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  1. #1
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Aktienkurs und Arbeitsplätze

    Ein netter Artikel der mal gut erklärt wie es mit dem steigenden Aktienwerten bei Massenentlassungen wirklich bestellt ist.

    Immerhin halten sich da gewisse Gerüchte, die aktuell ja gerne mal mit der Diskussion um gewisse Gehaltsschecks von Managern gemischt werden.

    Diese werden sogar nun mit Zahlen zerstreut.


  2. #2
    Hans_im_Glueck ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Zitat Zitat von pax Beitrag anzeigen
    Ein netter Artikel der mal gut erklärt wie es mit dem steigenden Aktienwerten bei Massenentlassungen wirklich bestellt ist.

    Immerhin halten sich da gewisse Gerüchte, die aktuell ja gerne mal mit der Diskussion um gewisse Gehaltsschecks von Managern gemischt werden.

    Diese werden sogar nun mit Zahlen zerstreut.


    in deinem artikel heißt es:
    "Öffentlicher Missmut kübelte auf Ackermann herab, als er sich gerade in seinem Erfolg sonnen wollte. Der Schweizer stieg endgültig auf zur Symbolfigur des bösen Börsen-Kapitalismus, dessen Prinzip lautet: Feuern, damit der Aktienkurs steigt. Spätestens seit dieser Episode ist es Sektempfang-Allgemeingut: Entlassungen sind das Beste für den Aktienkurs. Börsen sind schuld an der Arbeitslosigkeit."
    nun, wo der spätkapitalismus wieder einmal durch heftiges husten am genuss seiner letzten atemzüge gehindert wird, will der herr ackermann, dass die von arbeitslosigkeit, dumpinglöhne und sozialabbau bedrohte werktätige klasse das system künstlich am leben hält.

    zitat aus http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E...~Scontent.html

    "Angesichts der internationalen Turbulenzen glaubt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht mehr allein an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann.

    Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte: „Wir haben nicht die Zeit zu warten, bis der US-Häusermarkt über Jahre das Ungleichgewicht abbaut. Es braucht eine konzertierte Aktion von Banken, Regierungen und Notenbanken“, sagte Ackermann."
    wer hat vom erhalt des systems mehr zu profitieren?
    ein ackermann und co., dessen einkommen in den letzten jahren explodiert ist oder der ein-euro-jober, der aus der mittelschicht innerhalb eines jahres in ein loch abgestiegen ist, aus dem er nie wieder empor kommen wird, der unterschichtssohn, der nie die chance haben wird, bescheiden wohlstand und bildung zu bekommen?



    ps. ich dachte immer, ackermann usw. sind für deregulierung und rückzug des staates. oder gilt das nur in bereichen, in denen dadurch schutzrechte der werktätigen klasse vernichtet werden?

  3. #3
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Zitat Zitat von Hans_im_Glueck Beitrag anzeigen

    wer hat vom erhalt des systems mehr zu profitieren?
    Vor allem jene Leute die bei einer zu langen Bereinigung des Finanzmarktes ihren Job verlieren können und aus der Mittelschicht absteigen können.

    Herr Ackermann hat doch seine Schäfchen schon im Trockenen.

    Zitat Zitat von Hans_im_Glueck Beitrag anzeigen
    .....der unterschichtssohn, der nie die chance haben wird, bescheiden wohlstand und bildung zu bekommen?
    Das Problem wurde und wird immer noch von der Mittelschicht verursacht.
    Solange diese glaubt sich gegen die Unterschicht abgrenzen zu müssen und Bildungskapital als primär dem Bürgertum zustehend betrachtet, wird die Unterschicht ihrer Chancen beraubt.

    Der oberen Schicht ist diese Problematik größtenteils egal.
    Sie ist nicht der Verursache der unsozialen Verteilung, sie ist nur der Finanzierer.
    Die Verteilung wird festgelegt und kontrolliert durch die Masse der Bevölkerung.

    Zitat Zitat von Hans_im_Glueck Beitrag anzeigen
    .
    ps. ich dachte immer, ackermann usw. sind für deregulierung und rückzug des staates. oder gilt das nur in bereichen, in denen dadurch schutzrechte der werktätigen klasse vernichtet werden?
    Deregulierung ist kein Selbstzweck.
    Wenn man ein wenig verstanden hat wozu dieses Wirtschaftssystem eigentlich aufgebaut wurde, würde einem auffallen dass es sich hierbei gar nicht um einen Widerspruch handelt.

    Es gibt momentan die langsame Methode wie sich das Finanzsystem bereinigt und die schnelle Methode.

    Bei der langsamen sich selbst überlassenen Methode wird die Finanzkrise nicht nur noch ein paar Jahre zum Ausheilen brauchen, sondern auch in dieser Zeit sehr heftig auf die Realwirtschaft durchschlagen.
    Da unsere Unternehmen zu mindestens 80% durch Fremdkapital finanziert werden, ist die Einstellung der Kreditdienstleistungen durch das Banksystem extrem problematisch.

    Das Pumpen von Geld in den Markt, was die amerikanische Fed gerade betreibt, wird das Problem nicht lösen und auch nicht langfristig die Situation verbessern.
    Im Gegenteil erleben wir mit dem starken Euro und den steigenden Preisen schon den Anfang einer neuen Finanzblase , die kräftig auch von der Fed finanziert wird.

    Warten wir erstmal das nächste Quartal ab und schauen, ob und welche Banken mittlerweile sich stabilisieren oder noch weiter ins Wanken geraten.
    Spätestens dann muss eine größere Aktion der internationalen Finanzverwaltung erfolgen.

