Möchtest du nun wissen, was Neoliberalismus ist oder wie der Begriff innerhalb und außerhalb der Wissenschaft verwendet wird?
Oder geht es dir darum einen Kampfbegriff abzuwerten um den Kampfbegriff des "aufgeblasenen Staatsapparats und der staatsgläubigen Mentalität" zu verteidigen?
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11-07-2008 23:13 #1
Neoliberal - Was ist denn das?
Abend,
ständig schimpft man über neoliberale Wirtschaftspolitik, diverse linke Parteien beschimpfen eine andere Partei als neoliberal, und an den Universitäten geben diverse linke Gruppen politische Vorträge in denen sie besagten Neoliberalismus diskreditieren.
Frage: Was ist dieser Neoliberalismus überhaupt?
Ich hab bei bestem Willen keine vernünftige Definition des Neoliberalismus als politische Richtung finden können. Manche sprechen von der Politik der Chicago-School, andere meinen die London School of Economics um Hayek, für andere ist es bloß der Oberbegriff für den Liberalismus nach den beiden Weltkriegen.
Keine Wirtschaftsschule würde sich neoliberal bezeichnen, da der Begriff zu schwammig ist - betrachtet man obige Abgrenzungen, dann umspannt der Begriff "Neoliberal" offensichtlich sowohl Richtung wie die Chicago-Boys, die gegenüber dem klassischen Liberalismus starke Konzessionen richtung Staat eingehen, als auch ideologische Hardliner wie die Austrians, die den klassischen Liberalismus wohl sogar noch überholen.
Betrachtet man hingegen, was allgemein als neoliberal beschimpft wird, so würde wohl kaum ein Liberaler verstehen, was an der gegenwärtigen Politik im Westen liberal sein soll. Steuern werden angehoben, Zölle steuern die globale Wirtschaft, und Staaten führen militärische Interventionen.
Mir ergibt sich der Eindruck, dass der Ausdruck neoliberal lediglich als Schlagwort taugt. Das gefährliche ist nur: Alle machen brav mit. Der aufgeblasene Staatsaparat und staatsgläubige Mentalität, welche die deutsche Gesellschaft lähmt, wird so unter einem Schutzmantel gehalten, in welchem jede Öffnung und Lockerung bereits als Turbo-Kapitalismus verschmäht wird. Auf dieser Weise werden eingesessene Machtstrukturen von Kritik und Öffentlichkeit verschont.Geändert von Nihility (11-07-2008 um 23:16 Uhr)
Die Wirklichkeit ist in der Realität ganz anders...
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Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als gleich.
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12-07-2008 01:38 #2
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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12-07-2008 01:51 #3
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13-07-2008 21:25 #4
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Ich glaube mein indirektes Zitat scheint dich zu verwirren. Die Aussage vom "aufgeblasenen Staatsapparats und der staatsgläubigen Mentalität" stammt von Nihility.
Im übrigen tritt jeder Liberalismus für einen starken, umfassenden Staat ein. Sie behaupten zwar gerne das Gegenteil, aber letztlich soll der Staat die gesamte Ordnungspolitik leisten um Rechtssicherheit herzustellen und umfassend unternehmerische Investitionen subventionieren, für Bildung und den Erhalt der Arbeitskraft sorgen. Nebenbei sollen auch noch koksenden Fondsmanagern mit zinslosen Darlehen mit 99 Jahren Laufzeit die Krise versüßt werden.
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14-07-2008 05:18 #5
Holla, da mögen Sie wohl recht haben!
Bitte aufrichtig um Verzeihung, da war ich wohl nicht ganz bei der Sache...


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