Obwohl meine Jugend bzw. Kindheit schon 2- 3 Jahrzehnte zurück liegen, sind mir doch noch viele Dinge zum Thema Sport und Jungend gegenwärtig.
Damals hieß es: "Ihr (ich habe noch einen Bruder) hockt mir nich den ganzen Tach vorde Glotze rum":
Da Mütter untereinander scheinbar kein anderes Thema kennen als das Wohl und Wehe ihrer Sprösslinge, wurden wir (also mein Bruder und ich) dort hin geschickt, wo auch dieser und jener Sprössling einer befreundeten Mutter war und wo ein Sport praktiziert wurde, der ja "so gut für die Kinder" sei.
Die Emanzipation vom Wohlwollen der Mutter gelang mir erst mit 14 und nur, indem ich Schwimmen (ist tödlich langweilig aber gut für den Rücken) vorübergehend durch Handball ersetzte. (ersatzos wäre nicht akzeptiert worden)
Erst mit 16 habe ich im Judo eine sportliche Betätigung gefunden, die mir alles bot, wonach es mir verlangte. In den Leistungssport bin ich jedoch in all den Jahren nie vorgedrungen. Dazu fehlten mir stets die athletischen Voraussetzungen.
Später, als ich im Judo selbst Jugendliche zu den Wettkämpfen begleitete, erkannte ich, dass deren Motivation vielfach dem Ehrgeiz der Eltern entsprang und spätestens dann nachließ, wenn Schule, Clique und Pubertät unerbittlich ihren Tribut fordern. Für die meisten dieser Jugendlichen gibt es vorübergehend offenbar nichts Schöneres als
(ich kann die Ausnahmen an den Fingern einer Hand abzählen und brauche nicht einmal den Daumen dazu)Zitat von T.B.
Des Weiteren erkannte ich, dass nicht jeder in der Festigung befindliche, jugendliche Charakter mit sämtlichen Aspekten des Leistungssportes umgehen kann, wobei Misserfolge für den Einen genau so schlimm sein können wie Erfolge für den Anderen.
Zusammen mit teils schweren Verletzungen haben die beiden genannten Aspekte einer größeren Zahl von Kindern und Jugendlichen mehr und schwerere Schäden zugefügt, als dass sie bei anderen günstige Auswirkungen hatten.
Daher bin ich gegen den Leistungssport bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren.
In Frankreich gibt es (vermutlich auch aus diesen Gründen) im Judo für jüngere schon seit Jahren keine Wettkämpfe mehr. Den Erfolgen der erwachsenen Budoka tut das keinen Abbruch, während Ole Bischof auch erst mit 14 seinen ersten Wettkampf bestritt.
Da ich kein Kinder- und Jugendpsychologe bin, kann ich über diese Frage nur spekulieren. Ausgehend von dem, was ich oben geschrieben habe, meine ich jedoch, behaupten zu können, dass es nicht auf die Art des Sports ankommt, sondern auf die Zielsetzung und darauf, dass die Übungsleiter sich der o.g. Dinge stets gegenwärtig sind. In ihrer Verantwortung liegt es maßgeblich, ob und wie z.B. die Kinder und Jugendlichen eine oft unvermeidliche Verletzung oder Niederlage verarbeiten bzw. verkraften, dass kein allzu intensiver Druck auf ihnen lastet bzw., dass sie bei Erfolgen nicht überschnappen.Welche - doch meist von Erwachsenen ausgedachten - Angebote an die Jugendlichen im Bereich Sport taugen was und welche nicht und warum ist das so?
Thema: Jugend und Sport
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Ergebnis 1 bis 3 von 3
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19-08-2008 12:06 #1
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Jugend und Sport
Liebe Forumsuser!
Ich suche Material / Denkanstöße / Informationen zum Thema Jugend(-Kultur) und (Leistungs-)Sport.
Etwas konkreter, aber doch eher nur sog. Brainstroming:
Warum gibt es Teenies, die gelangweilt in affigen Klamotten im McDoof ihre Zeit totschlagen und solche, die keine Probleme haben, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen, z.B. mit spaßigen Mannschaftssport?
Gibt es überhaupt eine Jugendkultur? Das ist doch bestenfalls Subkultur, oder?
Welchen Chancen bietet der (Leistungs-)Sport den Jugendlichen?
Welche - doch meist von Erwachsenen ausgedachten - Angebote an die Jugendlichen im Bereich Sport taugen was und welche nicht und warum ist das so?Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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19-08-2008 13:40 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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25-08-2008 15:05 #3
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Also mir ist noch niemand untergekommen, der in seiner Jugend durch Leistungssport nachhaltig psychisch oder physisch beschadet wurde. Enttäuschungen gab es natürlich z.B. bei mir natürlich auch, es ist nicht immer alles FreudeschönerGötterfunken im Sport; aber wächst man nicht daran? Ist dieses Erfolgs-aufundab nicht gerade das Prägende, daß uns auf das Erwachsenenleben gut vorbereiten kann?
Vielleicht sollte ich mal ein paar Teenie-Foren aufsuchen und dort fragen:
?Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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