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  1. #1
    LaVidaEsLoca Gast

    Dieses ewige Streben nach Mehr.

    Ich schaue mir unsere Gesellschaft so an und finde dass die wenigsten glücklich sind, nein, noch nicht einmal zufrieden.
    Fast jeder (ich eingeschlossen) befindet sich in einem ständigen Zustand des Strebens. Wir versuchen uns gesellschaftlichen Normen zu unterwerfen, unser Leben nach einem Set von Regeln zu führen dass uns glücklich machen soll.
    In der heutigen Welt ist die Auswahl an glücksbringenden Maßnahmen groß- und dennoch finden die wenigstens was sie wollen. Jeder jagt seiner Vorstellung von Glück hinterher. ZB. durch verschiedene Religionen, dem Aufgehen in der humanitären Arbeit, dem Streben nach Macht, Ruhm, Geld, Schönheit, Jugend...
    Und in seiner sozialen Umgebung immer schön angepasst sein, sich nicht weiterentwickeln. Oder rebellieren für das Rebellieren an sich, auch eine andere Form der Angepasstheit.
    Die Menschheit entwickelt sich kollektiv sehr langsam weiter. Es gibt wenige Individuen die nicht angepasst sind und die gehen oft daran kaputt. Die meisten Menschen können gar nicht selber denken und wissen gar nicht was mit ihnen passiert in diesem Leben. Die leben einfach vor sich hin und kämpfen gegen jede Welle die auf sie zurollt, freuen sich wenn sie mal obenaufschwimmen und ärgern sich wenn nicht. Aber hinterfragen nie warum sie überhaupt mitschwimmen. Die wenigsten hören auf sich selbst und suchen ihren individuellen Weg zum Glück.
    Es ist doch so.
    Die Leute arbeiten und sind in Gedanken schon bei der Beförderung, dem besseren Job, der Gehaltserhöhung.
    Sie leben in einer Beziehung und sehnen sich eigentlich frei zu sein, sind sie frei, suchen sie eine Beziehung.
    Sie unterdrücken ihre Bedürfnisse aufgrund von Vorstellungen wie sie zu sein haben.

    Die Frage stellt sich dann doch: Wie ist der Mensch wirklich, was braucht er zum zufriedenen Sein, wie kann der Teufelskreis des Strebens unterbrochen werden?

    Hey, ich schau mir die Leute an und frage mich sind sie glücklich? Nein sind sie nicht, jeder schaut schon immer da und dort hin und hat was auf der Seele was erledigt werden muss.

    Mich würde mal interessieren, wenn ihr wählen könntet wie ihr leben wollt, frei von allen gesellschaftlichen Zwängen und Notwendigkeiten, was kommt dann spontan aus euch raus? Ohne auf wirtschaftliche Nöte und Moral zu achten. Wann wart ihr glücklich in eurem Leben, wenn auch nur für einen kurzen Moment?
    Oder weiß man das gar nicht?

  2. #2
    Seelenblume Gast
    Hallo. Ich bin müde, möchte aber dennoch hier kurz antworten. Schau dich mal im Buddhismus um, dort findest du viele Antworten auf deine Fragen. Natürlich nicht die, die eine persönliche Stellungnahme erbeten, doch aber jene, die fragen: "Wie breche ich aus dem Kreislauf des ewigen Strebens aus?"

    Später vielleicht mehr dazu.
    Gute Nacht,
    Liebe Grüße
    Blume

  3. #3
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    18.06.2006
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    Zitat Zitat von Goethes Faust
    Werd ich zum Augenblicke sagen:
    Verweile doch! du bist so schön!
    Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
    Dann will ich gern zugrunde gehn!
    Dann mag die Totenglocke schallen,
    Dann bist du deines Dienstes frei,
    Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
    Es sei die Zeit für mich vorbei!
    Mag das ewige Streben vielleicht damit zusammenhängen? Also, als Sinn des Lebens.

  4. #4
    Avatar von chowdy
    chowdy ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    31.07.2003
    Beiträge
    2.056
    Zitat Zitat von LaVidaEsLoca Beitrag anzeigen
    Hey, ich schau mir die Leute an und frage mich sind sie glücklich? Nein sind sie nicht, jeder schaut schon immer da und dort hin und hat was auf der Seele was erledigt werden muss.

