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  1. #1
    Avatar von Jemand
    Jemand ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
    Registriert seit
    13.06.2005
    Beiträge
    357

    Frage Woran merkt man, dass man eine Trennung überwunden hat?

    Hallo zusammen,

    ich hatte vor gut vier Monaten eine Trennung, wie ich ja auch hier schon mal im Forum berichtet hatte. An sich denke ich, dass ich die Sache inzwischen einigermaßen verarbeitet habe, dann gibt es wiederum so melancholische Momente wie diesen gerade, wo ich mich frage, ob ich da immer noch nicht drüber hinweg bin oder ob es stärker die "Mangel"-Gefühle sind (sage ich jetzt mal so), die mit dem Allein-Sein zusammenhängen.

    Wenn ich über meine Ex-Freundin nachdenke, überkommt mich zum einen Traurigkeit, dass wir nicht mehr zusammen sind und betrübte Ratlosigkeit, weil mir letztendlich der Moment und die Gründe für die Trennung nach wie vor schleierhaft sind. Ich frage mich dann, ob ich vielleicht irgendetwas falsch gemacht habe und die Beziehung noch hätte retten können. Dann komme ich wiederum zu dem Schluss, dass ich mich hätte komplett verbiegen müssen und selbst dann höchstens die Trennung herausgezögert, aber wohl nicht verhindert hätte.

    Andererseits kann ich soweit akzeptieren, dass sie a) nicht mit der Fernbeziehung klar gekommen ist und b) wohl eine zu unterschiedliche Lebenseinstellung/-planung hatte, c) sich unter einer Beziehung wohl etwas anderes vorgestellt hat als ich und d) zu sehr geklammert hat und mich zu wenig als Individuum, das zwar eine Beziehung führt, aber trotzdem noch ein eigenständiger Mensch mit seinen Vorstellungen, Träumen und Wünschen ist, akzeptiert hat.

    Einerseits kann ich hier also gewissermaßen abstrahieren und analysieren, andererseits ist die bildliche Vorstellung an meine Ex nach wie vor mit sehr viel traurigen und wehmütigen Gefühlen verbunden.

    Das Leben geht weiter, das alte Jahr ist bald vorbei und so möchte ich eigentlich nicht diese Wehmut noch ewig lang mit mir rumschleppen, sondern stattdessen positiv auf das schauen, was mich vielleicht in Zukunft erwartet, auch wenn ich es jetzt vielleicht noch nicht vor Augen habe.

    Das geht natürlich nicht auf Zuruf und von jetzt auf gleich, andererseits muss doch auch irgendwann einmal der Moment kommen, wo man sagt, "ok und abgehakt"?

    Was meint Ihr, woran merkt man, dass man eine Trennung überwunden hat? Und wie kann das Abschied nehmen leichter fallen?

    Euer Jemand
    "auf und ab? ganz weit unten ..."

  2. #2
    Tigger ist offline Moderator
    Registriert seit
    01.11.2002
    Beiträge
    1.574

    Generelle Aussagen schwer (aber irgendwo gibt's nen Thread dazu)

    Irgendwann wacht man auf, stellt fest, dass man ohne Bitterkeit, Trauer oder schale Gefühle für den Anderen ist.
    Nein, man ist einfach froh, dass dieser Lebensabschnitt hinter einem liegt.

    Bei meiner letzten Beziehung schien es mir so, als wäre ich eines sonnigen Tages wieder aufgewacht und hätte plötzlich mein Leben wieder nur für mich gehabt.

    War ein unglaubliches Gefühl der Freiheit, ich war ruhiger, weiser und gelassener geworden. Plötzlich konnte ich mich wieder an der Schönheit der Söhne anderer Mütter mit erfreuen und auch diese bewundern.
    "You can get the tiger out of the jungle, but you can't get the jungle out of the tiger" - einen Dank an den Vogonen für den Signaturspruch

    Moderatorin im Kontakte- und im Karriere-Forum

  3. #3
    CHILDofTOOL Gast
    Zitat Zitat von Jemand Beitrag anzeigen



    Dann komme ich wiederum zu dem Schluss, dass ich mich hätte komplett verbiegen müssen und selbst dann höchstens die Trennung herausgezögert, aber wohl nicht verhindert hätte.

    Andererseits kann ich soweit akzeptieren, dass sie a) nicht mit der Fernbeziehung klar gekommen ist und b) wohl eine zu unterschiedliche Lebenseinstellung/-planung hatte, c) sich unter einer Beziehung wohl etwas anderes vorgestellt hat als ich und d) zu sehr geklammert hat und mich zu wenig als Individuum, das zwar eine Beziehung führt, aber trotzdem noch ein eigenständiger Mensch mit seinen Vorstellungen, Träumen und Wünschen ist, akzeptiert hat.

    Daran solltest du immer wieder denken. Wenn du dann wirklich einsiehst, dass es jetzt besser ist, da oben genannte Punkte ja nicht erfüllt waren, dann biste auch drüber hinweg.
    Obwohl ich mir sowas auch immer sage, aber ab und an überkommt mich dann doch der ein oder andere Gedanke, der mich runterzieht. Aber wenn ich mir dann meine Punkte aufsage, wieso und warum das nicht gut ging, ist es auch wieder genauso schnell vorbei wies kam.
    Und wenn du Bock auf jemand neuen hast ohne irgendwelche Parallelen zu alten Sachen zu ziehen.
    Ansonsten natürlich ich Tigger zustimmen.

  4. #4
    jodoca ist offline Moderator
    Registriert seit
    01.01.2003
    Beiträge
    3.140
    wenn man sich um die alte beziehung und den expartner keinen kopf mehr macht, wenn man nicht ständig darüber nachdenkt, wie man die beziehung überwinden kann oder ob man sie denn schon überwunden hat. manchmal gefällt man sich aber auch in der rolle des leidenden, ob das dann noch viel mit der exbeziehung zu tun hat, oder nicht einfach nur bequem ist, kann ich nicht sagen.nach einer gewissen zeit der trauer, und die braucht man, sollte man sich wieder an das aktive leben gewöhnen können. ich halte nicht viel davon, sich gleich in eine neue beziehung zu begeben, das fehlen des gewohnten partners muss betrauert werden und das braucht seine zeit, mit party und noch mehr party schafft man das denke ich nicht, vielleicht braucht es ein paar ruhige wochen in zurückgezogenheit zum auskummern, damit man wieder unbekümmert sehnen kann.
    ich sage immer wenn die sehnsucht den namen verloren hat, kann man ihr einen neuen namen geben.
    Ein Gedicht, was es sonst auch immer noch sein mag, ist zuerst ein Text.

  5. #5
    Avatar von Jemand
    Jemand ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
    Registriert seit
    13.06.2005
    Beiträge
    357
    Hallo Ihr lieben,

    ich danke Euch für Eure Beiträge und werde es beherzigen. Ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr, dass viel Glück für uns alle bringt und nicht zu oft einen traurigen Blick auf das, was vergangen ist, in uns hervorruft.

    Euer Jemand
    "auf und ab? ganz weit unten ..."

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