UNI-Forum

+ Antworten
Seite 1 von 3 1 2 3 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 5 von 13
  1. #1
    androns ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    22.04.2008
    Beiträge
    4

    Keine Propagandaspiele in Peking

    Frieden und Völkerverständigung schon einmal ließ sich die Welt blenden - bei den olympischen Spielen 1936 in Berlin.

    2008 inszeniert sich China sich für die Weltöffentlichkeit, versteckt sich hinter Bildern der Toleranz und Offenheit. One world one dream - das Motto ist zynisch.

    Die Realität ist anders. Hinter der Fassade herrschen Verfolgung, Gewalt und Mord wie vor 72 Jahren. Diesmal ist Tibet betroffen, aber auch die muslimische Minderheit im Reich der Mitte.

    China tritt die olympische Idee mit Füßen. Politik- und Sport-Funktionäre ignorieren die Geschichte, setzen auf Symbolpolitik und tolerieren so Chinas Aggression. Keine Propagandaspiele 2008 in Peking.

    Spot unter

    http://de.youtube.com/watch?v=Nbku2QaD6XU


    Würde mich freuen, wenn sich eine Diskussion entwickelte + Link an Interesierte weiterleiten.

    Gruss

  2. #2
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.691
    Nun, die Sportler können nichts dafür, wenn das IOC vor vielen Jahren in Kenntnis der angeprangerten Menschenrechtspolitik, entschieden hat, die Spiele nach Peking zu vergeben.

    Was soll so jemand in der Blüte seines jugendlichen Lebens tun, wenn er nur einmal, in manchen Disziplinen vielleicht zweimal, die Chance hat, bei Olympia mit der besten der Welt um Medaillien zu ringen?

    Sollen sie nicht teilnehmen und damit die Mühen jahrelanger Qualen im Training umsonst gewesen sein?

    Das IOC wäre aber heute auch ein bißchen überfordert, würde es beschließen, die Spiele in diesem Jahr nicht in Peking stattfinden zu lassen, sondern stattdessen in einen anderen (ehemaligen) Austragungsort zu verlegen. Auch in dem Gastland wäre man wohl von einer solchen Entwicklung allzu überrascht, um adäquat darauf reagieren zu können.

    Also wird man sich wohl darauf einigen, dass Sportler z.B. durch Nichtteilnahme an der Eröffnungsfeier Protest üben können. Desweiteren wird hier oder da vielleicht jemand Trauerflor um den Arm tragen und übrigen gilt der Olympische Friede wohl auch in soweit, das feindliche Auseinandersetzungen zwischen China und Tibet wohl in den zwei Wochen der Sportveranstaltungen ruhen werden.

    Alles andere könnte einen Grund darstellen, die Spiele abzubrechen. Obwohl, wenn an es nochmal überdenkt. Zu einem solchen Entschluss haben ja bisher nicht einmal Terroranschläge von München und Atlanta gereicht.

    Ich nehme aber mal an, im Fokus der internationalen Öffentlichkeit wird China in den zwei Wochen zumindest für Nichtlandsleute relativ westlich-treu erscheinen wollen.

  3. #3
    androns ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    22.04.2008
    Beiträge
    4

    Erst die Funktionäre, dann die Sportler

    Aus Sicht der betroffenen Athleten gebe ich dir vollkommen recht. Und es trifft auch zu, dass das IOCc vor Jahren hätte die situation besser einschätzen sollen. Aber im internationalen sportlich-indsutriellen komplex geht es ja seit langem nach dem oben genannten Motto zu.

    Trotzdem ist es gerade aus deutscher Sicht eine Pflicht, auf diese Parallelen aufmerksam zu machen, um eventuell so etwas wie einen Bewusstseinswerdungsprozess in der Bevölkerung anzustoßen.

    Dies ist auch das Ziel des Spots.

    Aber danke, dass du dich geäußert hast....

    Gruss

  4. #4
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
    Registriert seit
    21.09.2004
    Beiträge
    2.666
    Zitat Zitat von androns Beitrag anzeigen

    2008 inszeniert sich China sich für die Weltöffentlichkeit, versteckt sich hinter Bildern der Toleranz und Offenheit. One world one dream - das Motto ist zynisch.

