Grundsätzlich halt ich solche Boykotts schon für sinnvoll und auch effizient wenn nur genügend Leute mitziehen.
Bei manchen wie "Müller Milch" ist die Sache auch klar - diesem NPD-Sponsor schenk ich seit Jahren keinen Cent mehr. Wobei man in Gedanken behalten muß wie Wirtschaftskonzerne heute verflochten sind. Womöglich bin ich da doch nicht so effektiv.
Aber dann wirds schwieriger. Bei den beiden die Du aufgeführt hast zum Beispiel. Soll man Nokia dafür boykottieren dass sie den Gesetzen der Marktwirtschaft folgen und dahin auslagern wos billiger zu produzieren ist? Machen das nicht alle großen Firmen so heute? Und umgekehrt die dies nicht machen - was haben die davon außer Verluste? Würde Nokia in Deutschland bleiben und ihre Mobiltelefone in Zukunft 5 Euro mehr kosten als die des Konkurrenten - was meint ihr wohl wie wenig die Verbraucher bereit wären Nokia für ihr Verhalten zu unterstützen?!
Außerdem: Mal angenommen Nokia wär nicht finnisch sondern deutsch. Dann würden die Politiker das Unternehmen vermutlich verteidigen wenn sie unrentable Standorte im Ausland schließen und umlagern - solangs nicht im eigenen Land Arbeitsplätze kostetIst alles eine große Show der Politiker die meinen uns glauben zu machen Firmen wie Nokia seien am Arbeitsplatzverlust ganz alleine schuld.
Aral dafür boykottieren dass sie Normalbenzin nicht mehr anbieten wollen weil es nicht mehr in rentablem Ausmaß verlangt wird - denk ich genauso zu kurz gedacht. Ich würd das auch so machen als Unternehmer.
Das ist im Prinzip ne Auswirkung der Verbraucher selber und die wollen jetzt für ihr eigenes Kaufverhalten nicht verantwortlich sein.
Aber wo wir oben grad von Politiker gesprochen haben: Die zahlen haufenweise Subventionen an Unternehmen in Deutschland. Diese Firmen legen dann ihre Betriebe hinterher zusammen und kassieren Subventionen für zwei. Lagern hinterher nach Osteuropa aus und bekommen da noch EU-Subventionen weil sie einen wirtschaftlich schwachen Standort fördern. - DA stimmt was nicht! Und das ist allein an den Politikern an dem Mißstand was zu ändern.
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30-01-2008 15:07 #1
Marken-/Unternehmensboykott als Mittel des "kleinen Mannes"
Moin, moin,
nachdem mir eben gerade diese beiden Schlagzeilen aufgestossen sind:
1. Nokia macht Gewinne in Bochum
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,532050,00.html
und
2. Aral will Normalbenzin abschaffen
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...532040,00.html
Siehe auch dazu die Stimmen im Spiegel-Forum:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=3153
frage ich mich ob man nicht als Verbraucher auf diese Unternehmen einwirken kann indem man mit einem Kaufboykott antwortet.
Was meint ihr? Würdet ihr mitmachen. Ist so ein Kaufboykott wirkungsvoll?
grüße
chowdyhttp://captainstory.blogg.de > Neu: captain domination
My philosophy is to experience paradise during this lifetime and not "maybe" after. I am taking full advantage of my timeslot in this world and I encourage you to do the same. Crucial parts of my philosophy are extreme experiences and emotions.
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30-01-2008 17:57 #2
"Doktorand" (150-299 Beiträge)
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30-01-2008 19:01 #3
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Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich schwierig, ein Unternehmen umfassend einzuschaetzen hinsichtlich sozialer und oekologischer Externalitaeten. Bevor ich ein Unternehmen boykottiere (und entsprechend auch bevor ich seine Produkte kaufe
) versuche ich mir zwar ein moeglichst gutes Bild davon zu machen, aber mitunter habe ich einfach nicht alle Informationen die ich braeuchte um eine meinem Gewissen entsprechende Entscheidung treffen zu koennen. Wenn ein anerkannter Verband wie beispielsweise der BUND (selbst bei Greenpeace bin ich schon etwas skeptischer) allerdings plausibel darlegen kann, warum ein bestimmtes Unternehmen unbedingt seine Produktionsplaene aendern sollte, dann mache ich sowas auch gerne mit. Bisweilen verzeichnen solche oeffentlichen Boykottaktionen ganz gute Erfolge, denn Unternehmen fuerchten nichts mehr, als das Vertrauen der Kunden zu verlieren. Auf meiner persoenlichen Boykottliste steht momentan:
Mueller (dessen Produkten sogar hier in England allgegenwaertig sind)
McDonalds
Campina
CocaCola
und jede Menge Produkte, bei denen mir zuviel Verpackung dran ist oder die fuer mein Empfinden zu weit gereist sind.
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31-01-2008 11:09 #4
Stimmt genau - denn Geiz ist ja bekanntlich geil.
Auch dann, wenn das heute keiner mehr so sagt, sondern man stattdessen reumütig zugibt "Wir hassen teuer!"
