UNI-Forum

+ Antworten
Seite 2 von 5 ErsteErste 1 2 3 4 ... LetzteLetzte
Ergebnis 6 bis 10 von 21
  1. #6
    catweazle3 ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
    Registriert seit
    26.04.2008
    Beiträge
    641
    Die Unmengen von Apotheken sind ja eigentlich ein Argument dafür, dass es doch nicht so ein geschützter Bereich ist wie angenommen.
    Versandapotheken gibt´s doch jetzt schon, dank Internet. Dort kriegst Du Viagra und alle obskuren Medikamente, die handelsüblichen natürlich auch.
    Ich finde es wichtig, dass Apotheken einer Kontrolle unterzogen sind. Und das ist im Internet de facto nicht der Fall. Man sieht es ja bei ebay. Versuch mal da, Dein Recht durchzusetzen. Fällt das Apothekenprivileg, dann könnte selbstverständlich auch ebay Medikamente verkaufen. Gerichtsstand: Luxemburg und/oder Großbritannien. Warum wohl ?
    Viele Menschen, das muss man einfach so konstatieren, kommen mit so einem Angebot nicht zurecht. Sie brauchen Beratung, sie brauchen quasi auch eine Kontrolle. Schon bei der jetzigen Regelung gibt es noch viel zu viel Medikamentenmißbrauch, das würde bei der Etablierung von Versandapotheken noch zunehen.

    Zur Eingangsfrage nochmal: Ich glaube, das kann keiner im Einzelfall sagen. Bei uns am Ort wird eine Pharmafirma abgezogen und in Berlin konzentriert. Man hofft also auf Zentralismus und Synergieeffekte. Welche Abteilung es trifft, ist reiner Zufall. Noch ist es ja auch noch nicht zu den geplanten Senkung der Medikamentenkosten gekommen.

  2. #7
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    06.01.2004
    Beiträge
    2.726
    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Das passiert ja leider nicht, obwohl es zur Kostendämpfung im Gesundheitssystem so richtig und wichtig wäre. Lass Dir von Paracelsus erklären warum das so ist. Der faselt dann was von freiem kaufmännischem Handeln und so einem Unfug.
    Der Paracelsus faselt schon mal gar nicht, auch wenn der lausitzer nicht kapiert, was der Paracelsus so von sich gibt, weil es seinen Physikerhorizont überschreitet.

    Wer zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen an den Apotheken rumschneiden will, macht sich sehr viel Mühe mit sehr wenig Effekt. Von den 16% der GKV-Ausgaben, die auf Arzneimittel entfallen, von denen am Ende 3 Prozentpunkte in der Apotheke hängen bleiben, kann man nicht wirklich viel wegsparen.

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Andererseits schottet sich die Apothekergilde ja auch streng gegen jeden Versuch von Wettbewerb durch ausländische Konzerne und Versandapotheken ab.
    Totaler Bullshit. Versandapotheken sind in Deutschland seit 2004 zulässig und wenn sie bislang nicht mehr als 2% Marktanteil haben, liegt das wohl an dem nicht so übermäßig überzeugenden Geschäftsmodell. Selbst in den USA haben die Versender nie mehr als 12% Marktanteil erreicht, Tendenz sogar sinkend.

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Und wie gesagt, es mir ein Rätsel, weshalb der Gesetzgeber oder letztlich die Kommunen und Gewerbeaufsichten als Aufsichtsbehörden nichts gegen diese Unmenge von Apotheken tun. Schließlich hätten die es in der Hand, die Eröffnung eines Geschäftes mit einem bestimmten Sortiment an diesem oder jenem Standort zu genehmigen bzw. zu untersagen.
    Warum sollten die Aufsichtsbehörden etwas dagegen tun? Was ist daran illegal? Wir haben in Deutschland einen der freiesten Apothekenmärkte überhaupt in Europa: jeder, der die fachlichen Voraussetzungen erfüllt, kann da eine Apotheke aufmachen, wo er mag. Hat er genug Kunden: gut gemacht. Hat er nicht genug: Pech für ihn -> Pleite.

