Oh, potrei, lange durfte ich nichts neues mehr von dir lesen und dann soetwas! Es ist wirklich sehr gut, obwohl alles in irgendeiner Art unrealistisch ist, von wegen Gott hat sich ihm gezeigt, wirk sie dennoch Oh, Poetrei, lange durfte ich nichts neues von dir lesen und dann so ein schönes Werk, sag bloß du hast die ganze Zeit daran so echt, als ob dies irgendwo, irgendwann einmal passiert ist. Die ganze Geschichte hat mich die ganze Zeit über beim Lesen berührt, die Aufopferung des Mannes, die Arbeit, die Kraft, die er in diese Kirche gesteckt hat und ständig auf diesen Gott gewartet hat, auf seine Liebe und Freude und dafür sogar die Einsamkeit in kauf genommen hat, aber am meisten hat mich der vorletzte Abschnitt zum Nachdenken gebracht! Du schreibst zwar für was man die Stärke hat wurde hier aber nicht auch passen für was man die Stärke verschwendet? Wie auch immer, ich werde weiter darüber nachdenken.
Liebe Grüße, Rina
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30-12-2002 15:50 #1poetrei Gast
Geschichte über den Mann, der seinen Gott fand
Ich will euch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte von einem alten Mann, der seinen seinen Gott gefunden hatte. Ich kann mich nicht sehr deutlich erinnern, wer er war oder woher er kam. Aber als ich ihn traf, da kauerte er auf einem umwandelten Hügel und begrub seine Erinnerung.
Es ist schon gut 12 Jahre her, als ich ihn zufällig auf einem Spaziergang durch eben diesen Wald traf. Ich war nicht auf der Suche, noch war ich selbstvergessen. Einfach nur einen Schritt auf den
Nächsten setzte ich und gelangte so immer weiter hinauf und als ich erschöpft am höchsten Punkt angelangt war, da fand ich ihn. In zerfledderter Kleidung grub er ein Loch. Ich war in meiner Beobachtung derart gefangen, dass ich mich immer weiter in seine Nähe begab. Er stand da, aufgelöst in seiner Tätigkeit und neben ihm eine kleine Holzschatulle. Da ich ihn schwitzen sah und er mir mit seiner Kraft ans Ende gelangend schien, bot ich ihm meine Hilfe an. Wenig erstaunt über meine Anwesenheit drückte er mir den verrosteten Spaten in die Hand und sagte:
„Grab wenn du willst, grab, wenn du zu viel Kraft hast... deinem Alter nach scheinst du mir, als hättest du noch zu viel Kraft.“
So begann ich zu graben. Der Boden war steinig und sehr karg, so dauerte schon das Einführen des Spaten sehr lange und ich konnte verstehen, weshalb er so müßig voran kam. Während ich nun grub setzt er sich neben mich und seine Holzschatulle. Holte aus einer Tasche eine pfeife und stopft Tabak hinein. Nach ein paar Zügen begann er sich an mich zu wenden und sagte, ob ich wüsste, warum er ein Loch grabe. Natürlich wusste ich dies nicht und so begann er zu erzählen. Er erzählte von einem Traum, in dem man eine alte Frau ihn anwies, seinen Gott zu suchen.
Er hatte sich selbstverständlich sofort auf den Weg gemacht. Die Zuversicht hätte ihn getrieben, schließlich geschieht einem dies nicht alle Tage, dass man seinen Gott suchen solle und auch noch davon überzeugt ist, ihn auch zu finden.
Lange hatte er gesucht und irgendwann, so sagte er, hatte er ihn auch gefunden. Er fand ihn in der Nähe einer kleinen Stadt. Aber es war ein seltsamer Gott, dass hatte er schon beim ersten Blick gemerkt. Für viele unscheinbar, und eher unbekannt. In einer Kirche, unweit der Stadt lebte der Gott und der alte Mann wusste natürlich sofort, dass es dieser Gott war, den er gesucht hatte.
Er stellt sich vor ihn und sagte, dass eine Frau ihm in einem Traum angewiesen hätte, dass er ihn suchen solle. Und da er ihn nun gefunden hatte, wolle er bei ihm einen neuen Anfang machen.
