Ist zwar eigentlich das falsche Forum für sowas, aber naja...
Ich hoffe doch mal, dass Menschen tatsächlich aus Erfahrung lernen, und etwas in dem Ausmaß nicht wieder zulassen. (Plus, sobald hier irgendein Radikaler an die Macht käme, würde uns die "Weltpolizei" eh eins auf die Mütze geben). Deswegen ist das Informieren über das dritte Reich so wichtig, denn nur so kann die Erinnerung plastisch und drastisch aufrecht erhalten werden (denn so langsam sterben die letzten Zeitzeugen).
Ich hoffe auch, dass die Menschen mit der Zeit und der zunehmenden Globalisierung toleranter werden. Eine starke Einwanderung muss nicht zwangsläufig zu Fremdenfeindlichkeit führen, wenn sie richtig 'dosiert' wird und etwaige Probleme politisch schon im Vorfeld vermieden werden. Eine hohe Einwanderung wird nur dann zum Problem, wenn es zur selben Zeit den Menschen in dem Land sowieso schon schlecht geht, und wenn keine Kommunikation und somit kein Austausch zwischen den Völkern stattfindet.
Die USA sind ja das Einwanderungsland schlechthin, da ist die Ausländerquote noch viel höher, und es funktioniert auch alles in allem ganz gut. Klar ist der Patriotismus stark, und auch die USA ist durch Phasen des Rechtsradikalismus gegangen (vom Klu-Klux-Klan bis zum "red scare" in der McCarthy-Ära), aber es ist kein rechtsradikales Land.
Austausch und Begegnung, und in gewissen Maße sicherlich auch eine gesunde 'Dosierung' der Einwanderung ist deshalb so wichtig, und ich finde es sehr schade, dass man politisch eher dazu tendiert, alles, was nicht unmittelbare Erfolge aufweisen kann, schnell mal dicht zu machen (Jugendtreffs, Bürgerbegegnungsstätten usw). Wir wissen immer noch viel zu wenig über die Völker, die auch bei uns vertreten sind. Mit den direkten Nachbarn ist das zum Glück weniger ein problem - Deutschland und Frankreich haben ihre Feindschaft dank des Engagements diverser Politiker, dank der Einführung der französischen Sprache als wählbare Fremdsprache usw. langsam aber stetig abgebaut. Mit anderen Ländern wie Tschechien sieht es da noch ganz anders aus, obwohl die Industrie händeringend Leute sucht, die z.B. osteuropäische Sprachen sprechen können. Wir haben uner diesem Aspekt des Kennenlernens ja noch nicht mal unsere Vergangenheit vollständig aufgearbeitet. Wer weiß denn schon etwas über die jüdische Kultur hierzulande? Mit dem Begriff des Judentums verbinden die meisten doch nur dunkelhaarige Männer mit Schläfenlocken, die eine Kopfbedeckung tragen und die häufiger mal im Fernsehen zu sehen sind. Oder eben Marcel Friedmann. Und natürlich "die, die wir im 3. Reich umgebracht haben". Dasselbe gilt heutzutage für die Muslime. Damit assoziiert doch die Mehrheit hier auch nur Attentäter, über die man im Fernsehen hört, oder, spätestens seit dem berühmt-berüchtigten Urteil, eben das Kopftuch.
Zusammenfassend lässt sich also festhalten:
Aufklärung ==> Toleranz, Unwissenheit ==> Angst
Ach so, noch was: Klar mag die Demokratie nicht immer als die perfekte Staatsform erscheinen. Aber es ist eben wichtig, immer die Alternativen (oder eher: den mangel an Alternativen) im Hinterkopf zu behalten. Deshalb ist es auch so wichtig, wählen zu gehen und von seiner Stimme Gebrauch zu machen - und ja, das gilt auch, wenn man wirklich nicht mehr weiß, wen man noch wählen soll, weil scheinbar ja eh alles auf das selbe rausläuft (Sparen...). Es gibt sowieso schon viel zu viele, die meinen, sie würden den regierenden Parteien eine Abfuhr erteilen, indem sie gar nicht wählen gehen.