  4. #4
    Pour ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Zitat Zitat von pax Beitrag anzeigen
    Ein netter Artikel der mal gut erklärt wie es mit dem steigenden Aktienwerten bei Massenentlassungen wirklich bestellt ist.

    Immerhin halten sich da gewisse Gerüchte, die aktuell ja gerne mal mit der Diskussion um gewisse Gehaltsschecks von Managern gemischt werden.

    Diese werden sogar nun mit Zahlen zerstreut.

    Die Erklärungen sind falsch. Das liegt an der verwendeten Methodik. Sie geht davon aus, dass die Unternehmen immer die gleichen bleiben und unterschlägt damit die immense Dynamik in der Unternehmenslandschaft aus Gründung und Pleite.

    In Deutschland wird die Nachkriegskrise mit dem Jahr 1969 (1 Mio. Arbeitslose) festgemacht. Die Ursache waren nicht die Aktienkurse, sondern der Strukturwandel. Die Massenproduktion gelangte an ihr Ende, weil die Nachfrage der Konsumer stetig zurückging. Die Überschüsse drohten die Firmen intensiv zu gefährden. Daher entliess man Angestellte und Arbeiter. Die wesentliche Änderung trat mit Automatisierung, Robotisierung und im Bereich der Angestellten mit der Computerisierung ein. Viele große Firmen der 70er Jahre gibt es heute gar nicht mehr, wohingegen viele Gründungen der 80er Jahre heute weltweit erfolgreich sind (u.a. Microsoft, InfoSys). Nur wer ohne diesen Kontext das Ergebnis von Korrelationen der 70er Jahre mit der Gegenwart vergleicht kommt auf diese Interpretation.

    Der Aktienkurs ist praktisch von der Arbeit und Produktion entkoppelt. Für die meisten Anleger entscheidet auch nicht der Kurs, sondern die Dividende (jährliche Gewinnauszahlung) über den Kauf, da nur die allerwenigisten Anleger Spekulanten sind. Jeder Anfänger in BWL kennt die Modelle der Rendite-Risiko-Abwägung.

    Das fundamentale Element des Finanzmarktes ist die groteske Überbewertung und das reziproke Kredit-Kapital-Vergabesystem. Realinvestitionen haben schon längst gegenüber Finanzinvestitionen abgenommen. Auf der Suche nach materieller Deckung bewegen sich Investmentanleger in risikobeladene Geschäfte.
    Wer schützt nun uns davor, dass uns Bankiers und Anleger in diese Krise führen?
    Niemand. Allerdings müssen wir etwas dagegen tun, damit sie uns in keine noch größere Krise führen.
    Es ist auch sicherlich schön Geld dafür zu erhalten, dass man seines verjubelt hat.

    Deregulierung ist kein Selbstzweck.
    Wenn man ein wenig verstanden hat wozu dieses Wirtschaftssystem eigentlich aufgebaut wurde, würde einem auffallen dass es sich hierbei gar nicht um einen Widerspruch handelt.
    Nach deinen "goldenen Worten" zum Erklärungswert des von dir verlinkten Artikels ist das reichlich arrogant.

  5. #5
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Die verzweifelten Rufe von Ackermann nach staatlichem Eingreifen klingen schon irgendwie seltsam. Noch blöder ist es, dass es wohl bei Herrn Steinbrück offene Ohren findet.

    Hatten die Bund, Landesbanken und Sparkassen gerade erst zwei Landesbanken und einer Bank mit Milliardensummen wieder auf die Beine geholfen?

    Klar, die Krise der IKB, der Sächsischen Landesbank und einer weiteren Landesbank kamen ja auch gerade zu einem Zeitpunkt, wo Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst festgestellt hatten, dass auch für sie die Inflation immer mehr aus der Lohntüte auffrisst und deshalb mit (Warn-)Streiks drohten.

    Nun konnten sich Schäuble und Steinbrück, die sich eben noch über das positive Haushaltsergebnis 2007 gefreut haben zurücklehnen und mal wieder die leeren Taschen nach außen krempeln. Ist nichts drin. Staatdessen werden die Staatseinnahmen irgendwo verspekuliert bzw. Verluste durch derartige Spekulationen durch Steuergelder ausgeglichen.

    Und wenn so jemand dann mit Tränen in den Augen von seinen Ämtern zurücktritt, so hat er sich vorher ausrechnen lassen, wann der günstigste Zeitpunkt dafür ist, um entsprechende Anwartschaften auf Ruhegelder nicht verfallen zu lassen oder aber läßt sich mächtige Abfindungen zusichern.

    Das kann der Arbeitnehmer, dessen Arbeitsplatz nach Rumänien wegrationaliert wird, alles nicht tun. Der wird mit Hartz-IV auf die Straße gesetzt.

    Achso: Es ist auch plötzlich so ruhig geworden um Herrn Zumwinkel und die anderen, die da auf den CDs stehen sollen. Was ist da los?

    Und sicher kriegt man die Aktienkurse wieder flott. Hier und da noch ein wenig streichen bei den Zinssätzen für sichere Geldanlagen, dort noch eine Kürzung bei der Rente und schon treibt man die Leute wieder in die Aktienmärkte. Einer gewinnt dabei immer: die Banken. Mag ja sein, dass man da tollste Kursgewinne und Dividenden erzielen kann, wenn es denn gut läuft, aber vorher zahle ich Depotgebühren, Ausgabeaufschläge, Kauf- und Verkaufsprovisionen, so dass vom eigentlichen Wert kaum etwas beim Anleger ankommt.

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