Vor dieser Frage habe ich auch schon des öfteren gestanden - und bislang konnte ich sie mir weder selbst beantworten, noch bekam ich von den Labertaschen höchstselbst eine sinnvolle Antwort ("Ich kann nicht anders" zählt nicht).
Mal das eine, mal das andere, und in der restlichen Zeit beides zusammen...
Offensichtlich nicht - was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist. Denn wenn sie die Stille (wie oben erwähnt) tatsächlich nicht aushalten können, ist sie ja in ihren Augen auch nicht wohltuend.
Warum sich also in eine entsetzliche Situation (den Horror der Stille) begeben, wenn man sie leicht vermeiden kann, indem man einfach die Umstehenden mit weiterem Gelaber (das einem ja eh nicht schwerfällt) quält?
Ich habe mir sagen lassen, dass sie das nicht können, weil sie sonst vergessen, was sie gerade sagen wollten. Im Gegenzug erwarten sie selbstverständlich, dass sich diejenigen, die sie unterbrechen oder gar nicht erst zu Wort kommen lassen, sehr wohl ihre Gedanken merken können und sie dann eben später anbringen, wenn sie selbst irgendwann mal fertig sind.
Du meinst diejenigen, die dann während ihres Redeschwalles auch nicht mitbekommen, wenn man sie etwas fragt oder Einwürfe komplett übergehen, weil sie sie ja nicht hören, richtig?
Ist meiner Meinung nach ein Aspekt, der in den meisten Fällen zutrifft - auch wenn die Betroffenen das natürlich entrüstet von sich weisen werden.
Yep - siehe oben. Es ist eben kein Bedürfnis, sondern ein Zwang. Und dieser Zwang ist dermaßen stark, dass die Armen nicht dagegen ankommen und man als Labertaschen-Zielobjekt ja wohl mal Verständnis haben kann.
Stimmt. Mal. Und kann. Aber nicht muss. Und erst recht nicht immer.
Ja, genauso sieht es meiner Meinung nach aus - und da kann mir die mir gegenüber stehende oder sitzende Labertasche das Gegenteil versichern, so oft sie will.
Wenn ich jemanden ständig unterbreche, ihn von vornherein gar nicht erst zu Wort kommen lasse und / oder das, was er sagt, ins eine Ohr hinein und aus dem anderen direkt wieder hinausgeht (wenn ich es denn überhaupt wahrnehme), dann ist das der Fall, weil das, was er sagt, in meinen Augen eben nicht wichtig / lästig / unbequem ist.
Das glaube ich eigentlich weniger - welche Macht sollte das auch sein? Solange sie ihre Monologhörer (von Gesprächspartnern kann wohl kaum die Rede sein) nicht am Stuhl festbinden, können diese ja jederzeit den Raum verlassen o.ä.
Stimmt, diese schmerzliche (und in meinen Augen unfaire) Erfahrung habe ich bereits zu Schulzeiten machen dürfen.
Gesamtnoten setzten sich zu 2/3 aus der mündlichen Note und nur zu 1/3 aus den schriftlichen Prüfungsergebnissen zusammen. Und während ich mich vergleichsweise seltener meldete, meine Beiträge dann allerdings ausnahmslos korrekt und durchdacht waren und Hand und Fuß hatten, röhrte der aktivste Herr der Klasse zu 95% fachlichen Ausschuss in den Raum, für den er mit sofortiger Wirkung zurückgestuft gehört hätte, und stand dafür zwei Noten über mir.
Noch besser sind ja die Labertaschen, die einem einreden wollen, man wäre in irgendeiner Form komisch und - im Gegensatz zu ihnen - von der Norm abweichend, nur weil man eben zu den eher Stillen gehört.
*vonobenherabbelächelnd*: "Redest Du eigentlich immer so wenig?" (Ja. Fühlst Du Dich durch meine stille Art etwa belästigt?)
*vorwurfsvoll*: "Ich komme mir hier vor wie ein Alleinunterhalter." (Warum wohl?)
*genervt*: "Sag doch zur Abwechslung auch mal was dazu." (Klar, sobald Du mal Luft holst.)
Es gibt keinen. Ich habe bereits alle erdenklichen Gesprächsverläufe durch. Es ist vollkommen irrelevant, wie Du es formulierst (freundlich / humorvoll / bittend / erklärend) - es ändert NICHTS.
Das Einzige, was hilft (und das aber auch nur temporär), ist deutlich und ohne Beschönigung zu sagen, wie sehr es Dich stört und ankotzt.
Und dann bist selbstverständlich Du der Arsch, der sich nicht mal ausnahmsweise zusammenreißen und Verständnis für jemanden aufbringen kann, der nun einmal nicht anders kann und einfach reden muss, weil er eben so ist...