P.S: Solange die Radikalen so doof sind wie Herr Schill in Hamburg, solange müssen wir uns glaube ich nicht besonders vor ihnen fürchten![]()
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24-01-2004 12:01 #1
"Student" (20-79 Beiträge)
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Deutschland - seltsame politische Verhältnisse
Hallo,
könnte es sein, dass es in Deutschland mal wieder zu politischen Verhältnissen, wie im 3. Reich kommen könnte? Oder zumindesens das Deutschland wieder ein extrem rechtsgerichtetes und konservatives Land werden könnte? Ich könnte mir denken, dass durch die EU Erweiterung nach Osten und vielleicht auch die Angliederung der Türkei, es einmal dazu kommen könnte. Dazu habe ich mal gelesen, dass die USA die Angliederung der Türkei an die EU unterstützen, damit Europa daran zerbrechen soll, aufgrund der grossen Zuwanderung, die es dann geben könnte. So soll dann Europa als Wirtschaftskonkurrent ausgeschaltet werden. Wäre es durch solche Theorien möglich das sich in Deutschland wieder sowas Rassenhass, etc. geben könnte? Man sagt ja, dass sich Geschichte immer mal wieder wiederholt.
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24-01-2004 12:22 #2
Geändert von Woof (24-01-2004 um 12:40 Uhr)
Der Wolf ist ein großer Übeltäter, doch er lehrt die Hirten, auf der Hut zu sein.
Chinesisches Sprichwort
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25-01-2004 11:29 #3Aus momentaner Perspektive: Nein! Unsere Demokratie ist deutlich gefestigter als diejenige (falls es eine war...) der Weimarer Republik, unsere Verfassungshüter sind deutlich eher auf dem Posten und abgesehen davon gibt es auch noch die EU, die sich garantiert in alles einmischt, was nicht schnell genug nach Island flüchtet.Original geschrieben von subroutine
könnte es sein, dass es in Deutschland mal wieder zu politischen Verhältnissen, wie im 3. Reich kommen könnte?
Das wiederum ist durchaus möglich. Genauso wie gesteigerter Ausländerhaß und Antisemitismus. Das sind Phänomene, die seit tausenden von Jahren nicht auszurotten sind, parallel zur Dummheit der Menschen. Du hast ja gesehen wie schnell die europäische Bevölkerung Amerika als die größte Bedrohung für den Weltfrieden sieht, weil Bush einen Diktator ausgeschaltet hat. Solchen Leuten kann man auch erzählen, die Türkei würde im Falle eines EU-Beitritts Döner als einziges zugelassenes Nahrungsmittel durchsetzen.Oder zumindesens das Deutschland wieder ein extrem rechtsgerichtetes und konservatives Land werden könnte?Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden.
Psalm 48,11
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25-01-2004 12:30 #4
Ich schließe mich mal meinen Vorrednern an, das kommt so schnell nicht wieder vor. Aber ich finde das es dennoch Veränderungen geben wird, wenn es zu einer Osterweiterung kommt.
Zum einen die Frage des Nationalstolz (um mal einen Begriff zu nennen, Patriotismus geht auch, ist halt schwierig zu bennen) den die Amerikaner, Franzosen und Polen viel ausgeprägter haben als wir. Ich denke der wird in der Zukunft zurückkehren und das finde ich persönlich auch nicht schlecht. Alleine schon wenn er bewirkt das sich Politik und Wirtschaft etwas für das Land tun und nicht dagegen wie derzeit immer wieder gerne.
Was den Rechtsradikalismus angeht, in Teilen der Bevölkerung sicher, aber im großen und ganzen nein. Allerdings wird sich vermutlich eine Antiislamische (wie heißt das Fremdwort eigendlich) Grundstimmung geben die immer weiter zunimmt. Antisemitismus wird es immer geben und er könnte auch noch zunehmen, das hängt davon ab ob es solche Ausfälle wie die des Israelischen Botschafters in ?? (gerade vergessen, Skandinavien, Dänemark?) in nächster Zeit häufiger gibt. Die meisten Menschen die für soetwas anfällig sind können halt nicht unterscheiden wer da in welcher Eigenschaft handelt.