Er hätte zwar noch wenig Erfahrung und auch nicht die geringste Ahnung, was er für ihn tun
könnte. Aber nun sei er hier und sei für seinen Traum bereit. Der Gott schien zufrieden und sagt zu ihm, dass er nun hier sei und dass dies so gut sei. Dann wandte er sich ab und zog sich zurück.
Er verschwand in den Gemäuern der Kirche und der Mann blieb zurück. Er sei nicht ratlos gewesen, schließlich wusste er, was zu tun sei.
Hier bleiben und dem Gott dienen, dass war es, was ihm sein Innerstes anwies.
Sein Leben für den Gott galt es zu gestalten. So fing er an, die Kirche auszubauen; fing an, Steine und Werkzeug heran zuschaffen und begann die Kirche in einem würdigen Platz umzubauen. Er erweiterte nicht nur das Gebäude sondern schmückte es. All seine Energie und seine Kraft, seine Vorstellung und seine Freude brachte er auf und gab der Kirche eine neue Gestalt. ein prächtiges Gebäude baute er und die Leute, die vorbeikamen, waren erstaunt. Sie glaubten nicht, dass dies ein
einzelner Mensch vollbracht hatte. Aus der Kirche wurde eine prächtige Kathedrale und der Mann wurde älter. Aber er blieb alleine, die Leute kamen und staunten, feierten manchmal in der Kirche und zollten dem Baumeister Respekt.
Der mit den Jahren alt gewordene Mann stellte keine fragen und verließ sich auf seinen Glauben, er verließ sich auf seine Liebe, die er für seinen Gott empfand und wollte nur ihm diese geben. Ihn störte es nicht, dass die Menschen kamen und gingen. Ihn störte es nicht, dass sie anfingen seinem Gott zu huldigen, ihm Geschenke brachten und er bei Nacht allein zurück blieb. Warum sollte er es auch bemängeln, er wusste, dass der Gott ihn liebte, hatte er ihn doch zu sich aufgenommen und ihn bei sich seien lassen. Mehr wollte er nicht verlangen und so blieb er allein und gab sich seinem Gott
hin. Nach vielen Jahren hatte ein neues Leben gefunden und ihm schien, dass er glücklich war.
Nur der Gott tauchte in den Gemäuern, in denen er einst verschwand nicht mehr auf. Als jeder Winkel mit Ornamenten verziert und die Gewölbe mit Gold geschmückt waren, die Türme in den Himmel ragten und die Pforten prächtig waren. Da war er fertig.
Seine Kraft und sein Glaube hatten ihm verholfen, etwas zu schaffen. Er setzte sich hin, so wie er gesessen haben muss, als er mir die Geschichte erzählte, und zündete sich seine Pfeife an, freute
sich seiner Arbeit und blieb allein.
Er tanzte eine Weile, brach dann erschöpft zusammen. Am nächsten Morgen erwachte er wieder. das Gebäude stand noch da und er war es auch. Er erhob sich und ging in das Gebäude, er wollte dem Gott seine Freude und seine Liebe mitteilen.
Nach ergebnisloser Suche, kam er allein zurück, setzte sich und stellte fest, dass er wirklich nur allein war. Es störte ihn all die Jahre nicht. Aber diesmal, da er Großes vollbracht hatte und seine Freude teilen wollte, blieb er auch allein.
Dies macht ihn traurig und auch seine Trauer konnte er nicht teilen. Er war allein. Dies machte ihn zornig und er begann, das Gebäude einzureißen. Er schlug die Pforten ein und zertrümmerte die Türme, kratzte die Ornamente von den Wänden und urinierte auf die Malereien.
Als er alles in Schutt und Asche verwandelt hatte, begann er zu schluchzen. Er schrie auf den Steinhaufen ein:
„Warum kannst du mich nicht annehmen, warum mit mir nicht deine Freude teilen - mir zeigen, dass es dich freut, dass ich für dich mein leben gebe....“
Immer weiter schrie und schluchzte er. Es war ihm unbegreiflich, dass er sein Leben einem Gott gegeben hatte und dieser ihn einfach so zurück lies. Offenbar, hatte der Gott nie seiner gebraucht. Offenbar war in der Welt des Gottes alles so richtig, wie es gewesen ist und auch jetzt war.
