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Umfrageergebnis anzeigen: Für wen bringt ihr (wenn überhaupt) Verständnis auf?

Teilnehmer
33. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Verständnis für die GDL

    17 51,52%
  • Verständnis für die DB

    6 18,18%
  • Kein Verständnis für beide, diese Sturköpfe sollen sich endlich bewegen

    10 30,30%
  • Ist für mich uninteressant, bin auf DB nicht angewiesen

    0 0%
+ Antworten
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Ergebnis 1 bis 5 von 72
  1. #1
    Avatar von Seeotter
    Seeotter ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    13.01.2005
    Beiträge
    1.001

    Streik der GDL

    Wie steht ihr zu dem Streikszenario, das in letzter Zeit immer wieder auftritt?
    Geändert von Seeotter (17-10-2007 um 14:43 Uhr)
    Sag den Problemen, ich komme nach dem Frühstück. Aber sie brauchen nicht auf mich zu warten. Echt nicht.

    Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade daraus!

    Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die ist in Christus Jesus, unserem Herrn. (Römer 8, 38-39)

  2. #2
    Avatar von XrayEyes
    XrayEyes ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    01.03.2004
    Beiträge
    1.055
    Tja...

    freies Unternehmen = Streikrecht für die Mitarbeiter.

    Ist halt blöd, daß das jetzt ein Unternehmen betrifft das quasi die Lebensader von Deutschland bildet, aber das hätte man sich auch vor der Privatisierung überlegen können...

    Science flies you to the moon.
    Religion flies you into buildings.


  3. #3
    HNT
    HNT ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
    Registriert seit
    10.06.2007
    Beiträge
    444
    Ich arbeite bei der SBB.
    Für mich ist die DB ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Und na ja, das ein weiteres Szenario. Wobei ich auch bei uns sehe, wie sich die Lokführer häufig als etwas Besseres fühlen, - was sie definitiv nicht sind, - Lokführer sind ungefähr gleich viel wert wie Lastwagenchauffeure. Wenns grün ist geben sie Gas, und wenns rot ist bremsen sie. Mehr machen sie nicht. WIR machen mehr, werden aber gleich oder schlechter entlöhnt.
    Also, 1. hab ich kein Verständnis dafür wenn Lokführer jammern, 2. hab ich kein Verständnis dafür wenn sie sich vom übrigen Personal der Bahn abkoppeln wollen (Stationspersonal muss mehr denken, Rangierarbeiter leben mit einem grösseren Risiko)....

    Aber gut, dass die Führung der DB ziemlich assozial ist, kann ich mir auch gut vorstellen.
    Nur, echt, dass die Lokführer ihr eigenes Süppchen kochen wollen, dafür hab ich null Verständnis. In einem Unternehmen sitzen ALLE im selben Boot und kämpfen ALLE für dasselbe Ziel!!!
    Liebe Grüsse, der Menschenfreund.

  4. #4
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.691
    Ich habe jetzt schon mehrere freundliche Mails an die GDL geschrieben, die ja den Osten Deutschlands ganz massiv bestreikt und musste an den beiden letzten Wochenenden auf meine Heimfahrt verzichten, weil wirklich gar nichts fuhr. Vor zwei Wochen der DB-"Notfahrplan", der nicht berücksichtigte, dass ohnehin der Verkehr auf meiner Strecke sehr zäh ist, wegen Bauarbeiten und planmäßigen Ausfällen und letzte Woche der Totalstreik am Freitag.

    Mit Schrecken sehe ich also dem morgigen Tag entgegen.

    Vor allem dieses Gezerre um einzelne Worte "eigen" oder "eigenständig". Wollen wir das jetzt "Gespräch" oder "Verhandlung" nennen und diese Dickköpfigkeit der Herren Schell und Mehdorn stören mich gewaltig.

    Im übrigen sei erinnert, dass die GDL ihre Stimmung seltsamerweise immer mal wieder wechselt. Zum Anfang des ganzen wollte sie nämlich immer verhandeln und wurde nur zu Gesprächen eingeladen. Nun ist es andersrum und es passt ihr wieder nicht.

    Ich wäre dafür, die beiden Elefanten bei Wasser und Brot in einer höher gelegenen Etage des Bahntowers einzusperren und erst wieder rauszulassen, wenn sie sich geeinigt haben.

