uiuiui, gutes thema. also, natürlich unschönes thema, aber gut, dass hier auch mal jemand die notwendigkeit sieht, darüber zu reden.
aber antworten kann man da wohl kaum geben, oder? wieso schließen andere davor die augen? vielleicht aus scham, dass so etwas in ihrer familie passiert? weil eigentlich sind es ja immer nur "die anderen", die gewalttätig sind oder bei denen die kinder missbraucht werden. und dann tut man natürlich auch nichts dagegen, damit würde man es ja publik machen. abgesehen davon haben wohl auch etliche angst vor den folgen eines eingreifens. man könnte damit menschen verlieren, die einem wichtig sind. oder aber man könnte plötzlich auch angegriffen werden.
menschen sind so. menschen haben angst.
und ja, als frau musst du theoretisch immer noch mehr angst haben. gerade bei alkoholisierten männern. das ist traurig, aber leider eine tatsache. potenziell - und das klingt jetzt zwar böse, aber ist leider meine meinung dazu - ist jeder mann ein vergewaltiger, schon aufgrund seiner biologischen ausstattung, die ihn zu eine vergewaltigung befähigt. die frage ist nun nur, ob er dies für moralisch falsch und verwerflich hält und sich auch so weit unter kontrolle hat. aber sobald alkohol im spiel ist, sinken ja mal bekanntlich ne menge hemmschwellen. und deshalb ist jeder betrunkene mann eine potenzielle gefahr.
das sollte natürlich nichts an der offenheit ändern, man kann ja schließlich nciht sofort davon ausgehen, dass einem tatsächlich jeder sofort was tut, nur weil es potenziell möglich wäre. deshalb gibt es selbstverteidigungskurse und deshalb gehört selbstverteidigungstraining meiner meinung nach auf den lehrplan des sportunterrichts (dann wäre der endlich mal zu was gut). denn manchmal irrt man sich halt, und der eben noch so nette mensch neben einem wird doch zum monster. da helfen dann eben nur noch gezielte schläge, pfefferspray, schreie und die polizei.
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24-07-2007 15:19 #1Seelenblume Gast
Gewalt, sexuelle Gewalt, Mann-Frau-Verhältnis
Hallo Ihr,
ich habe aus gegebenem Anlass eine wichtige Sache auf dem Herzen. In den vergangenen zwei Jahren ist mir immer und immer wieder das Thema Gewalt begegnet; oft war ich persönlich betroffen, und viel habe ich auch mit anderen Betroffen über Ursachen, Ausprägungen und Konsequenzen gesprochen. In der letzten Woche kam es in meinem Freundeskreis zu sexueller Gewalt und aggressiver Gewalt im Allgemeinen, sodass ich gerade daran arbeite, mit der Sache umzugehen, mich mit anderen Betroffenen austausche und für mich Konsequenzen ziehe. Mir kommen in Gesprächen darüber immer wieder Gefühle und Fragen hoch, die sehr unangenehm sind, z.B. :
- Wieviel Prozent wirklich unbittelbar Beteiligter schließen die Augen davor?
- Wieso dieser Täterschutz und wie groß ist die sich gegenseitig verteidigende Männerfront?
- Wieso tun so wenig Menschen etwas gegen Gewalt, wenn es in ihrem Umfeld stattfindet?
- Was kann ich selbst als Betroffene tun, wenn mir Gewalt angetan wird?
- Darf ich mich nicht mehr in Gegenwart alkoholisierter Männer begeben, weil ich Angst vor sexuellen Übergriffen haben muss?
- Wie kann ich mich als Frau schützen?
- Wie kann ich meine Offenheit und Freundlichkeit mit einer Schutz- und Abwehrnotwendigkeit kombinieren?
...
Dies hier ist ein riesiges, sehr komplexes Thema. Ich stelle es erst einmal so rein und hoffe auf rege Beteiligung. Wer sich öffentlich nicht äußern mag, aber auch Erfahrungen gemacht hat, die er gern mitteilen würde, kann mir auch gern eine PN schreiben.
Danke euch.
Blume
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24-07-2007 19:12 #2
"Dekan" (1500-2999 Beiträge)
- Registriert seit
- 24.05.2005
- Beiträge
- 2.313
...Deutschland, wir weben dein Leichentuch, wir weben hinein den dreifachen Fluch...
