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  1. #6
    Tanita Gast
    @Marcus

    Zu der Sache mit den Medizinern:
    Ist es nicht gerade zur Zeit so, dass viele (Jung-)Mediziner in die Forschung abwandern - und die Tendenz ist steigend ???

  2. #7
    Unregistriert Gast
    > Ist es nicht gerade zur Zeit so, dass viele (Jung-)Mediziner in die
    > Forschung abwandern - und die Tendenz ist steigend ???

    Es sind mehr als frueher, aber von vielen wuerde ich nicht unbedingt reden. Eher gehen viele in nichtaerztliche Bereiche oder ins Ausland. Vermehrt gehen Leute in die Pharmaindustrie aber sind dann auch auf Stellen in der Betreuung klinischer Studien, im Management und nicht nur in der Laborforschung. Sicherlich ist es auch fuer interessierte Mediziner nicht einfach eine der wenigen Stellen in der Forschung zu bekommen. Allerdings ist das Bewerberverhaeltnis anders.

    Von den Leuten aus der Biologie, die ich kenne, hat eine Absolventin eine Stelle in der Forschung (Biotech-Unternehmen) bekommen. Ich selber bin zwar auch in der Forschung taetig, allerdings im Ausland (es ist unglaublich wieviele ausgewanderte Deutsche hier in England eine feste Stelle finden).

    Marcus

  3. #8
    Unregistriert Gast
    @Jens

    > Der Arbeitsmarkt kann sich im Übrigen innerhalb von mindestens
    > drei bis fünf (je nach Abschluss) Jahren sowieso wieder ändern.

    Das haben die Leute die vor 5-10 Jahren angefangen haben auch gedacht. Doch trotz Biotech-Boom sieht der Arbeitsmarkt heute nicht besser aus. Das Problem ist das die Anzahl der (netto) neuen Stellen in den naechsten Jahren wachsen muss, damit die Arbeitslosigkeit auch nur konstant bleibt. Der Grund ist das in den letzten 5 Jahren die Anzahl der Erstsemester Biologie von Jahr zu Jahr gestiegen ist. Damit waechst auch jedes Jahr die Anzahl der Absolventen, die eine Stelle suchen. Wenn die Anzahl der offenen Stellen nur geringfuegig waechst oder so wie derzeit stagniert oder schrumpft, wird die Bewerber/Stellen Relation und damit die Arbeitslosigkeit groesser. D.h. auch wenn die Anzahl der Stellen jedes Jahr um 3-5% zunimmt wird die Quote der arbeitslosen Absolventen weiter ansteigen. Nur bei einem massivem Boom der Gentechnik oder einer Neuschaffung (nicht nur Wiederbesetzung) von akademischen Stellen sieht der Arbeitsmarkt in 5 Jahren besser aus als heute. In den letzten beiden Jahren jedenfalls ist die Anzahl der arbeitslosen Biologen um jeweils 10% gestiegen...

    Ein paar aktuelle Informationen gibt es hier:
    http://www.arbeitsagentur.de/content...ssenschaft.pdf

    Marcus

  4. #9
    Friederoffline Gast
    Bezüglich Medizinstudium und anschießender Forschung möchte ich noch anmerken, daß die von Medizinern betriebene Forschung häufig eher "Feierabendforschung" ist, getragen von Medizinern, die in den Unikliniken neben der Patientenversorgung noch forschen, meist um des Publizierens willen, und um irgendwann eine leitende Stellung zu ergattern. Vollzeitforschern ( Biochemiker, Biologen, Pharmazeuten usw.) können Mediziner auf keinen Fall das Wasser reichen, dafür fehlt ihnen der naturwissenschaftliche Hintergrund. Allerdings ist es dann tatsächlich so, - wie es hier bereits jemand schilderte - daß ihnen im universitären Bereich der Vorzug gegeben wird. Meist sind Mediziner in den leitenden Positionen, das "Fußvolk" rekrutiert sich hingegen wieder fast ausschließlich aus Biologen, Biochemikern usw. , die sich von 2-Jahresvertrag zu 2-Jahresvertrag hangeln, um irgendwann aus dem Unibetrieb herausgedrängt zu werden, um neuen Aspiranten Platz zu machen . Das Gros der Biowissenschaftler steht dann anschließend vor dem Nichts und ist auf dem freien, deutschen Arbeitsmarkt so gut wie nicht vermittelbar. Daher haben sich an meiner Uni viele Biologen nach ihrem Diplom entschlossen, noch das Medizinstudium zu ergreifen, mit durchschnittl. 25 Jahren ist das vielleicht das Beste, was man aus der Situation noch machen kann. Besser jedenfalls, als mit Mitte 30 in einer beruflichen Sackgasse gelandet zu sein, aus der es keinen rechten Ausweg mehr gibt.

  5. #10
    Unregistriert Gast
    Bezueglich der Chancen im Ausland habe ich gerade folgende Statistik gefunden. In Grossbritannien sind nur 2% der promovierten Biowissenschaftler arbeitslos!

    http://www.grad.ac.uk/cms/ShowPage/Home_page/Resources/What_Do_PhDs_Do_/Biological_and_biomedical_sciences/p!edceebg

    Fuer Deutschland gibt es (bis auf die Arbeitslosenquote von 15%) leider keine vergleichbaren Statistiken, was Absolventen nach dem Studium so machen. Hier in Grossbritannien wird in Uni-Rankings nicht nur bewertet wie schoen die Bibliothek ist sondern auch wieviele Absolventen nach dem Studium einen Job finden und wieviele einen Job annehmen muessen, fuer den sie ueberqualifiziert sind...

    Marcus

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