    Na, immerhin ist Herr Schell ja jetzt zur Kur, weil die Sache einfach auch für ihn zu aufregend und zermürbend ist. Aber die zweite Riege seiner Gewerkschaft scheint nicht besser zu sein.
    Geändert von lausitzer (18-10-2007 um 08:07 Uhr)

  5. #5
    Avatar von Düsentrieb_610
    Düsentrieb_610 ist offline Moderator
    Registriert seit
    28.12.2003
    Beiträge
    3.957
    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Na, immerhin ist Herr Schell ja jetzt zur Kur, weil die Sache einfach auch für ihn zu aufregend und zermürbend ist. Aber die zweite Riege seiner Gewerkschaft scheint nicht besser zu sein.
    Na, vor allem steht der gute Mann eh hauchdünn vor der Pensionierung und wollte sich mit der Streikaktion nen furiosen Schwanengesang verschaffen.
    Aber ich denke, diese Aktion ist eine passende Gelegenheit, mal grundsätzlich über das Streikrecht als solches nachzudenken: Es mag sein, dass in den frühen Tagen der Industrialisierung noch eine gewisse Rechtfertigung für Arbeitskämpfe und dergleichen bestand, aber heutzutage sind gewiss Fälle denkbar, in denen der gesamtgesellschaftliche Schaden einer Streikmaßnahme den Nutzen für die Streikenden dermaßen überwiegt, dass eine Korrektur der Rechtslage angezeigt ist.
    Das ist meiner Ansicht nach ebenso wie beim Kartellrecht: Im Grunde hat jedes Unternehmen das Recht, andere Unternehmen nach Gutdünken zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses Recht findet seine Grenzen dort, wo die Gefahr der Monopolbildung besteht: Sobald das Kartellamt eine solche detektiert, kann der Bund z.B. die betreffende Firmenübernahme verhindern, um den Markt zu schützen.
    Im Falle des Streikrechts gilt m.E. das Gleiche: Im Grunde hat jede Gewerkschaft das Recht, zu streiken, wenn sie das für richtig hält. Dieses Recht findet seine Grenzen dort, wo der entstehende Schaden für die Allgemeinheit nicht mehr zu verantworten ist: Ursprünglich war der intendierte Mechanismus ja, dass der Arbeitnehmer Druck auf seinen Arbeitgeber ausüben kann, indem dieser während des Streiks Umsatzeinbußen und eine schlechtere Position gegenüber dem Mitbewerber hinzunehmen hat(*). Bei einem Unternehmen wie der DBAG ist jedoch die Flächenwirkung eines Streiks dermaßen riesig, dass die Folgen nicht mehr hauptsächlich das Unternehmen, sondern die Wirtschaft des Landes insgesamt (und teilweise sogar die der Nachbarstaaten) betreffen.
    Analog hat die initiierende Gewerkschaft - ganz analog zum Kartellrecht - eine "marktbeherrschende" Position, die folglich einer staatlichen Kontrolle bedarf. Ich denke, die Urteile der anlässlich des Bahnstreiks angerufenen Gerichte sind ein Zeichen dafür, wohin die Reise gehen kann. Darüber hinaus jedoch bedarf es m. E. einer grundsätzlichen Überarbeitung des Streikrechts, damit - auch ohne das Arbeiten mit einstweiligen Verfügungen etc. - eine klare Ansage existiert, was noch tolerabel ist und was nicht.
    Momentan gleicht das Argumentieren der GDL dem eines Räubers, der seinem Opfer die geladene Waffe an die Schläfe hält und dem staunenden Publikum erklärt:
    "Es ist seine Entscheidung: Er hätte mir die Brieftasche ja auch gleich geben können..."


    * Selbstverständlich wird diese schlechtere Marktposition genau dann zementiert, wenn der Arbeitgeber auf die Forderungen der Streikenden eingeht und beispielsweise die Löhne erhöht. Insofern sägt jeder Streikende unweigerlich an dem Ast, auf dem er sitzt. Ob das den erstrittenen Lohnzuwachs oder die kürzere Arbeitszeit rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.
    "Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
    (Jean-Jacques Rousseau)

    "Science flies you to the moon.
    Religion flies you into buildings."

    (Victor Stenger)

    Am Ende wird alles gut.
    Und falls nicht, ist es nicht das Ende.

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