Hallo Leute,
mich bewegt in letzter Zeit aus gegebenem Anlaß die Frage, aus welchen Gründen und wann (und vor allem wann nicht) man sich in einen anderen Menschen verliebt.
Kann man das isolieren? Wißt ihr im konkreten Fall, warum ihr euch verliebt habt? Oder ist es nur blindes, willkürliches Spiel der Pheromone? Zufall? Was bedingt Verlieben im Gegensatz zur bloßem Gernmögen?
Warum verlieben sich Leute in unpassende Partner (und umgekehrt)?
Ich weiß, daß das Thema wahrscheinlich schon ziemlich oft durchgekaut wurde, aber es nimmt im Moment öfters meine Gedanken ein, weil ich eben gerade mal wieder der war, in den sich dann nicht verliebt wurde, obwohl alles drumherum so gut paßte.
mfg
RPunkt
Thema: Warum verliebt man sich?
+ Antworten
Ergebnis 1 bis 5 von 101
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10-07-2004 16:27 #1
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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- 05.03.2004
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Warum verliebt man sich?
If blood will flow when flesh and steel are one
Drying in the colour of the evening sun
Tomorrow's rain will wash the stains away
But something in our minds will always stay
Perhaps this final act was meant
To clinch a lifetime's argument
That nothing comes from violence
And nothing ever could
For all those born beneath an angry star
Lest we forget how fragile we are
-Sting, "Fragile"
-
10-07-2004 16:47 #2
Du stellst aber auch schwierige Fragen!!!
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10-07-2004 16:51 #3
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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Tja Chefin, das sind diejenigen, die es wert sind, gestellt zu werden...
If blood will flow when flesh and steel are one
Drying in the colour of the evening sun
Tomorrow's rain will wash the stains away
But something in our minds will always stay
Perhaps this final act was meant
To clinch a lifetime's argument
That nothing comes from violence
And nothing ever could
For all those born beneath an angry star
Lest we forget how fragile we are
-Sting, "Fragile"
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10-07-2004 17:24 #4
Ich halte nicht so viel von Verliebtheit, gleich vorneweg. Es ist ein schönes Gefühl. Na ja und das ist schon fast alles.
Liebe ist bedeutsam, Freundschaft auch. Sie bedeuten, daß man den Menschen gut kennt und ihn so mag, wie er ist, sich dafür entschieden hat, ihn zu lieben - weil und obwohl man ihn gut kennt.
Meines Erachtens entsteht Verliebtheit immer, wenn man den Anderen zu wenig kennt, um ihn zu mögen oder zu lieben.
Verliebtheit ist ein intensives Gefühl, das entsteht, weil man den Anderen idealisiert. Das bedeutet einfach, daß man nur wenige Aspekte von ihm kennt, und sich den Rest ausmalt. Man empfindet nicht wirklich was für den Menschen, sondern eher für eine Phantasie, ein Trugbild. Insofern sehe ich Verliebtheit als das genaue Gegenteil von Liebe an. Liebe bedeutet, den Menschen so zu sehen, wie er ist, Verliebtheit bedeutet, ihn nicht so sehen zu können, wie er ist, sondern ihn verzerrt wahrzunehmen, falls überhaupt. Verliebtheit vergeht auch schnell. Man lernt den Menschen kennen und ist dann irritiert, daß er doch nicht so ist, wie man ihn sich ausgemalt hat. Die Situationen, die sich ergeben und das Verhalten des Angebeteten in diesen Situationen sind ganz anders, als man sich das immer vorgestellt hat. Manche sind dann wütend und glauben, der Andere habe sich verstellt oder sich plötzlich stark verändert. Oder sie wollen den anderen ändern, damit er dem Ideal entspricht, das man sich ausgemalt hat. Er soll auf einmal dies und das. Soll sagen "Ich liebe Dich" und "Du siehst hübsch aus", soll Blumen mitbringen, aber nicht auf den Hinweis hin, sondern ganz spontan. Soll sich so kleiden und das hier essen. Soll in seiner Freizeit das tun, aber nicht das. Soll, soll. Manche Freundinnen von mir können stundenlang nur darüber reden, was ihr Partner soll. Im Grunde nehmen sie einen Menschen zum Freund und krempeln (erziehen) ihn dann total um. Und sehen das auch noch als Tugend.