    Mich würde mal interessieren, wenn ihr wählen könntet wie ihr leben wollt, frei von allen gesellschaftlichen Zwängen und Notwendigkeiten, was kommt dann spontan aus euch raus? Ohne auf wirtschaftliche Nöte und Moral zu achten. Wann wart ihr glücklich in eurem Leben, wenn auch nur für einen kurzen Moment?
    Oder weiß man das gar nicht?
    Ich selbst lebe bereits das Leben was ich schon immer wollte. Was aber nicht heißt das ich nicht Pläne/Wünsche/Träume für die Zukunft habe. Ich bin ja gerade erst am Anfang. Ich bin sogar der Meinung: Einer der Sinne im Leben ist, das die Dinge so laufen wie man es sich vorstellt.Klar gibt es immer Rückschläge, aber solange man "das große Bild" (also das was man sein, haben möchte, wo man hin möchte) im Kopf hat, sind auch diese Rückschläge nicht schlimm.
    Natürlich lebe auch ich "sozial angepasst", heißt:
    - ich zahle dem Finanzamt brav steuern
    - ich zahle brav und pünktlich alle meine Rechnungen
    - ich bin sogar meißtens schon um 9 Uhr im Büro
    usw.,usw.....Allerdings tue ich trotzdem mein Ding.

    Ich glaube es gehört zu der schlichten Natur des Menschen immer "mehr" haben und sein zu wollen. Ist ja auch gut so, sonst würden wir immer noch in Höhlen leben und Grunzlaute von uns geben.

    Es ist auch nicht verkehrt nach "mehr" zu streben, nur sollte man aufpassen das man dadurch nicht im Hamsterrad landet.
    Die Menschen die unglücklich und gestresst sind, befinden sich sehr oft in einem "Konsumhamsterrad".
    Man kann das jeden Tag beobachten: die Familienväter sind gestresst, weil ja das Reihenhaus, die zwei überdimensionierten Autos und 3x Urlaub im Jahr bezahlt werden muss. Ich lebe in der Nähe eines Kindergartens. Da kann man jeden Tag sehen wie ein einzelnes! Kind in einem völlig überdimensionierten Van/SUV dorthin kutschiert wird. Und nätürlich sind entsprechende Fahrzeuge nicht älter als 3 Jahre. Allerdings sicher nicht bar bezahlt, sondern dafür wurden fleißig Schulden gemacht.Tut es ein gebrauchter Polo nicht auch?

    Wenn die Mittelschicht anfängt, die Reichen in Ihrem Lebensstil zu kopieren, wird es doch nur für die Mittelschicht stressig und frustrierend.
    Ein netter Artikel hierzu im Spiegel. Trifft auch auf Deutsche Mittelschicht zu:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,497810,00.html

    Hinzu kommt, statt abends vor der Glotze zu sitzen sollte man über seinen persönlichenb Weg, seinen persönlichen Sinn im Leben nachdenken.
    Das geht natürlich nicht in einer Stunde sonder ist ein sehr, sehr langer Prozess.
    Wenn man dann einige Antworten für sich gefunden hat, lebt es sich extrem enspannter.

    So, das war mein überaus schlaues Wort zum Donnerstag

    Grüße
    chowdy
    http://captainstory.blogg.de > Neu: captain domination

    My philosophy is to experience paradise during this lifetime and not "maybe" after. I am taking full advantage of my timeslot in this world and I encourage you to do the same. Crucial parts of my philosophy are extreme experiences and emotions.

    Thank god, I'm not ugly!

  5. #5
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.691
    Zitat Zitat von chowdy Beitrag anzeigen
    Ich lebe in der Nähe eines Kindergartens. Da kann man jeden Tag sehen wie ein einzelnes! Kind in einem völlig überdimensionierten Van/SUV dorthin kutschiert wird. Und nätürlich sind entsprechende Fahrzeuge nicht älter als 3 Jahre. Allerdings sicher nicht bar bezahlt, sondern dafür wurden fleißig Schulden gemacht.Tut es ein gebrauchter Polo nicht auch?
    Hmm. Für den gebrauchten Polo muss man so viel Geld in der Werkstatt für Reparaturen lassen und die Kfz-Steuer schlägt heftig zu, wegen der Umweltbelastung durch das alte Gefährt und sicher ist das einzeln in der Tagesstätte abgelieferte Kind trotzdem nicht allein. Es hatte vielleicht nicht das Glück ein Zwillingsgeschwisterchen zu haben, aber vielleicht sind die Brüder und Schwestern älter und gehen schon zur Schule. Da kutschieren Mama oder Papa vorher durch die halbe Stadt, um jeden an seinem richtigen Ort abzuliefern. Oder aber die anderen fahren mit dem Rad zur Schule. Wenn es in den Familienurlaub oder auch nur zum Einkaufen geht, braucht man das große Auto auch wieder.

    Gut, in meinem Bekanntenkreis gibt es auch eine Familie mit vier (inzwischen erwachsenen) Kindern, die früher auch nur einen Trabant 601 hatten, aber die Beförderung von 6 Personen in so einem Gefährt wäre auf Grund der heutigen Verkehrsvorschriften wohl nicht mehr zulässig und ist ja auch abhängig von Masse, Länge und Breite der zu befördernden Personen.

    Die Van/SUV-Gefährte werden nach meiner Ansicht schon auf Grund des Bedarfs gekauft und weniger weil sie ein Statussymbol darstellen sollen. Dafür gibt es andere Autos, wo man zeigen kann, was man sich alles auf Pump kaufen kann.

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