Dieser Meudalismus- Artikel scheint mir schon etwas älter und von einem Salonkommunisten geschrieben, der mittlerweile wohl schon in Rente ist. Aber gut; es geht um´s Prinzip.
Ich bin zwar nur Inschinör, aber die drei Semester Höhere Mathematik in Verbindung mit 10 Jahren Berufserfahrung als Lohnsteuerzahler qualifizieren mich zu einer Antwort.
1.) Einkommen allgemein
Das Brutto- Inlandsprodukt eines Deutschen beträgt etwa 40.000 €/a. Nehmen wir der Einfachheit halber Mal an, es gäbe keine Familien, keine Kinder, keine Rentner, Arbeitslosen, Faulenzer, Verbrecher, Sozialhilfeempfänger usw.
Im statistischen Mittel würde also jeder eben jene 40 k€ p.a. verdienen. Von mir selbst ausgehend, würde jeder (wieder im Mittel) etwa 25 k€ verbrauchen, um sein Dasein zu fristen. Dabei müsste er auf wirklich nichts verzichten; private Krankenversicherung mit rundum- sorglos- Paket; Urlaubsreisen in exotische Länder, Einkauf bei REWE, (und nicht bei ALDI!!) individuelle Mobilität der Mittelklasse deutschen Fabrikats.
Arm zu nennen wäre nur der, der deutlich weniger als sagen wir 20 k€ Einkommen erwirtschaftet. Der müsste sich schon einschränken. Zurzeit entspricht diese Summe so etwa dem, was als Existenzminimum steuerfrei ist. (unter Ausnutzung aller Freibeträge) Alle Leistungen der öffentlichen Hand, soweit sie nicht aus indirekten Steuern (wie der Umsatzsteuer) bestritten werden, die alle gleichermaßen belastet, müssen also von den Einkommensteuern derer finanziert werden, die überdurchschnittlich viel verdienen.
Im Grunde versklaven diejenigen, die zu faul, zu dumm oder beides sind, um ein zumindest durchschnittliches Einkommen zu erzielen diejenigen, die mit ihrer Arbeit ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen und dieses auch noch überdurchschnittlich hoch versteuern müssen, in dem sie in den Genuss von staatlichen Leistungen kommen, zu deren Finanzierung sie wenig bis nichts beitragen.
Besonders augenfällig wird das, wenn man das im Meudalismus- Artikel genannte Beispiel zugrunde legt, nach dem jemand aus einem Vermögen von 100 Mio. € ein Einkommen von 10 Mio. € erziele. Davon muss er nämlich erst mal den Höchstsatz von 42% Einkommensteuer abführen; bleiben netto also nur noch 5,8 Mio. €. Das ist immer noch reichlich, aber wenn man bedenkt, dass diese eine Person, die ganze Verantwortung, die ganze Arbeit, das ganze unternehmerische Risiko allein Schultern muss, dass das Finanzamt nur zu ihm kommt und Geld nimmt, wenn er tatsächlich Gewinne macht, keinesfalls aber welches bringt, wenn er mal Verluste hinnehmen muss, dass er für die abgeführten 4,2 Mio. € nicht mal ein Dankeschön erhält sondern sich auch noch für seien unternehmerischen Erfolg rechtfertigen, schlimmstenfalls sogar beschimpfen lassen muss, gehört schon eine gehörige Portion Unverdrossenheit und ein sonniges Gemüt dazu, sich für andere dermaßen ins Zeug zu legen.
2.) Miete vs. Eigenheim
Gehen wir wieder vom o.g. Durchschnittsverdiener aus, der netto etwa 30 k€ verdiene und davon 25 incl. Miete verbraucht. Er steht vor der Wahl, weiterhin zur Miete zu wohnen oder ein Eigenheim zu erwerben, sei 30 Jahre alt und es ist anzunehmen, dass er mit 65 in Rente geht. Welchen Weg muss er beschreiten, um mit 65 das höchstmögliche Vermögen zu besitzen, wenn alle Verhältnisse konstant bleiben? (also Einkommen, Steuern, Zinsen, usw.) Als Miete nehmen wir wieder mein eigenes Beispiel von 400 €/ Monat; als Kaufpreis für eine Wohnung 200.000 €.