    Die Realität ist anders. Hinter der Fassade herrschen Verfolgung, Gewalt und Mord wie vor 72 Jahren. Diesmal ist Tibet betroffen, aber auch die muslimische Minderheit im Reich der Mitte.
    China will zu den ganz Großen in der Welt und vor allem in der Weltöffentlichkeit stehen.
    Das war aus chinesischer Sicht wohl der Hauptgrund für die Bewerbung für die Spiele.
    Gleichzeitig ist vermutlich auch das Kalkül aufgestellt worden, durch eine so große nationale Aufgabe den inneren Zusammenhalt Chinas aber vor allem die Effiziens des Staatsapparates zu verbessen. Frei nach dem Motto : Man wächst an seinen Aufgaben.

    Was wahrscheinlich unterschätzt wurde, ist dass Weltöffentlichkeit nun mal Öffentlichkeit ist. Aus dem zu unrecht nur wenig beachteten Land ist ein Zentrum der internationalen öffentlichen Aufmerksamkeit geworden.
    Diese wiederum kann selbst China nicht kontrollieren.
    So ist es erst möglich, dass Tibet zu einem großen Thema geworden ist und dass die Menschenrechtsprobleme , das erste sind was einem zu China einfällt.

    Die Olympischen Spiele in China sind ein Segen für jegliche Kritiker an China,
    denn erst durch die olympischen Spiele bekommen sie Gehör.
    Ein Boykott ist demnach höchst kontraproduktiv.

    Zu dem Video und den historischen Vergleichen:

    Mit 1936 hat die ganze Sache nur noch oberflächlich was zu tun.
    Die Zeiten in denen Kontrolle so einfach war sind lange vorbei.
    Die chinesische Position mit den Nazis zu vergleichen, läuft sowieso in die falsche Richtung. Die Ziele der Regime und deren innere Dynamik sind extrem unterschiedlich.
    Was die danach gezeigten Kriege mit dem Thema zu tun haben sollen, kann ich nicht erkennen.
    Auch die Auswahl der Kriegsschauplätze scheint viel zu unwillkürlich, als dass es dem Thema noch angemessen ist.

  5. #5
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.691
    Zitat Zitat von androns Beitrag anzeigen
    Aus Sicht der betroffenen Athleten gebe ich dir vollkommen recht. Und es trifft auch zu, dass das IOCc vor Jahren hätte die situation besser einschätzen sollen. Aber im internationalen sportlich-indsutriellen komplex geht es ja seit langem nach dem oben genannten Motto zu.

    Trotzdem ist es gerade aus deutscher Sicht eine Pflicht, auf diese Parallelen aufmerksam zu machen, um eventuell so etwas wie einen Bewusstseinswerdungsprozess in der Bevölkerung anzustoßen.

    Dies ist auch das Ziel des Spots.

    Aber danke, dass du dich geäußert hast....

    Gruss
    Also, ich kann mir schon denken, und das wird anderswo ja auch praktiziert, dass man mit der Vergabe der Spiele nach Peking eben auch ein gewisses Zeichen setzen wollte. Indem man den Blick der Weltöffentlichkeit dahin lenkt, wollte man durchaus auch eine Veränderung der Politik erreichen. Die Vergabe der Spiele ist ja längst keine sportliche Entscheidung mehr und auch die Ausstattung mit vorhandenen Sportstätten zählt da nicht mehr. Da wird jahrelang vorher entschieden, wohin die Spiele gehen sollen und dann stellen die weltbesten Architekten zur Not auch einen ganzen Sportpark mitten in die Wüste, der in der Bewerbung in schillernsten Farben als Vision verkauft wurde.

    Eine Fußballweltmeisterschaft soll demnächst in Afrika ausgetragen werden. Nein, nicht weil die im Moment da so tolle Plätze mit so hübschem Rasen haben, sondern weil damit auch politische Ziele verbunden sind.

    Dass wir als Deutsche nun verpflichtet wären, immer noch in Asche zu laufen und uns als der Ausgang des Bösen zu sehen, ist wohl kaum noch irgendwie in einer Dikussion ernsthaft zu vertreten. Insofern gebe ich pax recht, dass ein Vergleich mit den Berliner Spielen an den Haaren herbeigezogen ist.

+ Antworten
Seite 1 von 3 1 2 3 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Sprachkurs in Peking, China
    Von mojo-p im Forum Reisen
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 22-07-2007, 11:49
  2. Wohn./od.Ferienwohn. in Peking Zentrum anzubieten
    Von Unregistriert im Forum Reisen
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 10-04-2005, 01:53

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein