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  1. #1
    Avatar von shm
    shm
    shm ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    31.03.2006
    Beiträge
    11

    Kind - Katholisch oder evangelisch

    Hallo liebe Forumsbenutzer,

    mir liegt ein Thema bezüglich der Konfession am Herzen. Meine Freundin hat mich vor einiger Zeit gefragt, welche Konfession - wenn es denn dann soweit ist - unser Kind bekommen soll. Sie ist evangelisch - ihre Familie auch - und ich bin katholisch - meine Familie ebenso. D.h. haben wir beide als Paar eine unterschiedliche Glaubensrichtung. Generell sind die Unterschiede zwischen katholisch und evangelisch nicht so gravierend, extremer wäre es wohl, wenn ich katholisch und sie Muslimin wäre.
    Meine Freundin ist eigentlich nicht gläubig, in der Kirche war sie das letzte mal vor Jahren. Ich war fast 15Jahre lang Ministrant, würde mich aber auch nicht als extrem gläubig ansehen, bei mir war die Ministrantenverbindung eher als Kontaktstelle anzusehen.
    Nun will meine Freundin natürlich, dass unser Kind evangelisch getauft wird, weil sie denkt, dass das Kind immer die Konfession der Mutter haben sollte.
    Nun verstehe ich aber nicht, dass sie extrem darauf beharrt, obwohl sie nicht gläubig ist.

    Hattet ihr schon ähnliche Diskussionen?

    Danke,
    shm

  2. #2
    Avatar von AlbatrosK
    AlbatrosK ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
    Registriert seit
    02.01.2008
    Beiträge
    434
    Deine Freundin hat recht: Traditionell ist die Kindererziehung Frauensache, der Glaube wird durch die Erziehung vermittelt, also wachsen die Kinder in der Konfession der Mutter auf.

    Heutzutage, wo die Menschen ohnehin nicht mehr glauben und ihre Kinder in Krippen und Kitas von fremden Leuten erziehen lassen, braucht man die Kinder eigentlich gar nicht mehr taufen zu lassen.

  3. #3
    Robs ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    04.02.2004
    Beiträge
    1.425
    Macht doch einen Kompromiss:

    Ihr könntet sagen, Jungs kriegen die Religion vom Papa und Mädchen die von der Mama. Oder ihr tauft die Kinder gar nicht sondern lasst sie selbst entscheiden, wenn sie alt genug sind.

    Cheers,

    Robs
    "Worship Me or I Will Torture You Forever. Have a Nice Day." -- God

  4. #4
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278
    Zitat Zitat von shm Beitrag anzeigen
    Generell sind die Unterschiede zwischen katholisch und evangelisch nicht so gravierend, ... .
    Das lass Dir mal von einem Theologen bzw. Historiker erklären, und denke dabei an all die Toten jener Kriege, die im Namen des "rechten" Glaubens ausgefochten wurden.
    Ich war fast 15Jahre lang Ministrant, würde mich aber auch nicht als extrem gläubig ansehen, bei mir war die Ministrantenverbindung eher als Kontaktstelle anzusehen.


    Na, wie wäre es dann, wenn Ihr Eure Entscheidung auf Grund praktischer Aspekte trefft?
    Kleine Hilfestellung?

    - Als ich in der Grundschule war, mussten die meisten kartofflischen Kinder mittwochs morgens in den Kindergottesdienst (fand von 08:00 bis 08:30 statt) und dann von dort zur Schule laufen. (~ 1 km) Rechtzeitig bis zum Unterrichtsbeginn um 08:45 war das mit den kurzen Kinderbeinchen nur zu schaffen, wenn man rannte und das war bei Hitze im Hochsommer, bei Schnee und Glatteis im Winter oder wenn es regnete gewiss kein Vergnügen. Wir Elefantischen spielten in der Zwischenzeit auf dem Schulhof Fußball und saßen schon im Klassenzimmer, wenn die Kartofflischen außer Atem, verschwitzt und nass angerannt kamen.

