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28-01-2008 12:05 #1
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Jugend- und Studentenkriminalität
http://img212.imageshack.us/img212/9...dlicheraj4.jpg
Überall zu finden: Bepisster Jugendlicher
Zuerst habe ich mich gewundert, daß das Thema Jugendgewalt / Jugendkriminalität gar keinen Eingang in das Politik&Gesellschaftsforum bei unicum.de gefunden hat. Nach einigen Nachdenken wurde mir jedoch klar warum: Im Grunde müßten sich dann einige unserer Mitkommilitonnen und -diskutanten an die eigene Nase greifen.
Man kann die Art und Weise, wie das Thema in die Medien und in die Köpfe der Bürger kam, abstoßend finden: Ein schmieriger Ministerpräsident will wiedergewählt werden und da ist ihm kein Thema zu unpassend dafür und die größte Boulevardzeitung Deutschlands kocht (hahaha, super Wortspiel!) das auch noch bereitwilligst auf.
Ich mag Roland Koch und die BILD-Zeitung auch nicht. Aber ich bin doch dankbar dafür, daß das Thema aufgegriffen wurde. Dies war längst überfällig.
Die von Jugendlichen ausgehende Gewalt wurde - wenn wir ehrlich bekennen - in den letzten Jahren doch immer schlimmer; ich rede hier nicht einmal von Amokläufern, Schlägerskins/punks oder minderjährigen Vergewaltigern. Ich rede von der Jugendgewalt, wie sie einem tagtäglich begegnet: Rempeleien, Rumgeschreie, Rumgeschubse, vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln, der ewige Handyterror mit ihrer sog. „Musik“ aus Handylautsprechern, Vordrängeln, Abdrängen und das oft äußerst rüde (Auto-)Fahrverhalten von gerade „erwachsen“ gewordenen Fahranfängern. Es kotzt mich an. Ich will mir das immer weniger, immer seltener gefallen lassen. Das Problem ist: Wenn man mal was sagt, ist man Spaßbremse, Spielverderber, Arschloch und Blockwart. Ich rede hierbei nicht vom Empfinden bei den Jugendlichen, sondern von den sog. „Erwachsenen“, die immer achso unverbindlich devot, sein müssen, „locker bleiben“ fordern und die vielgerühmte Toleranz, die hier aber sowas von am falschen Platz ist, aber hallo. Solidarität: Null. Zivilcourage nur dort, wo‘s keine Mühe macht, wenn man sich achwiefürsorglich für Rollstuhlrampen einsetzt oder bei Carmen-Nebel-Benefizgalas Geld spendet. Es sind nämlich genau diese Jugendlichen, die an der Bushaltestelle die Aussteiger nicht aussteigen lassen, die einem im Supermarkt an der Kasse auf die Hacken treten, die ihrem Fastfoodmüll gerade dort fallen lassen, wo sie stehen, es sind genau diese Jugendlichen, die sich auf ihrer nächsten Erfahrungssuche Baseballschläger und Gaspistolen kaufen und einsetzen.
Neu ist die Erkenntnis nicht, daß Teenager ihre Grenzen austesten wollen; neu ist, daß immer mehr Eltern völlig überfordert sind und es noch immer viel zu viele Pädagogen mit Kuschelpädagogik-Ausbildung gibt („Duuuuu, da müssen wir jetzt aber mal echt jetzt zusammen drüber reden...“). Wenn man den Jugendlichen nicht ihre Grenzen aufzeigt, dann werden sie dieselben immer weiter ausdehnen. Irgendwann wird man sich nachts nicht mehr trauen, mit der U-Bahn zu fahren und diese Ansammlungen von typisch in Gruppen herumlungernden Jugendlichen meiden. Man wird Angst um seine Freundin haben und den Kauf von Pfefferspray erwägen (naja, eigentlich hat man ja schon den praktischen Pfefferspray mit Gürtelclip, wegen der Hunde). Ich will es soweit nicht kommen lassen. Die nächsten Jugendlichen, die sich nicht halbwegs benehmen können, werde ich darauf ansprechen. Dem nächsten Jugendlichen, die (kokainhigh?) durch die Straßen tänzeln, werde ich nicht ausweichen, sondern genug Körperspannung aufbauen, die bedeutet: ich lasse mich nicht abdrängen.
