Lebensbedingungen in Afrika etc. hat noch nicht so ganz verstanden wie Wirtschaft funktioniert oder kann nicht klar denken.
Du wirst also nicht umhin kommen, diese These auch zu ergänzen.
So ganz nebenbei: Was hat eigentlich der G8+1 Gipfel mit Afrika zu tun?
Der G8+1 Gipfel hat mit dem Weltwirtschaftsgipfel, der WTO, Gatts, Trips, usw. zu tun. Aber um eine positive Entwicklung in anderen Staaten jedoch nicht. Den Mitgliedern des G8+1 Gipfels fehlt dafür ja auch jede Legitimität, auch wenn sie sich gerne diese herausnehmen.
Über eine Entschuldung im Rahmen der Pariser Geberkonferenz oder des G8+1-Gipfels, immerhin ein Stichpunkt von Frau Merkel bzgl. Afrika, muss man an sich auch nicht diskutieren. Der Großteil der Schulden und Zinslasten afrikanischer Staaten sind laut dem IWF "odious debts" und müssen daher gar nicht zurückgezahlt werden. Dem Irak wurden 2004 auf diesem Wege die Schulden gestrichen. Im übrigen nicht erlassen, sondern als ungültig erklärt, da sie unlauter (odious) sind. Ganz im Gegenteil müssten viele afrikanische Staaten von Banken und europäischen und arabischen Staaten und den USA noch Geld erhalten (Ausgleich für zu viel gezahlte Schulden und Zinsen). Die Umsetzung dessen wird aber im Rahmen des IWF verhindert, da die Stimmmehrheit bei den Haupteinlegern (Staaten treten hinsichtlich dessen nur notariell für Banken auf) liegen. Mit Mehrheit bestimmt dort die USA, gefolgt von Saudi-Arabien.
Nehmen wir mal ein Land wie Mali. In den 60er Jahren hat laut dem Churchgate-Committee der CIA einen Putsch gegen den Präsidenten eingeleitet und einen Militär an die Macht gebracht. Dieser wurde durch Entwicklungshilfe (der Großteil der Entwicklungshilfe nicht nur nach Afrika nahm diese Form an bis 1991/Ende des Kalten Krieges) und Kredite unterstützt. Diese Kredite nehmen das Volumen von 4 Mrd. Dollar an. Mali zahlt nun etwa 40% seines Etats nur für die Zinstilgung.
Aber warum sollte irgendein Malier einer Bank oder einem Staat Geld zahlen, nach dem diese Bank oder dieser Staat einen Diktator über 25 Jahre unterstützt hat? Ganz im Gegenteil müssten sich doch Bankmanager und (ehemalige) Staatsführungen dafür verantworten einen Massenmörder unterstützt zu haben. Aber ich denke nicht, dass sich in absehbarer Zeit ein Manager deswegen verantworten muss. Und wenn doch, wird er schneller Amnestiert als Krupp von Adenauer.
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02-06-2007 23:55 #5
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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hey Pour,
danke für die antworten,
also unter globalisierung würd ich der grundsätzlich mal die schneller abwicklung von transport und informationsströmen verstehen zumindest was das wirtschaftliche betrifft. Alles andere leitet sich meist daraus ab.
Was ich noch interessant in deiner antwort finde ist, dass du schreibst "wenn die globalisierungs gerecht gestaltet werden würde..." denke ich weiß was du meinst, aber das ist finde ich auch ein recht heikles thema, denn die globalisierung ist ja nicht bei null gestartet, kriege, der imperialismus und andere faktoren, die dazu geführt haben das sich der westen z.b schneller entwickelt hat als afrika, haben auch dazu beigetragen. Wenn man es krass sieht kann man auch sagen, dass die ausgangssituationen nicht die gleichen sind, also dass z.b. das klima in afrika, die bodenschätze in europa etc. .. und das darin schon mehr oder weniger die ursache liegt warum einige kulturen sich schneller entwickelt haben als andere, aber ich gebe zu das ist jetzt etwas sehr weit ausgeholt (aber dennoch richtig, denke ich)
was meine 2 these betrifft so lass ich die gerne als hypothese durchgehen, denke man versteht was ich sagen will.
Den zusammenhang zwischen dem g8 gipfel und afrika sehe ich darin, dass es ja mal wieder um schuldenerlass für afrika, entwicklungshilfe etc geht.
Und viele menschen dafür demonstrieren dass die welt gerechter wird, dass die armen bessere lebensbedingung bekommen, dass nicht jedes 3 neugeborene innerhalb der ersten 5 jahre stirbt...
Denke das ist so mein gedankengang gewesen.
Finde die forderungen in einer gewissen weise auch gut, ist ja klar, aber auf der anderen seite weltfremd und heuchlerisch.
Denn wer von den leuten die da demonstrieren kauf z.b. fair trade produkte oder würde mehr für kleidung ausgeben die nicht von kindern hergestellt worden sind.
Finde diese Leute machen sich nicht klar, dass bei einer globale umverteilung der lebensstandard der westlichen welt und vor allem von deutschland so nicht zu halten ist und sie nicht den preis zahlen wollen.
Auf der anderen Seite wird diese globale umverteilung am stärksten durch die globalisierung angetrieben, wodurch also folge unser lebenstandard sinken und der der ärmeren länder sich angleichen wird (z.b. wie es im moment mit polen und deutschland passiert im rahmen der eu-aufnahme).
Deshalb ist es so irrational gegen etwas zu demonstrieren (globalisierung) was eigentlich dazu führt das zu verwirklichen was sie auf der anderen seite fordern (gerechtigkeit, bessere lebensbedingungen etc.). ( hoffe man versteht das)
hoffe auf antwort
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