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  1. #1
    bayernstar ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    11

    Horst Schlämmer - ein Mann fürs Volk!

    Wahnsinn was da gerade passiert - als hätte ganz Deutschland auf Horst Schlämmer gewartet! Alle Ausschnitte die ich bisher gesehen habe, waren super witzig und das beste ist, dass die Politiker selbst den meisten Spaß hergeben.
    Ich geh zwar lieber in die Sonne als ins Solarium, aber ich würde Horst Schlämmer trotzdem lieber wählen als so manch anderen Kandidaten - ein Mann fürs Volk eben. Und wenn man weiß, dass Hape Kerkeling hinter allem steckt, fällt's noch leichter.

    Ich freu mich auf den Film und werd ihn mir auf jeden Fall im Kino anschauen!

  2. #2
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    25.07.2003
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    5.278

    Besorgnis erregend

    Zitat Zitat von bayernstar Beitrag anzeigen
    [...] aber ich würde Horst Schlämmer trotzdem lieber wählen als so manch anderen Kandidaten - ein Mann fürs Volk eben. Und wenn man weiß, dass Hape Kerkeling hinter allem steckt, fällt's noch leichter.
    Es mag Deiner Jugend und Deiner Herkunft aus dem Königreich Bayern geschuldet sein, dass Du einen schwulen Komiker aus Recklinghausen lieber wählen würdest als eine protestantische Pfarrerstochter aus der Freien Reichs- und Hansestadt Hamburg; mich hingegen, den sonst nicht viel erschüttern kann, erfüllt es mit tiefer Besorgnis.

    Schon seit einigen Jahren fällt es mir zunehmend schwerer, Politiker und Komiker auseinander zu halten, was aber daran liegen mag, dass sie allesamt im Wesentlichen durch dummes Geschwätz in den Vordergrund treten. Dass nun aber ein Komiker allen ernstes als der bessere Politiker wahrgenommen wird, halte ich nicht allein für ein Phänomen der geänderten Wahrnehmung oder blos eine quantitative Weiterentwicklung.
    Es ist vielemehr ein Paradigmenwechsel.
    Außer dem einen oder anderen Politologen weiß heute kein Mensch mehr zu sagen, was genau eigentlich die Aufgaben eines Politikers sind, welcher Sinn und Zweck sein Dasein rechtfertigt, und welche Anforderungen an einen guten Vertreter seiner Zunft zu stellen wären. Politiker werden heutzutage durch die Zahl ihrer Kinder, (eheliche und uneheliche) den Gebrauch ihres Dienstwagens im Ausland und ihre Tätigkeit in diversen Aufsichtsräten charakterisiert, während kaum noch jemand genau zu sagen weiß, für welche politischen Überzeugungen dieser oder jener überhaupt steht, (vom Schubladendenken einmal abgesehen) was auch daran liegt, dass so mancher Politiker, statt dazu zu schweigen, heute dieses und morgen jenes erzählt; immer eingeleitet mit Worten wie: "Wie wir schon immer gesagt haben ... ."

    Wer heute die Geduld aufbringt, sich ein, zwei Stunden vor den Fernseher zu setzen, muss beim Umschalten jederzeit damit rechnen, auf eine Runde von Menschen zu stoßen, die über irgendein Thema einen Haufen Stuss erzählen, und nur, wenn man Glück hat, erkennt man voller Erleichterung, dass die Runde von Hugo- Egon Balder moderiert wird, es sich bei der hässlichen Schachtel um Hella von Sinnen, und die Sendung von den 100 größten Ballermann- Hits handelt.

    In vielen anderen Fällen ist die Unterscheidbarkeit aber nicht mehr gegeben, wie einem der Blick auf den Wahlzettel bzw. in die Programme diverser Parteien beweist, die neulich bei der Europawahl angetreten sind. Dazu mag auch beigetragen haben, dass hinter dem ernst klingenden Programm von "Der Partei" die Redakteure eines Witzblattes stecken.

    Es ist Herrn Kerkeling nicht vorzuwerfen, wenn er mit Hilfe einer Kunstfigur, die echter wirkt als er selbst, in diese Kerbe schlägt. Das ist sein Beruf. Die Deutschen selbst sind Schuld, wenn der Schlag in die Kerbe so wirksam ausfällt. Große Teile des deutschen Volkes zeigen damit, dass sie für die aktuelle Form der Demokratie nicht reif sind. Schließlich hat jedes Volk die Regierung, die es verdient.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  3. #3
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    18.06.2006
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    3.691
    Man sollte Art. 63 GG den Menschen öfter vorlesen, die meinen, sie könnten Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier am 27. September zum Kanzler wählen.

    Die beiden können allenfalls in den Wahlkreisen 15 bzw. 61 direkt gewählt werden und werden - zusätzlich abgesichert durch einen vorderen Listenplatz - sehr wahrscheinlich Mitglieder des neuen Bundestages sein, zwei von mehr als 600.

  4. #4
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    25.07.2003
    Beiträge
    5.278
    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Man sollte Art. 63 GG den Menschen öfter vorlesen, die meinen, sie könnten Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier am 27. September zum Kanzler wählen.
    Vielleicht meinte der thread- Ersteller ja, er würde Horst Schlämmer zum Kanzler wählen, wenn er selbst MdB wäre, bzw. Horst Schlämmers Partei ankreuzen, wenn sie denn auf dem Wahlzettel stünde.

    Das ändert nichts an meiner Aussage von oben.

    Ich glaube auch, dass ein Wahlergebnis im einstelligen Promille- Bereich für "Die Partei" die Demokratie stärker gefährdet als ein solches im einstelligen Prozentbereich für irgendwelche Rechts- oder Linksradikalen.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  5. #5
    catweazle3 ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    26.04.2008
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    641
    Bei der "Partei" gebe ich Dir Recht. Man sollte auch selber wissen, ab wann man die Verarschung zu weit treibt. Jetzt muss sich auch noch das Bundesverfassungsgericht damit beschäftigen. Als ob es nichts Dringenderes gäbe.

    Zu Horst Schlämmer: Mal ehrlich: Wer wirklich glaubt, dass Horst Schlämmer tatsächlich ein wählbarer Kandidat und die HSP eine wählbare Partei ist, der hat auch einen Geistesgrad erreicht, der zwingend die Frage aufwirft, ob überhaupt genug Grips besteht, seine Wahlberechtigung wirkungsvoll auszuüben.
    Hier greift mein bewährter Vorschlag -der durchaus ernst gemeint ist- bei Bedarf die Wahlberechtigung zurückgeben zu können. Wer sich partout nicht für Politik interessieren möchte und andere Hobbys hat, z. B. Sex-Partys auf Mallorca, der kann demnach seine Wahlberechtigung freiwillig zurückgeben, damit er zumindest andere durch dummdreiste Wahlentscheidungen aus Unkenntnis heraus nicht schädigt.

    Dann noch: Einstellige Wahlergebnisse für Rechte gefährden nicht das Politische System. Allerdings würde ich dort auch nicht wohnen wollen. Solche "No-go-areas" sollten sich doch fragen, ob sie ihrem (Wirtschafts-, Wohn- und Lebens-) Standort mit solch einer Votierung einen Gefallen tun.
    Geändert von catweazle3 (21-08-2009 um 14:03 Uhr)

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