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  1. #1
    Avatar von Lordi
    Lordi ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Eroberung - kann's sowas geben?

    Man kennt es ja, angefangen bei diesen Filmen, die in der Nähe Los Angeles' gedreht werden und deren Handlung man nach etwa siebeneinhalb Minuten vorhersagen kann, bis hin zu den strahlenden Sonnen der Weltliteratur: Liebe heißt Eroberung. Zahllose Geschichten ranken sich um das mühsame und leidvolle Ringen um das Herz der oder des Auserwählten, und oft genug mit glücklichem - ja, durch das Schwierige umso glücklicherem - Ausgang.

    Allein: Gibt's das denn wirklich? Ist Liebe, die erst mühevoll errungen und angefacht werden muss, tatsächlich eine sinnige Option? Etwas, dem man sich durchaus widmen kann oder gar sollte? Oder ist es (wenn es dies denn überhaupt einmal in signifikantem Maße gab) ein Anachronismus, der in unserer (post-)modernen, schnelllebigen Gesellschaft eigentlich fehl am Platze ist und mehr Leid als Freud' beschert? Wollen wir sowas überhaupt, oder versperren wir uns nicht gegen eine solche Möglichkeit?

    Dass der gute Lordi all diese Fragen stellt, liegt übrigens weniger als einer nachweihnachtlichen philosopisch-sentimentalen Stimmung, sondern an einer (wie üblich) komplizierten Begebenheit:

    Vor einiger Zeit kam es, dass ich mit einer bis dato bloßen Bekannten mehr unternahm, bis irgendwann eine ... nennen wir's: Affäre daraus wurde. Anfangs noch etwas verhalten wurde sie immer intensiver, wir verbrachten dann sogar zusammen einen sehr schönen Urlaub. Dass nicht mehr daraus wurde, lag daran, dass wir beide uns (so sagten wir es uns gegenseitig jedenfalls) nicht verliebt fühlten - auch wenn wir uns schon manchmal so verhielten. Dennoch kamen wir uns immer näher, sie forcierte es auch, während ich mich doch irgendwie etwas zurückhaltender, aber auch immer mehr "nachgebender" (wir waren ja nicht verliebt, passten nicht zusammen und suchten auch woanders - so jedenfalls der Tenor) gab ... bis dann sie eines Tages plötzlich nicht mehr wollte. Die Begründung war etwas unklar, und einer Klärung verweigerte sie sich dadurch, dass sie plötzlich überhaupt keine Zeit mehr hatte und wir nur sehr sporadisch noch E-Mail schrieben. Wiewohl sie immer versicherte, dass sie zumindest die gute Freundschaft nicht aufgeben wollte ... was sie faktisch aber irgendwie tat, sondern mich lieber krass ignorierte.

    Ich war nun sehr verwirrt und wartete mehr oder minder ab, merkte aber allmählich, was für ein Idiot ich gewesen bin. Denn ich war schon länger verliebt, habe es aber aus verschiedenen Gründen nicht eingestehen wollen. Und bei ihr war definitiv auch mehr im Spiel gewesen ... Nun habe ich es ihr vor kurzem klar gesagt und bekam gestern die "Absage": Sie habe keine Gefühle für mich, die über freundschaftliche hinausgingen, und überhaupt würden wir ja nicht zusammenpassen. (Und umgehen könne sie mit der ganzen Sache auch überhaupt nicht.)

    Und damit kommen wir allmählich zum oben so schön philosophisch angerissenen Thema: Dass sie nicht wirklich in mich verliebt ist, glaube ich ihr ja. Nur wundert mich dieses "wir passen ja nicht zusammen", schon deshalb, weil ich aus der eigenen Erfahrung weiß, dass dies auch mich davon abgehalten hat, mich zu verlieben. Das kam dann erst durch, als ich erkannt habe, dass ich einem falschen Ideal hinterhergelaufen bin (was übrigens einigermaßen unabhängig von ihr passierte). Ich denke, dass wir gut zusammen passen, und ich weiß, dass sie durchaus Gefühle für mich hat(te). Und ich möchte es darum ungern einfach so aufgeben.

    Und nun bleiben die Fragen: Bringt es überhaupt etwas, sie noch (oder wieder) erobern zu wollen? Ist der Zug nicht schon lange abgefahren und uneinholbar? Möchte sie sich denn überhaupt erobern lassen, oder wehrt sie es eh ab? Und letztlich: Wie stelle ich es überhaupt an? Unsere Kommunikation (die einst sowas von toll war) ist derzeit quasi nicht vorhanden ...

    Man merkt: Trotz der tollen Einleitung ist das Thema, äh, recht persönlich gefärbt. Tja, sorry.
    "Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war."

  2. #2
    Avatar von chatwoman
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    Lordi im Schreibfieber!
    Hab ich da etwas verpasst?

    Zitat Zitat von Lordi Beitrag anzeigen
    Und nun bleiben die Fragen: Bringt es überhaupt etwas, sie noch (oder wieder) erobern zu wollen? Ist der Zug nicht schon lange abgefahren und uneinholbar? Möchte sie sich denn überhaupt erobern lassen, oder wehrt sie es eh ab? Und letztlich: Wie stelle ich es überhaupt an? Unsere Kommunikation (die einst sowas von toll war) ist derzeit quasi nicht vorhanden ...
    Da ich sie nicht kenne und daher nicht einschätzen kann, nur ein paar Gedanken:
    Erfahrungsgemäß finden sich zwei (wirklich mehr oder weniger) Verliebte von alleine. Da bedarf es keiner besonderen Eroberungen.
    Man nehme großes Interesse bis heimliches Verliebtsein, vermenge es mit zahlreichen Treffen, würze es mit zufälligen Annäherungen und schönen Erlebnissen und PENG ist es eine Beziehung.
    Nicht umsonst heißt es: Gerade wenn man NICHT nach einer Beziehung sucht, findet man eine. (Hat bei mir komischerweise all die Zeit gestimmt ?!?)

    Nun kann es natürlich sein, dass sie mehr Kampf deinerseits sehen möchte - doch anhand deiner Beschreibung kann mich sich dieser Tatsache nicht sicher sein - dazu muss man sie kennen!

    Ich denke, ich würd den MIttelweg gehen: Ein letztes Mal die Geschütze auffahren, ihr sagen, worum es dir geht und wie du dich fühlst und dann abwarten, ob von dir etwas zurück kommt.
    Ich meine damit keine wochenlange Fehde, sondern wirklich ein einziges Gespräch. Eure Kommunikation ist nicht vorhanden, sagst du? Dann bohre dich ein letztes Mal zu ihr hindurch - wenn sie echtes Interesse hat (ob sie es nun merkt oder nicht), dann wird dir ein Ohr schon zuhören ...

    Viel Erfolg!

  3. #3
    Avatar von Lordi
    Lordi ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von chatwoman Beitrag anzeigen
    Lordi im Schreibfieber!
    Hab ich da etwas verpasst?
    Bei Kummer werde ich eben schwach ... aber bezeichnend, dass Du auch mal wieder was schreibst.


    Da ich sie nicht kenne und daher nicht einschätzen kann, nur ein paar Gedanken:
    Erfahrungsgemäß finden sich zwei (wirklich mehr oder weniger) Verliebte von alleine. Da bedarf es keiner besonderen Eroberungen.
    Man nehme großes Interesse bis heimliches Verliebtsein, vermenge es mit zahlreichen Treffen, würze es mit zufälligen Annäherungen und schönen Erlebnissen und PENG ist es eine Beziehung.
    Nicht umsonst heißt es: Gerade wenn man NICHT nach einer Beziehung sucht, findet man eine. (Hat bei mir komischerweise all die Zeit gestimmt ?!?)
    Schon wahr. Manchmal - das lehren uns jedenfalls viele Erzählungen - muss es aber was mehr sein. Ob das sinnig oder überhaupt wahr ist, darum geht's hier ja. Unter anderem.

    Nun kann es natürlich sein, dass sie mehr Kampf deinerseits sehen möchte - doch anhand deiner Beschreibung kann mich sich dieser Tatsache nicht sicher sein - dazu muss man sie kennen!
    Ich denke nicht, dass sie einen Kampf von mir erwartet. Aber erobern heißt ja: Etwas bekommen, was nicht gegeben werden will.

    Ich denke, ich würd den MIttelweg gehen: Ein letztes Mal die Geschütze auffahren, ihr sagen, worum es dir geht und wie du dich fühlst und dann abwarten, ob von dir etwas zurück kommt.
    Ich meine damit keine wochenlange Fehde, sondern wirklich ein einziges Gespräch. Eure Kommunikation ist nicht vorhanden, sagst du? Dann bohre dich ein letztes Mal zu ihr hindurch - wenn sie echtes Interesse hat (ob sie es nun merkt oder nicht), dann wird dir ein Ohr schon zuhören ...
    Also am meisten betrübt mich ja, dass keine Kommunikation stattfindet. Das hat mich schon getroffen, bevor mir bewusst wurde, was ich wirklich für sie empfinde. Und das hat mich auch wahnsinnig gemacht, da ich so keine (oder eigentlich genauer: eben bloß eine) Ahnung habe, was sie denkt und fühlt. Ich bin mir sicher, dass ihr Gefühl eine Zeitlang zumindest indifferent war und in der Mitte zwischen Freundschaft und Liebe hing. Und bei mir ist es so, dass, wenn es mal soweit war, auch alles weiter möglich bleibt ... aber vielleicht bin ich da auch was seltsam.

    Mein Dilemma ist, dass sie schon seit längerem auf Abwehr gestellt hat. Ein echtes, offenes Gespräch wird so nur schwer möglich sein. (Möglicherweise auch von meiner Seite, auch wenn ich mich bemühe ...)
    "Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war."

  4. #4
    Avatar von chatwoman
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    OK, mal angeommen, du entschließt dich jetzt dazu, den (letzten?) Kontakt mit ihr zu suchen - wie wirst du es anstellen?

  5. #5
    Avatar von Lordi
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    Zitat Zitat von chatwoman Beitrag anzeigen
    OK, mal angeommen, du entschließt dich jetzt dazu, den (letzten?) Kontakt mit ihr zu suchen - wie wirst du es anstellen?
    Gute Frage!

    Ihr "Nein" kam per Mail, und da sagte sie auch, dass sie nicht weiß, wie sie nun mit mir umgehen soll und sie es für besser hält, wenn wir uns erstmal nicht zu zweit sehen. (Letzteres ist insofern witzig, weil das schon quasi seit drei Monaten so ist.)

    Darauf schrieb ich ihr zurück (nachdem ich versucht habe, sie anzurufen), dass sie möglicherweise recht hat, ich aber dennoch gerne noch einmal mit ihr reden würde - schon allein, weil mir dieser ewige E-Mail-Mist auf den Keks geht. (Hab ich natürlich anders formuliert.)

    Wie und worüber ich mit ihr sprechen soll - tja ... ich würde ja gerne erfahren, was das alles sollte - also die lange kommunikative Eiszeit, die meiner "Enthüllung" vorausging, ja sie erst nötig machte -, aber ich glaube nicht, dass ich da eine sinnvolle Antwort bekomme ... ich warte ja seit langem darauf, dass sie wieder mit mir redet.

    Nachtrag: Wir sehen uns quasi gezwungenermaßen etwa einmal die Woche.
    Geändert von Lordi (27-12-2007 um 16:03 Uhr)
    "Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war."

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