Warum ich leicht provokant von Studentenkriminalität im Threadtitel gesprochen habe? Weil es gerade unsere naiv-“lockeren“ Jungsemester sind (bei älteren macht sich meistens wenigstens schon eine angenehme Illusionslosigkeit breit), die Jugendgewalt tolerieren, teils aus falsch verstandener Toleranz, teils weil sie sich aus Hip-Motiven heraus der gleichen Generation angehörig fühlen, teils weil sie naturgemäß (noch) keine übermäßig geeigneten Opfer für Jugendgewalt sind. Und diese achsoknuffige Toleranz gegenüber unseren Schlabberhosenhandymusikteenies kotzt mich fast noch mehr an als Teenies selbst. Abschließend möchte ich die Frage stellen: Wer ist der größere Verbrecher: Der Verbrecher oder derjenige, der das Entstehen von Verbrechen nicht verhindert?
P.S.: Ursachenforschung soll hier nicht betrieben werden, ich bin es leid, über das Für und Wider von Egoshootern und Bootcamps zu lesen. Mit „Jugendliche“ meine ich natürlich Adoleszente beiderlei Geschlechts. Mit oder ohne sog. „Migrationshintergrund“.Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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28-01-2008 14:35 #2
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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28-01-2008 15:54 #3
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Wieso?
Wir wollen doch nicht wiedergewählt werden. Warum sollten wir die seit Jahrtausenden normalste Sache der Welt, nämlich die, dass die Jugend dumm, faul, gewalttätig und verdorben ist, ausgerechnet jetzt zum Thema machen?
.Nach einigen Nachdenken wurde mir jedoch klar warum: Im Grunde müßten sich dann einige unserer Mitkommilitonnen und -diskutanten an die eigene Nase greifen.
Na, was´n Glück, dass ich nicht Deine Mitkomüllitonne bin. Ich müsste ja sonst um meine Nase fürchten.
Merkwürdiges Land in dem Du lebst. Afganistan? Gaza- Streifen? Irak? Somalia? Kenia?Ich rede von der Jugendgewalt, wie sie einem tagtäglich begegnet: Rempeleien, Rumgeschreie, Rumgeschubse, vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln, der ewige Handyterror mit ihrer sog. „Musik“ aus Handylautsprechern, Vordrängeln, Abdrängen und das oft äußerst rüde (Auto-)Fahrverhalten von gerade „erwachsen“ gewordenen Fahranfängern.
Wenn ich mal genötigt werde ist es meist von Audi-, Mercedes- und vor allem BMW- Fahrern, die ein ganzes Stück älter sind als ich und die sich auf der Autobahn benehmen als gehöre sie ihnen und nicht das Auto.
Ich will die Türken- und Araberjungs nicht in Schutz nehmen, die blöde, faul und arrogant sind, aber sich selbst für die Krone der Schöpfung halten, aber das Problem mit ihnen ist kulturell verschärft und nicht allgemein mit Jugendgewalt abzuhandeln.
Da Du ja, wie mir bekannt ist, weder Ahnung noch Übung im Nahkampf hast, solltest Du Dir das noch mal überlegen. Zorn hat nichts mit Mut zu tun.Ich will es soweit nicht kommen lassen. Die nächsten Jugendlichen, die sich nicht halbwegs benehmen können, werde ich darauf ansprechen. Dem nächsten Jugendlichen, die (kokainhigh?) durch die Straßen tänzeln, werde ich nicht ausweichen, sondern genug Körperspannung aufbauen, die bedeutet: ich lasse mich nicht abdrängen.
Das kann man so sehen. Aber Müll wegwerfen, Drängeln, Schubsen und dumm Anquatschen sind in Deutschland keine Verbrechen, die Gewalttätigkeiten rechtfertigen würden.Der Verbrecher oder derjenige, der das Entstehen von Verbrechen nicht verhindert?Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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28-01-2008 16:52 #4
"Doktor" (300-499 Beiträge)
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Als wir jung waren gingen wir unserer Umwelt auch auf den Sack. Pubertierende sind nun mal laut, nervig und hirnmäßig wegen dem Hormoncocktail stark herausgefordert.
Mir gehen die manchmal auch auf den Sack, aber sie können ja auch nicht aus ihrer Haut und grunzen nur deshalb rum.
Die Jugend ist nun mal immer gerade dann am schlimmsten, wenn man nicht mehr dazugehört.
Steigende Gewalt ist natürlich eine andere Frage. Vielleicht sollte man in Deutschland das Waffenrecht für über 40-Jährige lockern, damit diese mit den Asi-Kids mithalten können und das Pöbeln dann durch eine beherzt gezogene 45er beenden.
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29-01-2008 08:39 #5
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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