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  1. #1
    Tanita Gast

    Arbeitsmarkt für Biologen

    Hallo,

    dieses Jahr mach ich Abi und ich überlege danach Biologie zu studieren (oder Medizin, bin noch nicht ganz sicher).
    Ich hab aber gehört, dass die Chancen nach dem Studium Arbeit zu finden zur Zeit und wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren nicht wirklich gut sind.
    Wie seht ihr das (wie sicher sind solche Prognosen)? Und in welchem Bereich hat man noch die besten Chancen? - Nicht, dass ihr denkt ich würde nur danach auswählen, aber ich will schon darauf vorbereitet sein.
    Es wäre nett, wenn mir jemand antworten würde.

  2. #2
    Friederoffline Gast
    Hi Tanita,

    ich studiere Medizin und kenne einige Diplombiologen, die Medizin studieren, weil sie für ihr Fach keine Zukunft sehen. Eigentlich haben die beiden Fächer weniger gemeinsam, als man vielleicht denken mag. Mediziner werden nicht primär für die Forschung ausgebildet, auch im Grundstudium werden die rer.nat. eher oberflächlich gestreift - man kann jedoch mit viel Eigeninitiative diesen Weg als Mediziner einschlagen.
    Bei dem sich immer mehr zuspitzenden Ärztemangel erscheint mir ein Medizinstudium hinsichtlich Jobgarantie weitaus aussichtsreicher als ein Biologiestudium. Daß vielleicht viele Mediziner über die Arbeitsbedingungen/Studienbedingungen jammern ( ich auch), sollte einen nicht abschrecken. Besser einen harten, unterbezahlten Job als keinen, finde ich.
    Gruß,
    Frieder

  3. #3
    Jens_ Gast
    Hallo Tanita,

    der Arbeitsmarkt für Biologen sieht in den unterschiedlichen Bereichen sicherlich recht verschieden aus. So sucht die pharmazeutische Industrie zum Beispiel händeringend neue Mitarbeiter, während die Chancen eine Anstellung im Tierpark zu erhalten eher schlecht aussehen. Durch die Kürzungen der Landeszuschüsse für die Unis sind auch die Chancen im universitären Bereich eine Anstellung zu erhalten schlechter geworden.

    Allgemein lässt sich wohl sagen, dass man mit Spezalisierungen wie Biochemie, Zellbiologie, Genetik, Mikrobiologie oder auch Neurobiologie sicherlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat als wenn man sich rein zoologisch oder botanisch orientiert.

    Was man jedoch allgemeín sagen kann ist, dass diejenigen, die motiviert sind eher gut durchs Studium kommen und eine Anstellung bekommen als die unmotivierten. Und motiverter ist man sicherlich, wenn man das tut, was einem Spass macht. Schon deshalb sollte man meiner Meinung nach - und da spreche ich aus eigener schlechter Erfahrung - vor allem das studieren was einem zusagt und weniger auf den Arbeitsmarkt, Wünsche und / oder Mahnungen von Dritten, etc. achten. Der Arbeitsmarkt kann sich im Übrigen innerhalb von mindestens drei bis fünf (je nach Abschluss) Jahren sowieso wieder ändern.

    Viele Grüße, Jens.

  4. #4
    Tanita Gast
    Hallo,

    schonmal danke für die Antworten!
    Zoologie und Botanik sind glaub ich sowieso nicht so ganz mein Ding. Eher Genetik/Gentechnik/Molekularbio...

    Und zur Medizin:
    Hab zur Zeit oft gehört/mir anhören müssen, dass Ärzte "Sklavenarbeit" leisten und kein Privatleben haben, außerdem ist's auch nicht ganz so leicht den NC zu knacken.

  5. #5
    Unregistriert Gast
    > Allgemein lässt sich wohl sagen, dass man mit Spezalisierungen wie
    > Biochemie, Zellbiologie, Genetik, Mikrobiologie oder auch
    > Neurobiologie sicherlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat
    > als wenn man sich rein zoologisch oder botanisch orientiert.

    Bessere Chancen vielleicht. Trotzdem ist die Mehrzahl der arbeitslosen Biologen genau in diesem Bereich spezialisiert. Und das die Pharmaindustrie oder Biotech-Firmen haenderingend Leute sucht waere mir neu. Nach den Stellenstreichungen der letzten Jahre wird nun auch im Hauptarbeitsfeld der Biologen, dem pharmazeutischen Aussendienst, abgebaut (siehe Meldungen ueber Pfizer und Abbott bei http://www.biokarriere.net/news/?language=d ). Auch ist nicht Stelle in der Pharmaforschung- und Entwicklung mit Biologen besetzt. Schering beschaeftigt z.B. doppelt so viele Ingenieure wie Biologen.

    Die Moeglichkeiten als Mediziner in der Forschung zu arbeiten sind wahrscheinlich sogar besser als fuer Biologen weil (1) nur wenige Mediziner in die Forschung gehen wollen, (2) Laborleiterstellen in verschiedenen Bereichen (z.B. medizinische Diagnostik in Krankenhaeusern oder feste Stellen an Unikliniken) eher (oder aus gesetzlichen Gruenden nur) mit Medizinern besetzt werden.

    Es stimmt auch nicht das besonders motivierte Bio-Absolventen oder Absolventen die sich auf Mikrobiologie etc. spezialisiert haben nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Zitat aus dem Arbeitsmarktbericht 2004: "Die meisten Bewerber (Anm.: d.h. arbeitslose Biologen) waren gut bis sehr gut qualifizert ... Besonders ausgepraegt waren die Kenntnisse in Molekular- und Mikrobiologie und Biochemie. Aber auch Kenntnisse der Genetik, der Immunologie oder der Biotechnologie inclusive aktuellster Labormethodik konnten viele Bewerber vorweisen. Einige hatten lange Zeit klinische Studien betreut und kannten sich im Projektmanagement aus. Auch verfuegten sie punktuell ueber Biometrie- und Bioinformatikkenntnisse oder waren Experten in Toxikologie oder Limnologie. ... Die meisten Bewerber konnten sehr gut Englisch und hatten ein ausgepraegtes EDV-Wissen. Viele waren promoviert. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse waren teilweise ebenfalls vorhanden. In jedem Fall waren die meisten Bewerber regional flexibel. ... Die Bewerber hatten eine starke Teamorientierung und waren hoch motiviert. "

    Die Bewerber hatten also Qualifikationen die auch vom Arbeitgeber gewuescht werden (aktuelle Labormethoden, Projektmanagement). Aber das hilft natuerlich nicht weiter wenn von 50 optimal qualifizierten Bewerbern nur einer oder eine eingestellt werden kann...

    Marcus

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