    Wenn der Markt so reguliert würde, wie Du es vorschlägst, hätte das mit freier Marktwirtschaft und Wettbewerb nicht wirklich viel zu tun. Im Gegenteil: genau dadurch würde man Privilegien und lokale Schutzzonen für Einzelne schaffen!

    Die Apothekendichte ist mit 3800 Einwohnern pro Apotheke in Deutschland übrigens solides europäisches Mittel. Der deutsche Wert stellt ziemlich genau den Median in Europa dar. Standard in Ländern wie Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland etc. sind Verhältnisse bis zu 1:1200!

    P.

  3. #8
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.684
    Zitat Zitat von Paracelsus Beitrag anzeigen
    Wenn der Markt so reguliert würde, wie Du es vorschlägst, hätte das mit freier Marktwirtschaft und Wettbewerb nicht wirklich viel zu tun. Im Gegenteil: genau dadurch würde man Privilegien und lokale Schutzzonen für Einzelne schaffen!
    Freie Marktwirtschaft und Wettbewerb sind nicht per se immer ein Vorteil. Es gibt Bereiche, in denen die Profitorientierung und Gewinnmaximierung nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Dazu zählt neben öffentlichen Nahverkehr (siehe gescheiterte Bahn-Privatisierung und deren Raubbau an Netz- und Fahrzeuginfrastruktur) auch die Versorgung mit Strom, Wasser, ... und die Gesundheitsfürsorge.

    Genauso, wie man die Zahl der Apotheken reduzieren kann, sollte die Zahl der Krankenkassen deutlich eingedampft werden, inklusive deren aufgeblähter Verwaltungswasserköpfe. Es genügte vollkommen, insbesondere in Zeiten von Einheitsbeiträgen, IGEL-Leistungen, zusammengestrichenen Pflichtleistungen und ständig erweiterten Zuzahlungen, die alle gerne einstecken, wenn man eine Pflichtmitgliedschaft für alle bei Bundesknappschaft oder AOK, je nachdem ob man es nun als Bundes- oder Landesangelegenheit sieht in diesem förderalen Irrsinn, einführte und damit erheblich die Kosten deckelte.

    Im übrigen, Paracelsus, hast Du schon mal geguckt, wo Deine Apotheken alle liegen? Es mag sicher irgendeine Durchschnittszahl geben, die dann irgendwie vergleichbar mit anderen Ländern ist, aber es ist unverständlich, wie die sich in Innenstädten nebeneinander ballen, während im ländlichen Raum sicher eine Unterversorgung existiert. Da sammeln Landärzte nicht verbrauchte Medikamente aus zu großen Verpackungen wieder ein, um sie dem nächsten Patienten mitgeben zu können und handeln sich mit diesem Verfahren Strafandrohungen der Konzerne und Apotheken ein. Und angesichts von fehlendem Wettbewerb durch einheitliche Medikamentenpreise, Zuzahlungen und Öffnungszeiten, ist die Zahl unnötig. (Wie gesagt, versuche mal früh um 6 Uhr Kopfschmerztabletten zu bekommen. Da hat keine der 8 Apotheken im Innenstadtgebiet geöffnet.)

    Klar, was einmal da ist, wird in diesem von verordneten Zwangsgebühren der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer finanzierten System auch durchgefüttert. Überlege doch mal, warum die Ausgaben im Gesundheitssystem immer weiter steigen? Auf der Ausgabenseite hat keiner irgendeinen Anreiz zum Sparen. Irgendwann jammert die Lobby wieder derartig rum, dass der Gesundheitsminister die Einheitsbeiträge anzieht oder aber über solchen Unsinn wie Kopfpauschalen nachdenkt.

  4. #9
    catweazle3 ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
    Registriert seit
    26.04.2008
    Beiträge
    641
    Zitat Zitat von Paracelsus Beitrag anzeigen


    Totaler Bullshit. Versandapotheken sind in Deutschland seit 2004 zulässig und wenn sie bislang nicht mehr als 2% Marktanteil haben, liegt das wohl an dem nicht so übermäßig überzeugenden Geschäftsmodell. Selbst in den USA haben die Versender nie mehr als 12% Marktanteil erreicht, Tendenz sogar sinkend.

