Andere Zeiten, andere Sitten
Wenn man sich ein Foto von einer Szene im Freien betrachtet, das vor mehr als 70 Jahren aufgenommen wurde, wird man bemerken, dass die Mehrzahl aller darauf abgebildeten Menschen eine Kopfbedeckung trägt. In den 50´er und 60´er Jahren wiederum arbeiteten sehr viele Menschen, viel mehr als heute, in Betrieben, in denen der Helm oder eine andere Kopfbedeckung zum Arbeitsanzug dazu gehörte. Die gesellschaftliche Konvention, die Kopfbedeckung in Gebäuden, besonders aber dort, wo gespeist wird, abzusetzen, stammt aus eben dieser Zeit.
Zu späteren Zeiten sind Kopfbedeckungen vorübergehend aus der Mode gekommen. In den 70´er und 80´ern wurden sie nur von alten Opas, türkischen Gastarbeitern oder linken Studenten (Ché- Guevara- Gedächtnis- Barett) getragen, und die Frage nach Mütze auf oder Mutze ab hat sich irgendwie erübrigt.
So gesehen sollte die Wiederentdeckung der Kopfbedeckung durch die Jugendlichen in den 90´er Jahren nicht mit den dazugehörigen Gepflogenheiten unserer Großeltern bewertet werden.
In vielen Fällen wären sie auch gar nicht mehr praktikabel. In welchem Restaurant gibt es denn noch einen anständigen Kleiderständer mit Hutablage, und wer würde ihm seinen teuren Hut/ seine einzigartige Basecap anvertrauen? Bei McDoof bestimmt nicht!