Das ist das Gegenteil von Liebe, versteht das jemand? Und ich denke, das hat direkt mit Verliebtheit zu tun und dem Idealbild (von dem Menschen und von der Beziehung), das man sich ausgemalt hat.
Verliebtheit verfliegt so schnell, wie sie aufgetaucht ist. Manchmal entsteht dann endlich Liebe, manchmal bleibt nach der Verliebtheit nicht einmal mehr Sympathie zurück.
Insofern bin ich der Meinung, daß Verliebtheit oft viel zu ernst genommen wird. Man sollte dieses Gefühl nicht so ernst nehmen. Es bedeutet einfach nur, daß man einen Menschen vorerst sympathisch findet. Verliebtheit macht, daß man den anderen leichter an sich ranlassen kann, es sogar will, ein intensives Bedürfnis danach hat und alles über ihn wissen will, sehr viel Interesse hat. Es ist also eine Gelegenheit, einen Menschen kennenzulernen und eine Beziehung aufzubauen.
Meiner Meinung nach entsteht eine Beziehung aber idealerweise aus einer Freundschaft. Wenn man den Menschen gut kennt und zu schätzen weiß. Wenn dann irgendwann die sexuelle Komponente und irgendwann Liebe dazukommt, hat man eine gute Chance auf eine sehr stabile, innige Beziehung.
Grüße,
Emmalife is funny but not ha-ha-funny.
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10-07-2004 17:40 #5
Hi RPunkt,
seit fast 10 Jahren bin ich schon auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie Gefühle entstehen.
Früher dachte ich immer Gefühle wären das Produkt einer Interaktion zwischen zwei Menschen. Aber das würde die Fälle ja nicht mit einschließen, in denen es überhaupt keine Interaktion gab.
Ich denke, dass es die Hoffnung ist, die Gefühle entstehen lässt. Die Hoffnung darauf, dass die in jedem Menschen zumindest latent vorhandene Sehnsucht nach Partnerschaft erfüllt wird.
Wenn du also mit irgendjemandem in Kontakt trittst, sei es an der Uni oder in einem Chat kann es passieren, dass du dir Hoffnungen machst und du deine Sehnsüchte auf diese Person projezierst.
Das ganze spielt sich dabei hauptsächlich im Kopf ab und hat mit der anderen Person primär nichts zu tun.
Wenn du dich also für jemanden interessierst, dann ist deine einzige sinnvolle Option, dieser Person Hoffnungen zu machen, indem du ihr dein Interesse signalisierst.
Wenn alles gut geht, wird diese Frau dein Interesse erkennen und sich eben Hoffnungen machen und darüber nachdenken, wie es denn so wäre mit dir........
Dieses sich gegenseitig Hoffnungen machen hat dann im Optimalfall zur Folge, dass man sich inneinander verliebt und die Sache eben nicht einseitig ist.
Die Gründe warum es bei dieser "normalsten" Sache der Welt Probleme geben kann sin vielfältig.
Z.b.:
- Jemand spielt mit dir und signalisiert dir Interesse, obwohl gar keines vorhanden ist
- Die andere Person hat noch jemandem im Auge.
- Dein Interesse an dieser Person kommt zeitlich zu spät
- Du hättest grundsätzlich Chanen, aber die andere Person ist schon vergeben.
- u.s.w.
@EmmaPeel:
Das dieses Verliebtheitsgefühl überschätzt wird sehe ich auch so, dennoch sind nur sehr wenige Menschen bereit darauf zu verzichten. Die Mehrheitsmeinung hierzu lautet "Na ja, Funken muss es schon".
Eine Freundschaft als Basis für eine Beziehung ist etwas herrliches. Nur ist es in der Praxis äußerst kompliziert aus einer Freundschaft mehr zu machen.......
In diesem Zusammenhang hört man dann ja häufig so Floskeln wie "Ich habe dich immer nur als Bruder gesehen"... usw.
Viele Grüße
ChrisGeändert von Chris (10-07-2004 um 17:47 Uhr)
Wenn du etwas willst,
was du noch nie hattest,
musst du etwas tun,
was du noch nie tatest.
"Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen,
glücklich zu sein" Aus Der kleine Prinz
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