    Vom deutschen Arzneimittelgesetz her. Doch der EuGH hat 2009 anders entschieden:

    http://www.focus.de/finanzen/news/eu...id_400526.html

    Damit ist Versandapotheken de facto der Boden entzogen.
    Geändert von catweazle3 (18-03-2010 um 09:23 Uhr)

  5. #10
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    06.01.2004
    Beiträge
    2.726
    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Im übrigen, Paracelsus, hast Du schon mal geguckt, wo Deine Apotheken alle liegen?
    Ja. Da wo Kunden sind, denn: keine Kunden, keine Kekse. Logischerwiese sind in den Innenstädten mehr Apotheken zu finden, weil da, welch Wunder, mehr Kunden sind und vor allem auch viele Arztpraxen liegen (weil die Kunden sowieso dorthin gehen). Deine planwirtschaftlichen Ideen wurden schon mal ausprobiert und waren jetzt wirklich nicht so der durchschlagende Erfolg...

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    während im ländlichen Raum sicher eine Unterversorgung existiert.
    Nicht unbedingt. In ganz dünn besiedelten Gegenden wird das idR mit behördlich zugelassenen Rezeptsammelstellen gelöst, die jeweils einer definierten Apotheke aus dem nächstgrößeren Ort zugeordnet sind. Apotheken sind nunmal Wirtschaftsbetriebe und brauchen bestimmte Umsätze, um das qualifizierte Personal und die den gesetzlichen Vorgaben gerecht werdende Ausstattung bezahlen zu können. Wer es anders haben will, muss eben die Arzneimittelabgabe über staatlich finanzierte (und zu gewissen Teilen dann defizitäre!) Orgaisationen befürworten. Ich halte das nicht für gut und auch nicht für notwendig.

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Und angesichts von fehlendem Wettbewerb durch einheitliche Medikamentenpreise, Zuzahlungen und Öffnungszeiten, ist die Zahl unnötig. (Wie gesagt, versuche mal früh um 6 Uhr Kopfschmerztabletten zu bekommen. Da hat keine der 8 Apotheken im Innenstadtgebiet geöffnet.)
    Einheitliche Abgabepreise gibt es nur bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, weil der Preis durch die AMPreisV vorgegeben ist. Alles andere kann selbst kalkuliert werden - Du darfst sogar um den Preis feilschen, wenn Du magst. Öffnungszeiten ergeben sich so, wie eben Kunden da sind. Durch den Notdienst ist sichergestellt, dass man innerhalb vertretbarer Entfernung 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche, an Weihnachten wie an Neujahr, eine diensthabende Apotheke findet - die einem auch um 6 Uhr morgens nach durchsoffener Nacht eine Schachtel Aspirin verkauft, wenn es denn sein soll. Ich hätte in meinem 70.000-Einwohner-Wohnort jedenfalls keine unüberwindbaren Probleme damit.

    Wie man Zuzahlungen und Preise rezeptpflichtiger Arzneimittel, die von den GKV erstattet werden, einem Wettbewerb unterwerfen soll, ist mir schleierhaft. Außerdem forderst Du einerseits die staatlich geführte Abgabestelle und andererseits fast schon absurden Wettbewerb. Was denn nun?


    @catweazle:
    Das Urteil hat mit Versendern überhaupt nichts zu tun! Es ging um die Zulässigkeit (oder Nichtzulässigkeit) der deutschen Beschränkung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes. Versender sind davon gar nicht betroffene, weil Versender keine Ketten bilden. Hinter einem deutschen Versender steckt immer eine Präsenzapotheke (meist aber nur ein Minimal-"Feigenblatt") und ausländische Versender wie DocMorris oder Europa Apotheek Venlo sind etwas freier in ihrem Geschäftsmodell. Nach holländischem Recht allerdings auch nicht signifikant freier...

    P.
    Geändert von Paracelsus (18-03-2010 um 22:16 Uhr)

+ Antworten
Seite 2 von 5 ErsteErste 1 2 3 4 ... LetzteLetzte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein