Ich würde das Kind einfach gar nicht taufen und es in einigen Jahren die Entscheidung selbst treffen lassen, ob und "in welche Richtung" es sich taufen lassen will.
Gerade wenn ihr beide, insbesondere aber deine Partnerin, selbst nahezu nicht gläubig seid, wäre es doch irgendwie "Unsinn", das Kind nun unbedingt (evangelisch/katholisch) zu taufen.
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13-06-2011 14:47 #6
"Student" (20-79 Beiträge)
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28-11-2011 00:16 #7
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Es gibt nur eine Taufe
Die Frage, ob das Kind von einem katholischen oder einem evangelischen Pfarrer getauft wird, ist - theologisch gesehen - unerheblich. Es gibt nur eine christliche Taufe und die erkennen die verschiedenen Konfessionen gegenseitig an.
Ob das Kind später den katholischen oder den evangelischen Weg gehen möchte, kann es entscheiden, wenn die Zeit der Firmung (bzw. vorher Erstkommunion) oder der Konfirmation kommt.
Taufe heißt prinzipiell, dass dem Kind Gottes Gnade verheißen wird. Insofern ist der Einwand, der Täufling solle sich selbst zur Taufe und zum Glauben entscheiden dürfen, etwas merkwürdig. Wenn ich jemandem einen guten Morgen wünsche, beschwert der sich doch auch nicht, dass er sich nicht für einen guten Morgen entscheiden durfte, sondern ich ihn dazu nötige. In der Taufe wünscht Gott eben nicht nur einen guten Morgen, sondern er verheißt noch etwas mehr. Lasst euer Kind ruhig taufen. Ich erlebe immer wieder, wie Menschen (und auch schon Kinder) aus dem Bewusstsein, getauft und von Gott angenommen zu sein, Mut und Lebenskraft schöpfen.
Die Feststellung, dass es nur eine Taufe gibt, nimmt euch beiden selbstverständlich nicht die Entscheidung ab, wie ihr eure Kinder erziehen sollt. Ich würde euch raten, sie auf eine Weise zu erziehen, nach der sie beides kennenlernen, die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede. Ihr tut immer gut daran, Stereotypendenken und Vorurteile zu vermeiden. Erzieht sie im wechselseitigen Respekt vor allen Konfessionen und Religionen. Auf der Ebene der Gemeinden sind die Unterschiede zwischen den Konfessionen ohnehin meistens kaum signifikant.
Als Evangele gefällt mir bei den meisten katholischen Gemeinden das Gemeindeleben und der Zusammenhalt unter den Gemeindegliedern besser; außerdem ist jede Messe feierlicher als die meisten evangelischen Gottesdienste. Jedoch halte ich die Theologie der römisch-katholischen Kirche für nicht stichhaltig, oft mehr als zweifelhaft und zu befangen in historisch verwachsenen Schwurbeleien. Bedauerlicherweise bilden sich viele Evangelen darauf etwas ein, was dazu führt, dass evangelische Kirche oftmals sehr verkopft und vergeistigt erscheint. Die katholische Kirche hingegen ist eher sinnlich ansprechend. Am Ende ist das bis zu einem gewissen Grad Geschmackssache und hängt von der Frage ab, inwieweit man sich mit der Materie beschäftigen will.
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