"Ausreisezentrum".
Der Begriff war mir neu. Allerdings gefällt mir dieser feine Zynismus ausgesprochen gut.
Man könnte auch noch weitere Worte in diesen Bereich transferrieren, z.B. "All inclusive Reise", "Low Budget Angebot", "Zielgruppenspezifisches Programm mit einheimischer (Polizei-) Folkore", "Abenteuerurlaub", "Studienreise mit Fortbildungsmöglichkeiten (in den Bereichen Politik, Folter und Sicherheitstechnik)", "Social Skills Intensivtraining unter Extrembedingungen", .....
Und das alles kostenlos! So gute Konditionen hat nicht einmal Ryan-Air! Und die BRD fliegt auch keine Nebenflugplätze an von denen man sich erst noch ein teueres Taxi in den nächsten Knast nehmen muss. Abgerundet wird das alles durch ein hervorragendes Sicherheitspaket und ein unbürokrateisches Serviceangebot (Und die Kabelbinder sind auch schon drin!).
Ja ist den scho Weihnachten???
Erfreut:
st_ink
@Vogo: lass ruhig stehen, die deutsche Sprache geht uns auch was an.
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21-01-2003 12:15 #1Der Vogone Gast
Frisch auf den Tisch: Die Unwörter des Jahres
Hallo!
Nur ein kleiner Service von mir, weil ich gerade beim Funk und also quasi "am Puls der Zeit" bin. Ich lasse dies natürlich höchstens einen Tag lang drin, weil es ja weder ein Gedicht noch eine Umfrage ist. Aber den einen und die andere interessiert's vielleicht.
Die Einschübe und Hervorhebungen sind von mir.
Grüße,
Euer V.
Dienstag 21. Januar 2003, 10:13 Uhr
«Ich-AG» Unwort des Jahres
Frankfurt/Main (AP) «Ich-AG» ist das Unwort des Jahres 2002. Dies gab am Dienstag der Germanistik-Professor Horst Dieter Schlosser in der Universität Frankfurt am Main bekannt. Die von ihm geleitete Jury begründete ihre Wahl damit, dass diese Wortschöpfung schon in sich lächerlich sei, da ein Individuum keine Aktiengesellschaft bilden könne. Auf Platz zwei kam «Ausreisezentrum» [für Abschiebelager; D.V.] und auf Platz drei «Zellhaufen»[für menschliche Embryos; D.V.].
Insgesamt waren bis zum 7. Januar 806 Vorschläge für das Unwort des Jahres eingegangen. Am häufigsten war darunter die von US-Präsident George Bush beschriebene «Achse des Bösen», am zweithäufigsten der Ausspruch des SPD-Generalsekretärs Olaf Scholz, die SPD-Familienpolitik werde die «Lufthoheit über den Kinderbetten» erringen.
Der Sprecher der Jury und Frankfurter Sprachwissenschaftler Schlosser wies allerdings darauf hin, dass es nicht auf die Häufigkeit ankommt, sondern vielmehr auf ein besonders krasses Missverhältnis von Wort und bezeichneter Sache. «Deshalb haben auch Vorschläge wie 'Ausreisezentrum' für ein Asylbewerberlager, 'Ich-AG' aus dem Hartz-Papier, 'überzählige Embryonen' oder 'Zellhaufen' als Argumente für ethisch angeblich neutrale gentechnische Manipulationen Chancen, Unwort des Jahres zu werden», hatte er schon vor der Bekanntgabe erklärt.
Die Entscheidung über das Unwort des Jahres traf eine unabhängige Jury aus sechs Mitgliedern, darunter die Wissenschaftler Margot Heinemann aus Görlitz-Zittau, Rudolf Hoberg aus Darmstadt, Nina Janich aus Regensburg und Schlosser selbst als ständige Juroren sowie als Vertreter der Sprachpraxis diesmal ZDF-Journalist Wolfgang Herles und der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Joachim Felix Leonhard.
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21-01-2003 20:26 #2The best things in life aren´t things!
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22-01-2003 06:29 #3
Sehr freundlich, vereherter Vogone

An der "Ich-AG" fand ich erklärende Feststellung der Jury über die Lächerlichkeit dieses Wortes am besten, dass ein Individuum keine Gesellschaft sein kann. Ich sollte mich vielleicht auch wundern, warum ich beim Hören unseres Nachrichtenradios mehr lache als bei den "offiziellen" Comedy-Bundeskanzler-"Satire"-Rubriken der Sender.
Egal, zurück zum Wort:
Ich persönlich hätte "Zellhaufen" gewählt. Das klingt so schön nach Abfall, Mikrobiologie und der Frage ob ich wirklich nur die Summe meiner Bestandteile sein soll.
Ein Zellhaufen eben...
Einen guten Morgen euch allen und nehmt euch vor Etiketten in acht
Romanes eunt domus
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22-01-2003 07:04 #4Der Vogone Gast
Zellen
Morgens!
Das Leben kommt auf alle Fälle
aus einer Zelle.
Doch manchmal endet's auch - bei Strolchen! -
in einer solchen.
Heinz Erhardt
Gruß aus der Petrischale:
Der Vogone
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22-01-2003 11:50 #5
Bin bei der vernetzten Suche nach einer Karikatur zu der Lufthoheit über unseren Kinderbetten - herrlich! das ruft doch geradezu nach Loopings drehenden Stukkas über zusammengebombten Gitterkrippchen; am unteren Bildrand rinnt Saft aus einer Ernie-und-Bert-Schnabeltasse... - auf das neue "Who is who?" in Washington gestoßen. Kein politischer Kommentar. Kein Gedicht. Aber: Muss man den mächtigsten Mann der Welt nicht einfach mögen, seit man sein liebstes Hobby kennt? --- Laubsägearbeiten.

"Who is Hu?"
Rice: Sir, I have the report here about the new leader of China."
Bush: Great. Lay it on me.
Rice: Hu is the new leader of China.
Bush: That's what I want to know.
Rice: That's what I am telling you.
Bush: That's what I am asking you. Who is the new leader of China?
Rice: Yes.
Bush: I mean the fellow's name.
Rice: Hu.
Bush: The guy in China.
Rice: Hu.
Bush: The new leader of China.
Rice: Hu.
Bush: The Chinaman!
Rice: Hu is leading China.
Bush: Now whaddya' asking me for?
Rice: I'm telling you Hu is leading China.
Bush: Well, I'm asking you. Who is leading China?
Rice: That's the man's name.
Bush: That's who's name?
Rice: Exactly.
? ? ?Glaubt man den Gegenständen
So ist kein Schatten beneidenswert
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