Ein bißchen Gesundschrumpfen der "Pharmazeutischen Betriebe" - andere sagen Apotheken dazu - ist gar nicht soooo schlecht. Der Markt ist übersätttigt, die Apothekendichte viel zu hoch.
Auch sonst gibt es in diesem Gesundheitssystem einige Posten, die ersatzlos gestrichen werden können. Eine erhebliche Verminderung der Krankenkassenanzahl ist ebenso notwendig, wie die Abschaffung von Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen.
Allesamt sind sie Schmarotzer in einem System, in dem bei ständigem Geldmangel nie über Einsparungen nachgedacht wird, sondern immer nur über eine Erhöhung von Beiträgen und Zuzahlungen.
Auch nach der nächsten Gesundheitsreform mit Einführung der Kopfpauschale und somit einer nochmaligen Verteuerung der Versicherungsprämien für Otto Normalarbeitnehmer (Wir erinnern uns, schon mit Einführung des Gesundheitsfonds stiegen die Kassenbeiträge deutlich an und derzeit werden Zusatzbeiträge eingeführt, weil es schon wieder nicht reicht) werden die Systembeteiligten weiter schreien, dass es an Geld mangelt. Und wo sind denn die großen Steuerüberschüsse im Bundeshaushalt, mit denen die Kopfpauschale sozial gerecht gestaltet werden soll? Ich meine gelesen zu haben, dass Herr Dr. Schäuble einen Haushalt mit einer neuen Rekordverschuldung verwaltet. Und, wer profitiert denn von den Steuernachlässen auf die Gesundheitsprämie?
Geringverdiener, Renter und Arbeitslose können es ja nicht sein und die Gelder des letzten Vollzeit arbeitenden Menschen mit Normalgehalt braucht man weiter, um das System am Leben zu erhalten. Alle anderen, die sich vor Jahren aus dem Sozialsystem verabschiedet haben dort wieder einzugliedern, zu Lasten privater Unternehmen, passiert wohl nicht.
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11-03-2010 22:32 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Reglementierung der Arzneimittelpreise
Guten Tag liebe Forenkollegen,
zur Zeit grübelt die Regierung anscheinend darüber, wie man am besten die Arzneimittelpreise in Deutschland drücken kann. Nun würde mich aber interessieren, wo ein Pharmazeutischer Betrieb am ehesten sparen würde, wenn er dadurch mit weniger erwirtschaftetem Geld auskommen müsste.
Vielen Dank schon mal!
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12-03-2010 03:28 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Geändert von lausitzer (12-03-2010 um 14:47 Uhr)
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12-03-2010 09:07 #3
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Da bin ich mir gar nicht so sicher, dass gespart wird. Die Pharmavertreter werden die Haus- und Fachärzte noch penetranter verfolgen. Noch steht ja auch gar nicht fest, wieviel gespart werden soll.
Die Forderung, dass die Pharmafirmen Nützlichkeitsstudien vorlegen müssen, dürfte mit Leichtigkeit erfüllt werden. Schon bei der Zulassung müssen doch etliche Studien vorgelegt werden, dies dann auch in bezug auf das Kriterium der Nützlichkeit ebenso zu tun, dürfte kein Problem sein.
Wer hätte nicht gerne eine gut dotierte Studie einer Pharmafirma ? Eine super-kritische Haltung ist da nicht zu erwarten.
Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung sehe ich die Verhandlungspraxis aber deswegen als problematisch an, weil den Krankenkassen hier viel zu viel Macht gegeben wird. Sie sind ja im Moment alles in einem, jetzt auch noch Tarifpartner.
Lauterbachs Teppichhändler-Argument funktioniert nicht, weil so eine Praxis natürlich von einem klugen Verhandlungspartner durchschaut werden würde.
Man darf nicht alles dem Diktat der Kostenersparnis opfern, auch nicht den medizinischen Fortschritt. Die Pharmabranche ist auch ein Zukunftsmarkt. Aber offensichtlich besteht hier bei vielen politisch Handelnden eine Denkblockade, oder aber sie haben nützliche Verbindungen zur privaten, weniger staatlichen Versicherungswirtschaft.Geändert von catweazle3 (12-03-2010 um 09:10 Uhr)
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12-03-2010 18:50 #4
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Ich muss gestehen: Ich habe die Frage nicht ohne eigennützige Hintergedanken gestellt. Mit "pharmazeutischen Betrieben" meinte ich in erster Linie die sogenannten "forschenden Arzneimittelunternehmen", bei denen ich (in etwas fernerer Zukunft) eine Karriere als Arzneimittelforscher anstrebe.
Ich finde ebenfalls, dass Arzneimittel zu einem fairen Preis über den Ladentisch gehen sollten. Doch leider fehlt mir anscheinend das nötige Hintergrundwissen, um beurteilen zu können, was "fair" in diesem Zusammenhang bedeutet und wie man diese Preise am ehesten auf akzeptablen Niveau hält. Die Pharmafirmen erklären ja die hohen Preise vor allem mit der aufwändigen und teuren Forschung. Andererseits wird in Polit-Talkrunden gezeigt, dass wesentlich mehr Geld in den Marketingbereich der Firmen zu fließen scheint, als in den Forschungsbereich. Daher hat sich mir die Frage gestellt:In welcher Abteilung wäre eher mit Budgetkürzungen zu rechnen, wenn ein Pharmakonzern nicht mehr die Gewinne einfährt, wie momentan noch? Wäre es der Forschungs- oder der Marketingsektor? Sicherlich ist eine solche frage nicht pauschal beantwortbar. Man kennt ja noch nicht einmal eine wirklich durchdachte Art und Weise, wie man das Preismonopol durchbrechen könnte. Aber mich würde einfach generell die Handlungstendenz der Unternehmen interessieren, wenn schlicht und einfach Umsatzrückgänge zu verzeichnen wären.
Der Beitrag von dir, lausitzer, ist übrigens auch aufschlussreich gewesen. Aber heißt das etwa, dass aufgrund der Abnahme der Apothekendichte demnächst auch Apotheker wesentlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind? Bisher erschien mir dieser Beruf, wie eine Hochburg der Vollbeschäftigung...
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12-03-2010 23:36 #5
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Das passiert ja leider nicht, obwohl es zur Kostendämpfung im Gesundheitssystem so richtig und wichtig wäre. Lass Dir von Paracelsus erklären warum das so ist. Der faselt dann was von freiem kaufmännischem Handeln und so einem Unfug. Andererseits schottet sich die Apothekergilde ja auch streng gegen jeden Versuch von Wettbewerb durch ausländische Konzerne und Versandapotheken ab.
Und wie gesagt, es mir ein Rätsel, weshalb der Gesetzgeber oder letztlich die Kommunen und Gewerbeaufsichten als Aufsichtsbehörden nichts gegen diese Unmenge von Apotheken tun. Schließlich hätten die es in der Hand, die Eröffnung eines Geschäftes mit einem bestimmten Sortiment an diesem oder jenem Standort zu genehmigen bzw. zu untersagen.


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