Man stelle sich überdies mal vor, ein Unternehmen würde sich - anders als die Mitbewerber - eben nicht nach EU-Subventionen strecken und von manchen Standorten trennen: Was, wenn der Wettbewerbsdruck da konsequent zuschlägt und hernach nicht nur einzelne Werke abgewickelt werden, sondern halt das ganze Unternehmen? Kein Zweifel, dass dann sofort auf die inkompetenten Manager gewettert wird, die den Laden schwungvoll an die Wand gesetzt haben.
Kein Zweifel auch, dass die Käufer des hypothetischen Insolvenzfalles ohne großes Federlesen just jene schmerzhaften Einschnitte durchziehen werden, vor denen der Vorbesitzer einst zurückschreckte.Geändert von Düsentrieb_610 (31-01-2008 um 11:12 Uhr)
"Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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31-01-2008 13:22 #5
Du musst die Sache einfach ein Stück weiterdenken > Autos kaufen keine Autos (guck dir dazu mal die Zulassungsstatistiken für Neuwagen an), Handys kaufen keine Handys. Nachdem der Binnenkonsum hier in D ganz gut eingebrochen ist, fällt das so langsam auch der letzten hohlen Manager-Bratze auf....
Auch hier weiterdenken, denn das Normalbenzin rausgenommen wird ist nur ein kleiner Teil des Puzzles:
Zitat aus dem Spiegelforum:
Für die Automobiltechnik (egal welchen Alters) ist es kein Problem von Normal auf Super umzusteigen. Das hier ist eine Anbieter-Strategie 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen nämlich die Produktionskosten/Speicherungskosten einsparen und ausschließlich ein teureres Produkt zu verkaufen. Das kann man als Unverschämtheit bezeichnen.
Aber dagegen kann man sich - wenn man denn eben Normal tanken will - auch wehren indem man nicht bei Aral tankt. Dies werden die anderen Anbieter sich genau anschauen.
Wogegen man sich nicht wehren kann ist Herrn Gabriels Unfug, Alkohol zukünftig zwingend beizumischen. Hier werden ältere Autos echten Schaden (Einspritzsysteme, Tanks, Pumpen, Leitungen) nehmen - z.B. bei meinem heute noch sehr wertvollem Motorrad mit Nylontank führt dies eventuell zur langsamen Zersetzung des Tanks und somit zu völliger Entwertung - hiermit entwertet die Bundesregierung den wichtigen Besitz in der Mittelklasse. Denn die kauft augenblicklich kaum neue Autos. Und wird sich nach diesem Attentat eventuell keines mehr kaufen können, wenn der Restwert des Gebrauchtwagens unter 1.000 EUR liegt, weil er in D nicht mehr fährt, obwohl er eigentlich top in Schuss ist. Dass sich diese Beimischung nur in den Kosten wiederfindet und nicht in einer positiven Umweltbilanz ist bei der Kompetenz der Bundesregierung völlig erwartbar.
Nicht nur die Herstellung (Weizen o. ä.) verteuert Grundnahrungsmittel, sondern auch die Ineffizienz des neuen Kraftstoffs kann zu deutlichem Mehrverbrauch führen. Aber das heißt für Frau Merkel nur Gutes: 1x teuerer durch Beimischung, 2x teurer durch gestiegener Verbrauch, 3x teurer durch Umrüstung älterer Automobile, 4x teurer durch Neukaufmotivation bei Neuwagen, 5x teurer durch gestiegene Lebenshaltungskosten .... der, der hier profitiert ist der, der die MwSt. erhebt. Und dagegen ist Aral ein echter Weisenknabe, oder? Weil der Aufschwung der bei allen ankommt, wird durch die MwSt.-Einnahme unserer Regierung berechnet
Ich weiß, zuviel der Zynikerei.
Aber ein letztes noch:
Alle die jetzt auf Aral schimpfen tun, indem sie kein Normal mehr tanken, der Umwelt sogar Gutes: der Verbauch kann sinken (eben bei halbwegs modernen Motoren mit Klopfregelung, letzte 15 Jahre). Und das ist doch auch schon was. Weniger fieses CO2. Aber halt auch schon morgen weniger im Geldbeutel. Liegt voll im Trend dieser Tage. Aber das wird noch viel härter durch den Klimawahnsinn unseres Volkes ... und nicht nur beim Autofahren.
(Zitatende)
Der hats ganz gut durchschaut
Gut erkannt, es ist so das Deutschland der größte Beitragszahler in der EU ist. Von unseren Beiträgen werden die Subventionen in Rumänien gezahlt=Wir haben durch unsere Steuern und Abgaben selbst unsere Arbeitsplätze abgebaut. Sehr geiles Konzept.
Ansonsten war ja noch zu hören das Nokia an die Subventionen gekoppelte Zusagen nicht eingehalten hat=Auf Deutsch: Subventionsbetrug.
Aber was solls, der Durschnittsdeutsche,Dschungelcampgebildete Konsumidiot (Geiz ist Geil) wird auch weiterhin bei Anal volltanken und sich auch das vierte Nokia zulegen (innerhalb eines Jahres oder als Vierthandy
)
Grüße
chowdyhttp://captainstory.blogg.de > Neu: captain domination
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