der threadtitel ist programm.
mich würde interessieren, warum du das lebensformmodell "beziehung" möchtest oder hast.
was erhoffst du dir davon und welche vorteile versprichst du dir davon?
welche andere lebensform wäre für dich noch möglich? gibt es echte alternativen für dich? wenn ja/nein, warum?
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Ergebnis 1 bis 5 von 14
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28-11-2008 11:44 #1
Moderator
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wozu brauchst du eine beziehung?
Ein Gedicht, was es sonst auch immer noch sein mag, ist zuerst ein Text.
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28-11-2008 12:45 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Eigentlich nur einführend ergänzen zu dieser durchaus interessanten Fragestellung möchte ich, daß vor allem im hier Kuschelforum eines immer wieder sichtbar wird:
Nur das Leben in einer Beziehung wird als lebenswert empfunden. Als "Single" gilt man als Mensch zweiter Klasse, fast als Soziopath; genauer gesagt: nur das sexuell aufgeladene Leben gilt als lebenswertes Leben (eine dauerhafte Beziehung wird einem halbwegs regelmäßigen Sexualleben meist untergeordnet). Schon die Bezeichnung "Single", also die Definition als etwas, was man nicht ist, nicht hat, also keine Beziehung, ist bezeichnend.
Auf die Frage: "Was bist Du?" anworten viel zu viele Menschen "Single" oder "verheiratet", nicht "Akademiker", "Agnostiker" oder "Alkoholiker", was vielleicht viel bezeichnender, charakterisierender wäre als das Beziehungsgedöns.
Somit ist jodocas Fragestellung nach dem Gebrauchen einer Beziehung berechtigt provokant gestellt: Wir sind umgeben von Menschen, die sich praktisch ausschließlich über ihre Beziehung definieren, dies meistens nicht einmal bemerken, nie "ich", sondern nur von "wir" reden, dies manchmal auch noch gesellschaftlich legitmiert haben wollen und heiraten ("Mein Mann und ich, wir gehen oft ins Theater"). Das ist armselig.
Ja, eine Beziehung kann sehr guttun; ich verstehe es als so eine Art Bonus. Mit Beziehung ist es einfach schöner. Ohne Beziehung heißt es aber noch lange nicht, daß man in tiefe Depressionen verfallen muß...
Lebensformmodell: Finde ich etwas übertrieben, es so nennen zu wollen. Ein Lebensformmodell ist m. E. eine Entscheidung, die sich nicht unbedingt darauf beziehen muß, ob man nun ein Hasimausispatzi hat oder nicht, sondern umfasst auch berufliche Fragen, z.B. ob es einem wichtiger ist, im Beruf mehr Verantwortung oder mehr Urlaub zu haben...Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
Dem Narren ein Denkmal.
Dem Reimliebhaber ein Gedicht.
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28-11-2008 13:49 #3
Finde ich ein gutes Thema.
Brauchen tue ich keine Beziehung. Zumindest nicht um der Beziehung willen. Ich führe meine Beziehung deshalb, weil ich einen Menschen gefunden hab, mit dem ich mein Leben gemeinsam verbringen und gestalten will.
Ich bin gern mit Menschen zusammen, bin aber auch sehr wählerisch, was diese Menschen angeht. Ich könnte und wollte nicht mit jedem zusammen wohnen, zusammen arbeiten, zusammen Zeit verbringen.
Eine Alternative wäre für mich, allein zu wohnen, als Single. Auch das würde mir gefallen, ein Leben, dass auf innige Freundschaften aufbaut, aber keine Beziehung beinhaltet, weil der Partner für´s Leben (noch) nicht gefunden wurde. Allerdings würde ich dabei auf Affären nicht verzichten wollen.
Da ich meine Gene weitergeben will und viel Liebe zu verschenken habe, habe ich immer nach einem Pendant gesucht. Das klassische Modell "angestellt sein, Kinder, Haus, Garten, Ehe" war nie so mein Fall.
Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich jetzt allein wohne, viele Freunde habe, die ständig bei mir übernachten, viele Internetdates habe, auf der Suche nach meiner großen Liebe. Ich hatte erwartet, dass ich vielleicht mich irgendwann mal schwängern lasse, dann allein erziehend bin und die Liebe meines Lebens dann mit frühestens 40 oder 50 kennenlerne.
Ist aber anders gekommen. Ich finde es toll so wie es ist. Mein Leben ist jetzt so, wie ich es mir einige Jahre später vorgestellt habe: selbständig, Liebe gefunden, eine unkomplizierte, lustige Beziehung, ausreichend Freunde, tolle Wohnung, eigene Theatergruppe.
Sollte der grauenhafte Fall eintreten, dass mein Partner vor mir ablebt (und ich meine nicht im Rentenalter, sondern deutlich früher), dann würde ich vermutlich den Alternativ-Weg wählen, allein leben und Single bleiben.
Eine Beziehung führen, um nicht allein zu sein, ist für mich ein Gräuel. Generell sind mir Menschen ein Gräuel, die nicht mit sich allein sein können.
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28-11-2008 14:49 #4
"Student" (20-79 Beiträge)
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wenn man in einer beziehung ist, hat man, neben dem sexuellen, den komfort, an seiner besseren hälfte rumzunagen, anstatt sich selbst aufzufressen.
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28-11-2008 17:08 #5
"Doktor" (300-499 Beiträge)
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Weil es Spaß macht, weil man einen interessanten Gesprächspartner hat, körperliche Nähe, neue Perspektiven auf Dinge, die man ansonsten alleine in seinem Kopf aus immer dem gleichen Blickwinkel gewälzt hätte. Weil die Weiterentwicklung des Partners spannend ist, weil man unbezahlbare Gefühle wie echtes Vertrauen und Liebe hat.Weil man selbst auf seinem eigenen Lebensweg einen Begleiter hat, der sich wirklich für die eigenen Belange, Ängste, Ziele und Freuden interessiert. Weil es schön ist, einen anderen Menschen wirklich gut zu kennen.
Ich war selber lange Single mit wechselnden Kurzbeziehungen und habe es nicht so erlebt, dass man als Single stigmatisiert wird oder als Soziopath ettiketiert wird. Ich kenne eine 40-jährige, die Single ist und wirklich glücklich. Ich kenne eine verheiratete 35-jährige, die nur noch eines werden will: so schnell wie möglich Single. Und andersrum.
Ich verstehe Leute auch nicht und finde sie auch nervig, die nicht alleine sein können, sich nur mit einem Partner wertig fühlen und deshalb egal wen an ihrer Seite haben. Ich mag auch Päärchen nicht, die demonstrativ Päärchen sind. Ich mag meine Parnerschaft, wüsste aber auch, dass ich ohne klar käme.
Und last but not least: Der Mensch ist nun mal ein Herdentier
Die Elefanten und Löwen, die Affen, Ameisen und Antilopen sind das auch. Der Hai oder bestimmte Insekten nicht, aber wir gehören nun mal zur Spezies Herdentier. Das soll kein Druck sein; hat die Natur einfach so eingerichtet bei uns :-) In jeder Herdengemeinschaft gibt es Tiere/Menschen, die das Alleinesein vorziehen. Und auch das ist okay... Ich aber will nicht mehr alleine sein - obwohl ich es könnte und lange zufrieden damit war. Aber da ist eben jetzt seit kurzem dieser wundervolle Partner
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