Hallo Leute,
ich bin Sylvia, komme aus Dortmund, studiere Jura und bin neu hier im Forum.
Ich habe folgendes auf dem Herzen:
Innerhalb des Jurastudiums habe ich festgestellt, daß ich transsexuell bin. Anatomisch betrachtet bin ich also ein Mann, wobei ich mich innerlich aber als Frau fühle. Ich trage dieses Gefühl schon seit mehreren Jahren mit mir rum, wußte es jedoch bis vor einiger Zeit nicht richtig einzuordnen. Ich dachte halt immer, "wird schon wieder".
Aber Pustekuchen. Wie gesagt - ich bin überzeugt, daß ich nicht als Mann weiterleben möchte. Allein schon der Gedanke daran macht mich traurig, gar krank.
Es ist jedoch so, daß ich mich mit meiner "Änderung" noch am Anfang befinde. Während ich zu Hause also eine Frau bin, bin ich wieder ein Mann, sobald ich unter Leuten bin. Den ersten Schritt, den ich in Richtung Weiblichkeit schon für mich bewältigt habe, ist eine leichte Veränderung, indem ich mich manchmal "androgyn" kleide und style und auch so rausgehe. Das traue ich mich aber nicht mehr, wenn ich z.B. ganz normal in die Uni gehe oder wenn ich unter Freunden bin. Ich habe Angst davor, mich (auch gegenüber meiner Familie) zu blamieren oder ausgestoßen zu werden.
Ich beschäftige mich nahezu jeden Tag mit dem Gedanken, ob und wie ich meine Transsexualität auch innerhalb des Studiums offenbaren kann. Für mancheinen mag das vielleicht komisch klingen, aber ihr glaubt nicht, wie glücklich ich wäre, wenn ich nur schon jeden Tag als Frau in die Uni kommen könnte.![]()
Unter meinen Kommilitonen trete ich wahrscheinlich als lebensfroher Zeitgenosse auf. Aber in Wahrheit ist das anders.
Natürlich mache ich mir auch schon lange Gedanken darum, ab wann ich mich ggf. einer gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung unterziehen könnte. Ich weiß aber halt nicht, ob ich schon im Studium oder erst danach mich verändern soll. Des Weiteren tritt noch das Problem hinzu, daß ich aufgrund meiner Transsexualität Schwierigkeiten bekommen kann, später einen bestimmten Beruf zu ergreifen.
Ich wäre Euch für alle Ratschläge, die Ihr mir geben könnt, dankbar. Ich würde so gerne glücklich sein, doch weiß ich nicht, wie ich es richtig bewerkstelligen soll.
LG
Eure Sylvia
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29-10-2006 14:29 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Umgang mit Transsexualität im Jurastudium
Geändert von TSSylvia28 (29-10-2006 um 14:33 Uhr)
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03-11-2006 21:53 #2
"Student" (20-79 Beiträge)
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Hi Sylvia,
das ist ja echt eine sehr ausführliche Frage im Forum.
Leider schreibst du nicht, ob du schonmal mit deinen Freunden aus dem Studium geredet hast bzw jemandem deines Vertrauens.
Im Prinzip kann ich dir leider auch keine kokreten Tipps geben, aber so wie du schreibst hast du dich ja schon viel damit auseinander gesetzt. Und willst jetzt dein Frausein auch in der Öffentlichkeit sprich Uni leben. Vielleicht ist es einfacher wenn du schon "Verbündete" hast, die dich unterstützen. Normalerweise gibt es doch in jeder größeren Stadt Beratunsgstellen bzw Anfragestelle bei denen mal Leute kennen lernen kann, denen es ähnlich geht, oder die dir sonst auch irgendwie weiterhelfen können.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Weg
SockeDas Leben íst zu kurz
für Kompromisse!!!
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07-11-2006 21:22 #3
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Ich kenn mich da auch nicht wirklich mit aus, aber ein Bekannter von mir, der schwul ist, hat mir erzählt, dass sich ein Verein, in dem er mitglied ist, sich auch deinem Problem widmet.
Schau mal unter abqueer.de
Da wird dir sicher weitergeholfen.
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05-12-2006 21:13 #4
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Naja die erste Zeit wird sicher "happig" werden, aber irgendwann gewöhnt man sich daran auf die dummen Kommentare der anderen nichts mehr zu geben - hoffe ich zumindest.
Am besten wirklich zuerst einmal in vertrauter Umgebung und bei vertrauten Leuten den Übergang machen, da ist die Gefahr von besonders üblen Kommentaren und auch von Gewalt (ja, manche Männer drehen echt durch wenn sie ihr Männlichkeitsbild verletzt fühlen) nicht so hoch
Ansonsten Augen zu und durch. Bin zwar nicht TS (bzw genauer gibt es bei mir keine Diagnose), aber wirklich Mann fühl ich mich auch nicht
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02-01-2007 17:11 #5
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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- 2
Hallo,
frohes Neues und erstmal danke auch für Eure Kommentare.
Ich denke fast jeden Tag mehrmals darüber nach, ob ich es "nicht heute wagen soll". Dabei entscheide ich mich immer dagegen. Auch wenn ich schon am liebsten täglich eine Frau wäre - die Vorstellung macht mich glücklich - scheint es doch am besten, wenn ich vielleicht erst das 1. Staatsexamen mache. Vielleicht sind die Probleme, denen ich zweifellos begegnen werde, noch erheblich als meine jetzige Lage, mich als Mann abfinden zu müssen.
Was den Beitrag von HênGelaidh angeht, so bin ich leicht schockiert. Meinst Du wirklich, daß andere Männer sich durch mich tatsächlich angegriffen fühlen könnten und deshalb zu Gewalt neigen? Ohne Vorurteile aussprechen zu wollen, aber höchstens in islamischen Ländern könnte ich mir so was vorstellen.
Ich werde demnächst auch meinen ersten Termin beim Psychotherapeuten haben. Mal sehen, was dabei rumkommt.
Würde mich freuen, noch weitere Meinungen von Euch zu lesen.
LG
Sylvia
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