Thema: Labertaschen
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Ergebnis 1 bis 5 von 20
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04-06-2008 11:34 #1
Labertaschen
Sagt mal, Leute, was geht eigentlich in den Köpfen von Labertaschen vor? Ich meine Leute, die ohne Punkt und Komma durchreden, sich nicht darum scheren, ob jemand anders gerade redet, oder ob gerade eine kurze Gesprächspause während eines ganz anderen Themas ist, oder ob das Gegenüber einfach mal gemütlich schweigen und nichts hören und sagen will?
Sind sie gelangweilt, weil gerade Stille ist? Können sie sie nicht aushalten?
Fühlen sie sich von der Stille herausgefordert, sie unbedingt füllen zu müssen? Kommen sie nicht auf den Gedanken, daß Stille auch mal wohltuend sein kann? Und wieso können sie dann andere Leute nicht ausreden lassen? Ein paar von ihnen sind vielleicht schwerhörig und nutzen den Trick, daß sie selber das Thema festlegen, damit sie wenigstens wissen, worum es geht, aber doch nicht alle ...
Oder fühlen sie sich so wichtig, daß sie unbedingt alles allen erzählen müssen? Haben sie so ein starkes Mitteilungsbedürfnis, daß sie es ohne Rücksicht auf Verluste rauslassen? Und was die anderen ihrerseits erzählen, ist ja so unwichtig? Genießen sie ihre Macht über andere? Reden ist immer stärker. Mit Schweigen kriegt man kein Gelaber ausgestellt, aber mit Gelaber kriegt man die Stille zerissen.
Also: Was geht in den Köpfen vor? Und vor allem: WO IST DER AUSSTELLKNOPF?
"Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)
Copyright
Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.
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04-06-2008 13:12 #2
Geändert von Zaunwipfel (04-06-2008 um 13:16 Uhr)

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04-06-2008 14:04 #3
Wenn ich mich an der Stelle mal als notorischer Zwangsschwätzer outen dürfte:
In meinem Falle ist es meist so, dass ich nen Gedankengang besser verfolgen kann, wenn ich ihn ausspreche. Das funktioniert unabhängig davon, ob gerade jemand in Hörweite ist oder nicht: Wenn Düsi ein Problem löst, murmelt er so lange vor sich hin, bis er fertig ist oder unterbrochen wird. Funktioniert sinngemäß auch dann, wenn mich jemand fragt, woran ich gerade arbeite: Bis ich ihn bis hin zum aktuellen Ist-Zustand geführt habe, schlägt meistens schon irgendwo ein Geistesblitz ein, wie man das Ganze darüberhinaus weiterentwickeln könnte. Üblicherweise erfolgt an diesem Punkt der rasche Griff zum Notizbuch, um das Nötigste festzuhalten.
Im Grund aber ist es auch eine gute Methode, Ideen, die man bereits hatte (oder sich - beispielsweise im Rahmen von Prüfungsvorbereitungen - angeeignet hat), an Anderen auszuprobieren: Manches sieht auf dem Papier ganz gut aus, ist aber faktisch Unsinn, den man erst bemerkt, wenn man versucht, den vermeintlichen Geniestreich zu erklären. Spätestens an dem Punkt bemerkt man Denkfehler ziemlich schnell: Nicht zwingend, weil das Gegenüber Paroli bietet, sondern weil man versucht, die eigene Idee deutlich und einwandfrei darzustellen. Das geht aber nicht, wenn da überall Bugs sind. Deshalb ist es auch - weitgehend - egal, ob jemand zuhört oder nicht (oder ob man gar alleine ist):
Papier ist geduldig.
Die eigenen Ohren (oder die des Gegenübers) sind es in der Regel nicht."Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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04-06-2008 14:07 #4
Vor allem geben sie ja nicht zu, Labertaschen zu sein ...
Vielleicht aus Rücksichtnahme? Aber das scheint ja ein Fremdwort zu sein ...Offensichtlich nicht - was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist. Denn wenn sie die Stille (wie oben erwähnt) tatsächlich nicht aushalten können, ist sie ja in ihren Augen auch nicht wohltuend.
Warum sich also in eine entsetzliche Situation (den Horror der Stille) begeben, wenn man sie leicht vermeiden kann, indem man einfach die Umstehenden mit weiterem Gelaber (das einem ja eh nicht schwerfällt) quält?
Ja, aber sie sind ja nie fertig ...Ich habe mir sagen lassen, dass sie das nicht können, weil sie sonst vergessen, was sie gerade sagen wollten. Im Gegenzug erwarten sie selbstverständlich, dass sich diejenigen, die sie unterbrechen oder gar nicht erst zu Wort kommen lassen, sehr wohl ihre Gedanken merken können und sie dann eben später anbringen, wenn sie selbst irgendwann mal fertig sind.
Genau dieDu meinst diejenigen, die dann während ihres Redeschwalles auch nicht mitbekommen, wenn man sie etwas fragt oder Einwürfe komplett übergehen, weil sie sie ja nicht hören, richtig?