    - Die Kartofflischen hatten den Religionsunterricht immer bei anderen Lehrern, die als alt, verknöchert, streng und böse galten. Sie mussten dann auch in ein anderes Klassenzimmer gehen, während wir Elefantischen sitzen bleiben durften. Der Religionsunterricht bei unserer liebenswerten und netten Klassenlehrerin war hingegen vergnüglich, interessant und locker. Die guten Noten für ein paar auswendig gelernte Liedzeilen nahm man so mit, während die Kartofflischen "richtge" Klassenarbeiten schreiben mussten, die sehr streng zensiert wurden.

    Das mit den strengen, katholischen Reli- Lehrern und den lockeren, evangelischen zog sich im Prinzip durch all meine Schuljahre bis hin zur Oberstufe, sodass ich hier zum Verallgemeinern Anlass sehe.
    "Ich muss noch für Reli lernen", löste bei uns Elefantischen jedenfalls immer ein schadenfrohes aus.

    - Kommunion (mit 9 oder 10) ist albern, Konfirmation mit 14 ist cool.

    - Missbrauchsskandale sind aus der evangelischen Kirche, soweit ich weiß, nicht bekannt geworden. (was nicht heißt, dass es dort keinen Missbrauch gibt)
    Mir scheint es nur so zu sein, dass die evangelische Kirche keinen so attraktiven Anziehungspunkt für perverse und sexuell verklemmte Typen darstellt, wie das weltweit ganz offenbar bei der katholischen der Fall ist.

    - Da Du ja jetzt noch nicht wissen kannst, was mal aus Deinen Kindern wird, solltest Du besser jetzt schon moralisch vorbauen. Die katholische Kirche hat ein ziemlich gespaltenes Verhältnis zu Menschen, die einen Lebenswandel führen, der ihren eng gefassten Konventionen nicht entspricht. Da Du Dir jetzt noch nicht sicher sein kannst, dass Deine katholischen Erziehungsbemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, ist es vielleicht besser, es nicht darauf ankommen zu lassen.

    Um meine Aussagen einschätzen zu können, solltest Du wissen, das ich in BW als Lutheraner sozialisiert wurde, aber seit Jahrzehnten davon überzeugt bin, dass es keine Götter gibt, dass sich also jeder selbst betrügt, der einer Religion anhängt.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  5. #5
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
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    Zitat Zitat von shm Beitrag anzeigen
    Generell sind die Unterschiede zwischen katholisch und evangelisch nicht so gravierend, ...
    Vom theologischen Standpunkt her ist der Unterschied so gravierend, dass die Protestanten von Rom immer noch als eine Art zweitklassige Sekte angesehen werden, ganz sicher aber nicht als vollwertige Religionsgemeinschaft im "Kirchenrang" - da haben es die Muslime fast schon einfacher...
    Beispiel: Brot als Symbol für den Leib Christi oder Wandlung des Brotes IN den Leib Christi - eine ganz fundamentale Differenz!

    Zitat Zitat von Robs Beitrag anzeigen
    Oder ihr tauft die Kinder gar nicht sondern lasst sie selbst entscheiden, wenn sie alt genug sind.
    Das halte ich in der Situation auch für einen gar nicht so unvernünftigen Weg, je nach Umfeld (auf dem Dorf in Westdeutschland hielte ich das für fatal, weil man sie im Kindesalter zu Außenseitern macht; in der ostdeutschen Stadt wäre es relativ normal, nicht getauft zu sein, siehe Dresden: 85% Ungetaufte...). Den Kindern in der Erziehung Wissen über die christlichen Religionen und positive christliche Werte mitzugeben wäre sicherlich kein Streitpunktthema.

    Ansonsten ist es natürlich ein schöner Aufhänger für eine abendefüllende Fundamentaldiskussion: was bedeutet Dir, lieber Partner/liebe Partnerin eigentlich Deine Religion?

    P.

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