a) Er legt sein Geld zu 4% Zinsen an. Durch die Quallensteuer bleiben davon netto nur 3 %. Sein Vermögen mit 65 beträgt dann 316.380 €. Wird sein Einkommen als Rentner genauso besteuert, erhält er daraus 9500 € Zinsen oder 790 €/ Monat; mehr als genug, um die Miete + Nebenkosten zu zahlen. In der Zwischenzeit bietet ihn sein Bankberater einen Kaffee an, wenn er mal in seiner Filiale vorbeikommt.
b) Er tilgt bis zur Rente einen Kredit über die 200.000 € Kaufpreis. Der Zins betrage 6 % p. a. die anfängliche Tilgung 1 %. Als monatliche Rate wären 1166 € zu bezahlen (oder 14000 €/a) Der Kredit wäre nach 32,5 Jahren getilgt. Das Vermögen betrüge dann also etwa 200.000 €; nämlich dem Wert der Wohnung. Geld hätte jener aber kaum welches, und müsste die weiterhin anfallenden Neben- und Reparaturkosten von seiner Rente bezahlen. Stattdessen hätte er 255.180 € an Zinsen an die Bank bezahlt, sich zu ihrem Sklaven gemacht, und sich sein halbes Leben lang stark einschränken müssen. (nicht zuletzt hinsichtlich seiner Mobilität)
c) Er spart erst mal wie unter a) 26 Jahre lang. Dann hat er die 200 k€ um die Wohnung zu kaufen. Dann spart er weiter 9800 € p.a 9 Jahre lang. (Überschüsse + Miete) Er hat dann ein Barvermögen von 104 k€ und die Wohnung zu 200 k€. Aus seinem Barvermögen erhält er etwa 260 €/Monat Zinsen; für die Nebenkosten, die ja weiterhin anfallen, wird es wohl reichen, aber der Überschuss ist geringer als im Falle a)
Es wäre also für die Bezieher durchschnittlicher Einkommen viel günstiger, das überschüssige Geld wie unter a) geschildert anzulegen statt ein Eigenheim auf Pump anzustreben.
Dann aber gehörte der Durchschnittsrentner und ehemalige Durchschnittsverdiener zu jenen 166343 Durchschnittsdeutschen, die ein Vermögen zwischen 300 und 400 k€ ihr eigen nennen und sich den Hass, die Verachtung und gleichzeitig den Neid der Umverteilungsschmarotzer zuziehen. Ist doch komisch, oder?
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Ergebnis 1 bis 5 von 51
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06-01-2010 18:20 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Moderner Feudalismus (Meudalismus) in Deutschland
Unsere deutsche Wirtschaft ist nicht gerade gesund. Niemand würde das angesichts der vielen Arbeitslosen, der Schwierigkeiten bei den Renten- und Krankenkassen und angesichts der stets wachsenden Staatsverschuldung ernsthaft bestreiten. Neuerdings ist sogar von Rezession die Rede, obwohl noch Anfang 2000 Optimismus und Euphorie den Zeitgeist bestimmten. Doch die “Ärzte” streiten endlos, um welche “Krankheit” es sich handelt und - noch mehr - wie sie zu behandeln ist. Das, was derzeit von der Politik als Lösungen angeboten wird, ist allerdings bestenfalls symptomatische Behandlung (Umverteilung mittels Steuererhebung, Subventionen, Kindergeld usw.), aber keine Heilung. Hat unsere Wirtschaftsverfassung, also das rechtliche Rahmengebäude unserer Wirtschaft, einen Fehler?
Die Krankheit unserer Wirtschaftsverfassung ist eine schleichende Krankheit. Sie vollzieht sich sehr langsam - über Jahrzehnte. Daher fällt es schwer, die Ursachen und Wirkungen zu erkennen. Die Krankheit, an der unsere Wirtschaftsverfassung leidet, ist der “moderne Feudalismus”.
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07-01-2010 08:41 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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moderne Sklaverei
Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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07-01-2010 13:57 #3
1. Im Feudalismus forderte der Gutsherr oder Baron nur 10% vom Einkommen. Heute liegt der Steuersatz durch direkte und indirekte Steuern + Sozialabgaben bei einem Vielfachen.