Und vor allem nicht, wenn meine Arbeit drunter leidetYep - siehe oben. Es ist eben kein Bedürfnis, sondern ein Zwang. Und dieser Zwang ist dermaßen stark, dass die Armen nicht dagegen ankommen und man als Labertaschen-Zielobjekt ja wohl mal Verständnis haben kann.
Stimmt. Mal. Und kann. Aber nicht muss. Und erst recht nicht immer.
Eben nicht; der aktuelle Anlaß für meinen Beitrag war ja eben, daß ich genau heute eine solche Labertasche ins Büro gesetzt gekriegt habeDas glaube ich eigentlich weniger - welche Macht sollte das auch sein? Solange sie ihre Monologhörer (von Gesprächspartnern kann wohl kaum die Rede sein) nicht am Stuhl festbinden, können diese ja jederzeit den Raum verlassen o.ä.
Und für die nächsten mindestens 6 Wochen, vielleicht sogar auf Dauer 
Aber ich glaube auch eher, daß es mehr mit völliger Gedankenlosigkeit zusammenhängt.
Das kommt mir seeeeehr bekannt vorStimmt, diese schmerzliche (und in meinen Augen unfaire) Erfahrung habe ich bereits zu Schulzeiten machen dürfen.
Gesamtnoten setzten sich zu 2/3 aus der mündlichen Note und nur zu 1/3 aus den schriftlichen Prüfungsergebnissen zusammen. Und während ich mich vergleichsweise seltener meldete, meine Beiträge dann allerdings ausnahmslos korrekt und durchdacht waren und Hand und Fuß hatten, röhrte der aktivste Herr der Klasse zu 95% fachlichen Ausschuss in den Raum, für den er mit sofortiger Wirkung zurückgestuft gehört hätte, und stand dafür zwei Noten über mir.

Gut finde ich auch die Variante: A: *schweig ein paar Sekunden* ... B: *schweigt weil einfach noch gegen die Wand geredet* ... A: "Sag doch auch mal was" ... B *grübel* ... "Na gut, neulich hab ich dasunddas ge ..." A (fällt ins Wort): "Ach ja, das habe ich auch schon ... ... ... " laberrhabarberblaNoch besser sind ja die Labertaschen, die einem einreden wollen, man wäre in irgendeiner Form komisch und - im Gegensatz zu ihnen - von der Norm abweichend, nur weil man eben zu den eher Stillen gehört.
*vonobenherabbelächelnd*: "Redest Du eigentlich immer so wenig?" (Ja. Fühlst Du Dich durch meine stille Art etwa belästigt?)
*vorwurfsvoll*: "Ich komme mir hier vor wie ein Alleinunterhalter." (Warum wohl?)
*genervt*: "Sag doch zur Abwechslung auch mal was dazu." (Klar, sobald Du mal Luft holst.)
Ich versuche es gerade mit komplettem Ignorieren und konzentriert auf meinen Bildschirm starren und offensichtlich was eintippen (Es gibt keinen. Ich habe bereits alle erdenklichen Gesprächsverläufe durch. Es ist vollkommen irrelevant, wie Du es formulierst (freundlich / humorvoll / bittend / erklärend) - es ändert NICHTS.
), aber auch das hilft nichts ...
Mal schauen, wann ich so drastisch werde ... es ist nur eine Frage der ZeitDas Einzige, was hilft (und das aber auch nur temporär), ist deutlich und ohne Beschönigung zu sagen, wie sehr es Dich stört und ankotzt.
Und dann bist selbstverständlich Du der Arsch, der sich nicht mal ausnahmsweise zusammenreißen und Verständnis für jemanden aufbringen kann, der nun einmal nicht anders kann und einfach reden muss, weil er eben so ist...
"Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)
Copyright
Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.
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04-06-2008 17:06 #5
Schwerhörigkeit führt zu schwierigen Kommunikationsproblemen, die nichts damit zu tun haben, dass man eine ignorante, ich-bezogene Labertasche ist, die sich am liebsten selbst reden hört, die redet um des Redens willen und dann anschließend als kommunikativ und sympathisch gilt und natürlich in der Schule die guten Noten bekommt, weil blablabla, und dann solche Sprüche reißt wie ihr schon gut zusammengefasst habt.
Nein, ich würde sagen, Schwerhörige reißen das Gespräch einfach nicht so an sich. Also bitte keine sinnlosen Vergleiche. Nicht zuhören und nicht hören können, das ist doch ein eklatanter Unterschied.
"Wir hatten zwei Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, nen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und n ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher, einen Liter Tequila, ne Flasche Rum, ne Kiste Bier, nen halben Liter Äther und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für unsere Tour brauchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat, ne ernsthafte Drogensammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden..."


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