Ich bin ein Held - ich muss besser sein als ein Monster!!
(mit bestem Gruß an den Fußnackenmasseur...)
Mehr Hunde für Deutschland!

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25-07-2007 00:05 #3
"Doktorand" (150-299 Beiträge)
- Registriert seit
- 12.03.2006
- Beiträge
- 210
Ich glaube ein Problem ist, dass es hier in Deutschland (nicht nur hier, aber auch hier) ein Rechtsverständis gibt, nach dem Gerichte Fälle objektiv beurteilen können . Das heißt die Gerichte können nach dieser Logik auch feststellen, ob sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen etc. stattgefunden haben.
Dass Grenzen von Menschen subjektiv sind, damit auch Grenzverletzungen für unterschiedliche Menschen an unterschiedlichen Punkten beginnen und stattfinden spielt in dieser Rechtslogik keine Rolle.
Als Reaktion auf die Subjektivität von Grenzen und Grenzverletzungen und ihrer Nichtbeachtung in unserer Gesellschaft gibt es feministische Gruppen, die mit dem Begriff Definitionsmacht arbeiten. Das heißt, nur die betroffene Person kann benennen, was für sie Grenzverletzungen sind und wenn eine Person Grenzverletzungen benennt, wird ihr geglaubt und das Gesagte nicht in Frage gestellt. Nach diesem Prinzip arbeiten auch viele Beratungsstellen (zumidest die ich kenne).
Für Betroffene sexualisierter Gewalt gibt es viele Beratungsstellen, für Betroffene häuslicher Gewalt Frauenhäuser. Im Rahmen der G8-Proteste gab es auch eine antisexist-contact & awareness-group, die Anlaufstelle für Menschen war, die Grenzverletzungen/sexualisierte Gewalt während der Proteste erfahren haben.Geändert von auf-Gottes-Wegen (25-07-2007 um 00:10 Uhr)
Euer Finale war am 8. Mai 1945!
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25-07-2007 12:57 #4Seelenblume Gast
giftzwergin, ja, menschen haben angst. wovor aber haben sie angst, wenn sie sich eingestehen würden, dass es menschen gibt die tatsächlich diese schwäche haben und andere auf diese weise verletzen und nötigen?
die situation in meinem umfeld spielte sich nämlich so ab, dass person x von person y den ganzen abend belästigt wurde, zwar grenzen gesetzt hat, diese aber nicht eingehalten wurde. es kam zur eskalation, zu einem festhalten von person x in der küche, später dann beleidigungen und drohungen. person z, die sowohl mit person x also auch mit y gut bekannt ist, sagte sinngemäß etwas wie: "Person x hätte eben gehen müssen, außerdem ist es verständlich dass ein mann aggressiv wird wenn er eine frau will, sie ihn aber nicht!"
gestern meinte person z dann, person x solle sich lieber um eigene sorgen und probleme kümmern statt sich durch person y verletzt zu fühlen.
...
das zum beispiel sind reaktionen, die ich nicht verstehe, die für mich unter täterschutz fallen und für mich auch kaum erklärbar sind.
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25-07-2007 13:03 #5Seelenblume Gast
auf-gottes-wegen,
Ja, Menschen haben verschiedene Grenzen. Deswegen gibt es und kann es keine allgemeine Definition geben. Dennoch ist eine Grenze dann vorhanden, wenn man sie durch Worten oder Verhalten sichtbar macht. Wird diese Grenze dann nicht akzeptiert, gibt es eben diese Grenzverletzungen.Dass Grenzen von Menschen subjektiv sind, damit auch Grenzverletzungen für unterschiedliche Menschen an unterschiedlichen Punkten beginnen und stattfinden spielt in dieser Rechtslogik keine Rolle.
Diese Beratungsstellen, von denen du sürichst, sind mir bekannt. Nun weiß ich aber, dass Opfer nicht immer die Kraft finden, mit einer für sie fremden Person über ein derart heikles Thema zu sprechen. Das ist ein Punkt, der mich ziemlich traurig macht, denn oft fällt die Hilfe, die man im Freundeskreis erwartet, eben ganz anders aus und es kommt zu Schuldzuweisungen, Misstrauen, Verleumdungen etc. Ich habe von vielen Opfern gehört, wie sie letzten Endes selbst am Wahrheitsgehalt der Situation(en) zweifeln.
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