Das die USA kein geeintes starkes Europa wollen und es schwächen wo immer es geht ist für mich ein klarer Fakt.
@Woof
Wieso falschen Forum? Politik? Oder schon verschoben?
Ich glaube nicht das die menschen immer toleranter werden mit der Globalisierung, sie nähern sich nur weitern an, so das die Kulturen verschimmen. Ich bin der Meinung das hohe Einwanderung dann zum Problem wird wenn sich die Einwander nicht integrieren, sobald es zu Parallelkulturen kommt, gibt es immer starke Konflikte die sich über Jahrtausende hinziehen.
Die USA sind extrem nationalistisch und daher kommen sie "intern" recht gut klar. Wenn sie keinen äußeren Feind hätten würde es auch die USA zumindest stellenweise "zerreissen"
Heißt der Kerl nicht Michel F?Anglizismen sind Bullshit
Wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag Struktur(Volker Pispers)
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25-01-2004 12:54 #5Ist schon verschoben worden, war vorher im Hauptforum.Original geschrieben von Valas
@Woof
Wieso falschen Forum? Politik? Oder schon verschoben?
Ich glaube nicht das die menschen immer toleranter werden mit der Globalisierung, sie nähern sich nur weitern an, so das die Kulturen verschimmen. Ich bin der Meinung das hohe Einwanderung dann zum Problem wird wenn sich die Einwander nicht integrieren, sobald es zu Parallelkulturen kommt, gibt es immer starke Konflikte die sich über Jahrtausende hinziehen.
Die USA sind extrem nationalistisch und daher kommen sie "intern" recht gut klar. Wenn sie keinen äußeren Feind hätten würde es auch die USA zumindest stellenweise "zerreissen"
Heißt der Kerl nicht Michel F?
Der Grund, weswegen ich denke, dass Menschen durch die Globalisierung toleranter geworden sind, ist, dass man eben frühzeitig schon Erfahrungen mit anderen Kulturen machen kann. Die meisten von uns hatten z.B. schon vereinzelt ausländische Mitschüler in der Klasse. Wenn man eine Kultur zuerst auf einer solchen Ebene kennenlernt, dann tendiert man meines Erachtens weniger dazu, einen "Kulturschock" zu bekommen, wenn Einwanderung zunehmend ein Thema wird.
Das mit den Parallelkulturen sehe ich genauso, deswegen ist die Begegnung ja auch so wichtig. Ich finde, das ist aber nichts, das man der einen oder der anderen Seite zur Last legen kann, oder gar als Schuldzuweisung auslegen kann (was Du ja nicht tust, ich sage es nur, weil es gerne getan wird). Es vermittelt eben Sicherheit, sich in einer völlig fremden Umgebung mit seines Gleichen zusammen zu schliessen.
Was den äußeren Feind angeht, hast Du mit Sicherheit auch Recht, zumindest in einem gewissen Maß. Wir kennen das ja schon zulänglich aus der Geschichte: Wenn man von innenpolitischen Problemen ablenken will, zettelt man am besten mal eben einen Krieg an (mal sehr salopp formuliert). Ich würde aber nicht soweit gehen, zu behaupten, es würde die USA gleich zerreissen, wenn sie keinen äußeren Feind hätte. Es ist ein sehr großes Land, da entzerrt sich sowas auch leichter.
Und ja, der Kerl heißt natürlich Michel Friedmann, war wohl etwas in Gedanken verloren
Habe Marcel da reingeworfen, weil ich auch an Marcel Reich-Ranicki gedacht habe, der soweit ich weiß auch Jude ist.
Geändert von Woof (25-01-2004 um 12:56 Uhr)
Der Wolf ist ein großer Übeltäter, doch er lehrt die Hirten, auf der Hut zu sein.
Chinesisches Sprichwort
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. Und natürlich "die, die wir im 3. Reich umgebracht haben". Dasselbe gilt heutzutage für die Muslime. Damit assoziiert doch die Mehrheit hier auch nur Attentäter, über die man im Fernsehen hört, oder, spätestens seit dem berühmt-berüchtigten Urteil, eben das Kopftuch.

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