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Thema: Kreativität

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  1. #1
    jodoca ist offline Moderator
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    01.01.2003
    Beiträge
    3.140

    Kreativität

    Was denkt ihr ist der Unterschied zwischen der Kreativität eines Künstlers und der eines Wissenschaftlers?

    Ist die Frage doch am Ende eine Antwort zwischen Geniekult und pathologischem Denken auf der einen Seite und geordenter, brauchbarer Wissenserforschung auf der anderen?
    Ein Gedicht, was es sonst auch immer noch sein mag, ist zuerst ein Text.

  2. #2
    handwerkerMZ Gast

    künstler

    ich denke, die Sache sieht so aus: beide wollen etwas erreichen auf einem bestimmten Gebiet. Dort stehen ihnen Werkzeuge und Mittel zur Verfügung. Der Künstler hat die Tradition der Malerei, bekannte Motive und Techniken, seine Farben, Leinwand und Pinsel; der Wissenschaftler vorhandene Gesetze (der Physik, Chemie, Mathe, etc.) und Computer.
    Beide müssen ihre Möglichkeiten kennen und diese mit Kreativität neu kombinieren. Künstler (seien es Maler oder Musiker) verarbeiten ständig alte Motive zu neuen Kombinationen und verwenden dazu verschiedene Techniken.

    Im breiten Sinne bin ich Wissenschaftler und Künstler. Wenn ich programmiere laufen bei mir im Kopf die selben Prozesse ab wie beim Malen. Ein Algorithmus kann schön sein und er verrät viel über mich, genauso wie ein Bild. Ich bin nicht der erste Mensch, der einen Baum malt und nicht der erste, der einen Sortieralgorithmus programmiert. Aber meine Kreativität erlaubt mir beim Erschaffen von beiden etwas von meiner Persönlichkeit einfliessen zu lassen und das so zu machen, wie noch keiner vor mir.

  3. #3
    Avatar von Woof
    Woof ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
    Registriert seit
    12.12.2003
    Beiträge
    532
    Zitat Zitat von jodoca
    Ist die Frage doch am Ende eine Antwort zwischen Geniekult und pathologischem Denken auf der einen Seite und geordenter, brauchbarer Wissenserforschung auf der anderen?
    Nein. Für manche Kunstwerke braucht man sehr viel "geordnetes" Denken. Denke z.B. kaum, dass Christo & Jeanne-Claude einfach mal pauschal 'n paar Rollen Tuch bei Karstadt kaufen und dann schauen, wie weit sie damit kommen. Alternatives Beispiel: Fotorealismus. Da ist sehr viel Planung und Exaktheit gefragt.
    Ich finde, die Frage läuft weniger auf die Kreativität raus, da die Grundprozesse meines Erachtens nach durchaus ähnlich sind (man denke an die schöne Story von Herrn Kekulés Entdeckung der Benzol-Formel, obwohl ich schon meine Zweifel habe, ob das so ganz stimmt). Es geht wohl eher um die Grundfrage, was Kunst ist und was Wissenschaft ist, und meines Erachtens eher um Bewusstheit als um Kreativität. Grundsätzlich ist es wohl so, dass man in der Kunst teilweise unbewusster arbeiten kann als in der Wissenschaft, wo das Köpfchen in der Regel dabei sein muss. Aber eben auch nicht immer und überall, und gerade die Überschneidungen zwischen beiden Ebenen sind oft das Faszinierende.
    Der Wolf ist ein großer Übeltäter, doch er lehrt die Hirten, auf der Hut zu sein.
    Chinesisches Sprichwort

  4. #4
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278

    Kreativität - wozu?

    Ich würde den Unterschied gar nicht mal an der Form oder den Mitteln festmachen.

    Ein Künstler möchte etwas zum Ausdruck bringen, egal ob es sich um darstellende oder bildende Künste handelt. Tut er das nicht, degradiert er sich selbst zum (Kunst-) Handwerker.

    Der Wissenschaftler sucht nach einer Erklärung. Die kann manchmal schlicht oder ästethisch sein, aber das einzige Kriterium, an dem sich eine Erklärung messen lassen muss, ist die Realität.
    Wenn sie die Realität nicht abbildet und vorhersagt, dann ist auch die schönste Erklärung völlig wertlos.

    Die Natur ist kreativ genug und stellt den Wissenschaftler immer wieder vor neue Rätsel. Seine Kreativität ist höchstens bei der Anordnung eines Experimentes gefragt. Manche Wissenschaftler verschwenden ihre Kreativität auch auf die Darstellung ihrer "Erfolge" oder dabei, einen Kollegen, der eine andere Ansicht vertritt, madig zu machen.
    Das kann einem Künster auch passieren. Wenn er nämlich erst oder nur dann Kreativität walten läßt, wenn er seine Kunst zu präsentiert.

    Egal ob Wissenschaft oder Kunst. Wenn sie gut ist, spricht sie für sich selbst.

  5. #5
    Avatar von Zuschauer
    Zuschauer ist offline "Doktorand" (150-299 Beiträge)
    Registriert seit
    03.07.2002
    Beiträge
    164
    Zitat Zitat von Astir01
    Ein Künstler möchte etwas zum Ausdruck bringen, egal ob es sich um darstellende oder bildende Künste handelt. Tut er das nicht, degradiert er sich selbst zum (Kunst-) Handwerker.
    und was ist wenn ein Künstler am Beginn seines Schaffensprozesses noch gar nicht weiß, was er will. Vielleicht kann er trotzdem bereits faszinierende "Objekte" hervorbringen
    Zitat Zitat von Astir01
    aber das einzige Kriterium, an dem sich eine Erklärung messen lassen muss, ist die Realität.
    Dá hast du recht, dumm nur, dass jeder Mensch seine eigene Realität auslebt.
    Zitat Zitat von Astir01
    Egal ob Wissenschaft oder Kunst. Wenn sie gut ist, spricht sie für sich selbst.
    Ein wahres Wort!

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