Nun, ich kenne das Procedere nur von einer Zwischenlandung mit Nachbetankung, bei der diejenen, die an dem Ort aussteigen wollten eben raus gegangen sind und eben zum Terminal befördert wurden, während die Weiterfliegenden gebeten wurden, zwar ihre Sicherheitsgurte zu lösen (um im Evakuierungsfall schneller das Flugzeug verlassen zu können), ansonsten aber an Bord bleiben sollten.
Im Normalfall ist das wohl aber das Vernünftige. Schließlich kann man ja nicht riskieren, dass plötzlich Menschen unkontrolliert auf dem Rollfeld umherirren. Ich wurde beim Besteigen meines Urlaubsfliegers nach dem Verlassen des Busses auch angemahnt, auf Bodenmarkierungen des Rollfeldes zwischen Bus und Treppe zum Einstieg zu achten und nicht daneben zu treten.
Zudem würde das Verlassen des Flugzeuges durch einen Fluggast ja auch bedeuten, dass sein Gepäck wieder aussortiert werden müsste. Schließlich nimmt man ja ungern Gepäck mit, ohne dass derjene Fluggast an Bord ist.
Thema: Flugzeugunglück
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22-08-2008 17:47 #1
"Student" (20-79 Beiträge)
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Flugzeugunglück
in Spanien.... Was mich aber erschreckt: Einige Passagieren wollten, als es technische Probleme gab und das Flugzeug noch über eine Stunde am Boden stand, aussteigen. Das wurde ihnen aber verwehrt.
Können die Juristen was dazu sagen? Hat eine Fluggesellschaft das Recht, einem Passagier den Ausstieg zu verwehren? Das ist ja eine Horrorvorstellung, man steht am Boden, hat ein ungutes Gefühl und will raus. Und darf nicht. Ist das korrekt, wenn das Flugzeug sich natürlich nicht in der Startphase befindet, sondern repariert wird? Hat ein Passagier keinen Rechtsanspruch darauf, sogar dann, wenn eine Verspätung absehbar ist? Denkbar sind ja auch weniger dramatsiche Fälle: Jemand soll in Berlin um 8 Uhr landen und hat um halb 10 einen Termin. Ist eine große Verspätung absehbar, dann fällt der Grund, nach Berlin zu fliegen, völlig weg, also ist es schon aus rein zeitökonomischen Gründen das sinnvollste auszusteigen, und nach Hause zurückzukehren... Aber anscheinend ist das nicht möglich. Ist das gängige Praxis bei allen Fluggesellschaften?
Ich werde in Zukunft noch weniger fliegen. Da lobe ich mir die Deutsche Bahn: Bei einem Sonderhalt an einem Bahnhof (wegen medizinischem Notfall etwa) dauert es von der Durchsage, man dürfe nicht aussteigen bis zur Öffnung der Türen durch die Raucherfraktion nie länger als 30 Sekunden...
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23-08-2008 00:04 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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23-08-2008 09:35 #3
Ja, sicher. Andererseits beginnt das Argument langsam schal zu klingen: Bekanntlich ist es ja in gewissen Kreisen geradezu en vogue, nicht nur mal eben ein paar Hundert "Ungläubigen" durch das Zünden eines Sprengsatzes das Lebenslicht auszupusten, sondern die Chance zu nutzen, bei der Gelegenheit gleich selbst hops zu gehen, um - wer weiß? - womöglich einen lauschigen Platz im Paradies zu ergattern. Wenn es also tatsächlich jemand schaffen sollte, eine funktionstüchtige Bombe durch die Gepäckkontrolle zu bugsieren, so ist damit keineswegs gesagt, dass der Betreffende kurz vor dem Start noch von dem dringenden Wunsch befallen werden wird, die Maschine zu verlassen. Die Doktrin der Fluggesellschaften, spätestens nach dem Verladen des Gepäcks niemanden mehr von Bord zu lassen, hat ihre Funktion als Terror-Gegenmaßnahme mittlerweile gewiss verloren.
Richtiger ist da schon, dass - Lausi erwähnte es bereits - Passagiere auf dem Flugfeld einfach mal nichts zu suchen haben: Das ist ja gerade so, als würde der Bahnpassagier nach dem Verlassen des Zuges anfangen, auf den Schienen entlang zu spazieren. Die Bahnpolizei reagiert außergewöhnlich giftig auf Personen im Gleis - und nicht nur deshalb, weil am Rande des hiesigen S-Bahn-Verkehrs dann und wann mal ein Penner explodiert, nachdem er versehentlich(?) gegen eine Stromschiene gepinkelt hat (noch beeindruckender wäre freilich, wenn er dies auch mit der Oberleitung schaffen würde - zumal die anliegende Spannung dort zwanzigmal höher ist).