Beispiel: Damit bei meiner Kollegin 260 Euro Weihnachstgeld ankamen mussten 650 Euro aufgewand werden.2/3 Drittel gingen an Steuern und Sozialabgaben weg. Eine deutliche Diskrepanz zwischen Leistung und Entlohnung.
2.Das steuerfreie Mindesteinkommen liegt bei 7.664 Euro. Wer diese Summe oder weniger jährlich verdient, der braucht keine Steuern zu zahlen. Diese Grenze nennt man auch Steuerfreibetrag oder Grundfreibetrag. Verdient man allerdings mehr als diese 7.664 Euro, dann schlägt das Finanzamt gnadenlos zu. Je nach Höhe des Einkommens liegen die Steuersätze in Deutschland zwischen 15 und 42 Prozent. Versteuert wird allerdings nicht alles, denn die 7.664 Euro Steuerfreibetrag bleiben auch dann unangetastet, wenn man ein höheres Einkommen hat. Nur was darüber liegt, wird versteuert. Verdient also jemand zum Beispiel im Jahr 20.000 Euro, dann wird nicht die gesamte Summe versteuert, sondern nur 12.336 Euro.
3. Wer mit 100 Mio Vermögen noch seinen steuerlichen HAUPTWOHNSITZ in D hat ist einfach nur schön blöd. Meine persönliche Meinung.
4. Immobilienerwerb bzw. Eigenheimbesitz lohnt sich tatsächlich in den meisten Fällen nicht. Aber auch auf schuldenfreie Eigenheimbesitzer wird noch was zurollen, Stichwort Modernisierungsgesetz.
Eine Ausnahme allerdings: 100.000 Euro auf der Bank bzw. unter dem Kopfkissen sind nur ein paar Nullen bzw. Papier. Im Falle einer Währungsreform bleiben die Betonwände des Eigenheims stehen.
Grüße
chowdy
PS: ich sehe als einzige Lösung nur eine radikale Kürzung der Staatsquote inkl. EU-Administration um 80-90%. DAS allerdings wird sich niemals ein Politiker trauen.Geändert von chowdy (07-01-2010 um 14:08 Uhr)
http://captainstory.blogg.de > Neu: captain domination
My philosophy is to experience paradise during this lifetime and not "maybe" after. I am taking full advantage of my timeslot in this world and I encourage you to do the same. Crucial parts of my philosophy are extreme experiences and emotions.
Thank god, I'm not ugly!
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08-01-2010 17:35 #4
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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- 26.04.2008
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- 641
Die Einteilung in diejenige, die wenig verdienen und diejenigen, die viel verdienen, greift zu kurz. Insbesondere, wenn man daran eine Wertung festmachen will.
Ich will hier nicht das oft zitierte Krankenschwestern-Beispiel anführen, die angesichts der Bedeutung des Berufes viel zu wenig verdienen.
Sondern einfach aus der Realität:
Middelhoff, vielgepriesener Manager, hat exorbitant verdient bei Karstadt, welches dann in Arcandor umbenannt wurde.
Aber er hat massiv Volkseigentum vernichtet und Arbeitsplätze zerstört.
Dies u. a. mit einem Trick: Er verkaufte die Gebäude an eine Beteiligungsgesellschaft, an der er zufällig ebenso beteiligt war. Ab sofort musste Karstadt sehr hohe Mieten bezahlen, die Eigner der Beteiligungsgesellschaft freute es.
D. h. diejenigen, die hier -auf Kosten anderer- sehr komfortable Einnahmen hatten, haben nichts, aber auch gar nichts für die Gesellschaft getan. Im Gegenteil, sie haben nur Schaden angerichtet.
Da solche Praktiken inzwischen das gesamte Wirtschaftssystem prägen, ist die Krise nicht mehr verwunderlich.
Die alte Regel: Arbeite ordentlich und Du nutzt der Gesellschaft - und vice versa- gibt es nicht mehr.Geändert von catweazle3 (08-01-2010 um 17:38 Uhr)
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21-01-2010 14:26 #5
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 13.09.2007
- Beiträge
- 7
Was ist Reich, was ist Arm und was ist Mitte?
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