Vor Trauer brach er zusammen und kam erst nach etlichen stunden wieder zu sich. Er erhob sich und da tauchte nun auch der Gott auf. Dieser fragte, warum er so zornig sei; weshalb er all seine Arbeit vernichtet hatte. Der Gott schien nicht zu begreifen, dass der Mann alles für ihn aufgegeben hatte und fragte nur solch seltsame Fragen. Dies machte den Mann wieder zornig und er nahm ein paar Steine und warf sie nach seinem Gott. Dieser wich nicht aus und keiner der Steine traf ihn.
Der alt Mann erkannt die Nutzlosigkeit seines Zorns und fragte verzweifelt, warum er sich ihm in all den Jahren nicht gezeigt hatte. Er fragte weiter, warum er ihn einfach nur sein hatte lassen. Da
sagte der Gott, dass es doch sein Traum gewesen sei und er ihm alles dafür gegeben hätte, was er dafür gebraucht hätte. Und zu allem Überfluss, durfte der Mann schließlich bleiben und erschaffen, was immer er wollte.
Dies machte den Mann einsichtig und er begriff, dass der Gott ihn nicht brauchte, um Gott zu sein. Er verstand, dass der Gott niemals von seinem Gottsein Abschied nehmen würde, um ihm nahe zu
sein. Er begriff, dass der Gott in seinem Sein doch vollkommen war. Er aber war nur einem Traum gefolgt ohne die Vollkommenheit dessen zu erfassen. Dass er in seinem Sein offenbar noch unvollkommen war.
Ihm wurde klar, dass er niemals im Göttlichen leben werde und so beschloss er zu gehen.
Der Gott verstand und gab ihm zum Abschied eine Holzschatulle. Er sagte zum Abschied, dass da alles darin sei, was wichtig für den Gott gewesen ist und dass er, wenn er will seine Erinnerung dazu packen könnte.
Als der Mann die Schatulle öffnete, da sah er dass sie leer war und hastig schloss er sie wieder und stürzte davon.
Der Alte beendete die Geschichte an dieser Stelle und wendete sich mir nun wieder zu.
„Das Loch scheint mir tief genug und ich danke dir für deine Hilfe.“
„Jetzt aber verstehe, wenn ich sage, dass es besser ist, wenn du gehst,“ sagte er mit Nachdruck.
Ich verstand nicht recht, was dies jetzt zu bedeuten hatte und fragte, ob ich nicht doch noch etwas für ihn tun könnte. Dies verneinte er und ich drehte mich um und machte mich auf den Weg, da schrie er mir nur noch zu, dass er einen Rat für mich hätte.
Ich blieb stehn und bekam zu hören, dass man entweder einer Tätigkeit nur für sich selber macht oder für einen Zweiten. In beiden Fällen dient man und man sollte die Klarheit haben, zu wissen, für was man die Stärke hat.
Wenn man sich selber dient, wird man nichts zu Teilen haben, da keiner es verstehen wird, was man mit seiner Kraft erschaffen hat.
Falls man sich entscheidet, dem Gegenüber zu dienen, wird man nichts zu erwarten haben und im ehrlichsten Fall auch nichts zu teilen,den auch dies geschieht aus dem Dienst an sich selber.
Das Ergebnis der Wahl ist gleich nur bedacht sollte sie dennoch sein, den die Wege sind sehr unterschiedlich und es gilt nur den Weg in die Einsamkeit hoffnungsvoll zu gestalten.
Seine Worte verstehe ich bis heute nicht und ich beginne sie langsam zu
vergessen, darum schreibe ich sie auf, damit ich mich ihrer wenigstens
erinnern kann.
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30-12-2002 19:40 #2Rina Gast
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31-12-2002 14:31 #3poetrei Gast
deine worte sind gerade balsam auf der seele. danke schön, dass dir die geschichte gefiel.
man kann die stärke nur aufbringen, einen sinn kann es nicht haben nur einen subjektiven, wenn überhaupt
frohes neues
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31-12-2002 15:50 #4Rina Gast
Hast du meine Worte in all dem Kuddelmuddel verstehen können, ist alles irgendwie durchein geraten.
Wieso?
ich war wohl nicht ganz bei der Sache.
Wünsch dir ein frohes Neues!
Liebe Grüße, Rina
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