Die Threadquelle möge beim nächsten Warten auf die Startfreigabe mal aus dem Fenster schauen, was da an Fahrzeugen hin und her wuselt - da geht's zu wie in der rush hour! Nicht auszudenken, wenn da auf einmal ein Tross Passagiere (unter Führung einer Stewardess) völlig ohne Zebrastreifen und Ampel das Abfertigungsgebäude zu erreichen sucht. Wobei die hauptsächliche Frage ja die wäre, wie die Herrschaften denn die Maschine überhaupt verlassen können: Wird sie etwa wieder zurück an ihren Flugsteig bugsiert? Die ist mittlerweile von der nächsten Maschine belegt und eignet sich möglicherweise nicht für die nötigen Inspektionsmaßnahmen. Oder naht flugs eine Gangway auf Rädern? Besser nicht, denn die im Falle einer nachträglichen Prüfung das Flugzeug umschwirrenden Techniker können nicht von allen Seiten und in jeder Höhe an jede (und damit womöglich auch die relevante!) Baugruppe heran, wenn da diese mobile Fahrgasttreppe im Weg steht.
Und selbst, wenn jemand ernsthaft mit der Idee ankäme, ohne konkretes Gefahrenmoment die Notrutschen auszulösen (welche ja vor dem erneuten Start - sofern das inklusive erneuter Sicherheitsabnahme überhaupt möglich ist - durch unbenutzte ersetzt werden müssten
), würde ich vorschlagen, dass die Passagiere dort bleiben, wo sie hingehören.
Im Flugzeug sind sie bedeutend sicherer aufgehoben als davor.Geändert von Düsentrieb_610 (23-08-2008 um 09:45 Uhr)
"Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
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Religion flies you into buildings."
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Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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23-08-2008 13:23 #4
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Ich nehme ja auch weiterhin an, dass etwaige aussteigewillige Personen vom Bordpersonal betreut würden, die sich ja durchaus mit Flugangst von Passagieren auskennen und geschult sind, diese durch mittels Gesprächsführung zu mindern.
Man muss also schon einen starken, unumkehrbaren Willen zeigen und sich ggf. gewaltsam gegen andere Personen durchsetzen, wenn man in dem Moment aussteigen will.
Das dürfte einem, so der Versuch erfolgreich ist, auch zügig die Begleitung uniformierter Sicherheitskräfte und eine temporäre Gewahrsamnahme zusichern.
Anders ist es natürlich, wenn schließlich, infolge des Unglücks, künftig bei einem ersten Startabbruch Passagieren die Möglichkeit ausdrücklich eingeräumt wird, das Flugzeug zu verlassen. Ist aber auch wieder ein komischer Gedanke. Wie macht es in dem Moment richtig? Sind das alles Angsthasen, die dann aussteigen? Oder ist man, so man sitzen bleibt, der Verlierer der Situation? Außerdem fliegt man ja im Regelfall nicht, weil eben der Transport so schön ist, sondern, weil man am Zielort etwas errreichen will. Auch die Konsequenzen des Nichterreichens des Zielortes auf Grund des Flugabbruchs müsste man in Betracht ziehen. Hier gehe ich als regelmäßiger Nutzer verspäteter Bahnen davon aus, dass man sich zwar über die Verzögerung ärgert, aber dennoch den Willen hat, den Zielort zu erreichen.
Zudem würde beim Aussteigen von Passagieren dann ggf. jede Bagatelle zu erheblichen Zeitverzögerungen im Ablaufplan nicht nur dieses Fluges, sondern auch anderer führen, weil eben der Rücktransport von Passagieren und Gepäck abgesichert werden muss und Ressourcen bindet, die also extra dafür vorgehalten werden müssen oder aber auf Kosten anderer Abflüge und Ankünfte simultan geschaffen werden müssen.
Insgesamt hat mich die Folgenschwere des Ereignisses und insbesondere die geringe Zahl Geretteter sehr getroffen. Es gibt einige Dinge in meinem beruflichen Umfeld, wo ich jetzt den Sinn hinterfrage. Es hilft dabei nur bedingt, eine Woche zuvor in Helsinki-Vantaa unbeschadet startende und landende Maschinen im Minutentakt beobachtet zu haben, woraus sich ja das Gefühl relativer Sicherheit ergibt. Tausende bis Millionen problemlos transportierter Menschen gegenüber diesem Zwischenfall mit 150 Todesopfern, der in einem Augenblick passierte, nun aber über die Tage die Nachrichten füllt.
Was wiederum unverständlich ist, ist die Veröffentlichung der Passagierliste mit vollständigen Namen im Internet. Und nun weiß auch jeder, wo die vierköpfige deutsche Familie zu Hause war. In dem Zusammenhang ist aber auch dieses Herumlawieren der Presse unmöglich, die meinen, es sei nicht ausgeschlossen, dass man zwar eingecheckt ist und auf der Passierliste steht, aber dennoch nicht an Bord ist... Die einzigen Glücklichen scheinen tatsächlich die beiden zu sein, die zu spät zur Abfertigung erschienen.Geändert von lausitzer (23-08-2008 um 18:59 Uhr)
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23-08-2008 13:25 #5
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