Lieber Voigtlaender,
das, worüber du hier spricht, mögen Psychologen vielleicht Neurosen nennen.... auf als schlimm empfundene Ereignisse so reagieren, dass man jeglichen objtktiven Blick für Dinge verliert, die an dieses Ereignis erinnern könnten...
so fühle ich mih zum beispiel immernoch sehr schnell zurückgestoßen, obwohl es dafür-objektiv gesehen- keinen grund gibt... und leide darunter, weil es von mir als wahrheit erlebt wird.
so hat eine gute (mittlerweile ehemalige) freundin von mir immernoch das gefühl, jeder würde sie vergessen und würde sich aus ignoranz und gleichgültigkeit bei ihr nicht melden- und vergisst dabei völlig, dass man auch mal zwei Wochen keine Zeit hat, sich zu melden, wenn man in komplett anderen Städten wohnt..
so hat ein anderer nachbar von mir immernoch das gefühl, jeder würde ihn verletzen- auch wenn es vom anderen gar nicht als verletzung gemeint war...
all diese subjektiven empfindungen aufgrund derer man immer wieder an denselben dingen hadert sind eine art teufelskreis. und dieser teufelskreis ist neben seiner gefahr auch sehr bequem- man kann weiter an seiner sicht der dinge hängen, ohne zú schauen, was von den eigenen empfindungen auch tatsächlich in der realität so stattfindet.
manchmal wirds einem sehr schwindelig, wenn man spürt, wie viel solcherart konstrukte man schon sehr sehr lang gepflegt hat... instinktiv spürt man, dass sie zwischen einem selbst und anderen stehen...
oft ist es so, dass man sie gar nicht selbst spürt.. und sein leben lang den irrglauben erhält, man könne einfach nicht mit den menschen zurechtkommen...
dann bedarf man eines menschen, der dieses konstrukt nicht unterstützt.. der all diese abwehrmechanismen, die sich logischerweise ergeben, wenn man sich als einzelnes von anderen unabhängiges Individuum betrachtet, erkennt... und- VIELLEICHT- diese offen benennt.
Je mehr man in sich selbst sieht und wahrnimmt und je weniger "dunkle Kammern" in der eigenen Seele hausen, wo niemand je hineinblicken darf... desto mehr sieht man in anderen.
Das "Sich bewusstmachen" ist, denke ich, der allerwichtigste Prozess... dass man versteht, was man eigentlich tut.. dass man versteht, dass man seinen schädlichen Gedanken- und Gefühlskreis immer weiter füttert..und somit immer unglücklicher und oft auch einsamer wird.
Manchmal ist es auch gut, wenn man sich dabei Unterstützung holt.
Den anderen Weg des Für-Dunkelkammern-Blind-Bleiben-Wollens habe ich jetzt bewusst nicht angesprochen... es ist nunmal keine echte Alternative, finde ich...
Gruß, See.
Thema: wie lebt man????
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Ergebnis 1 bis 5 von 25
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24-05-2006 18:20 #1
"Student" (20-79 Beiträge)
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- 21.05.2006
- Beiträge
- 46
wie lebt man????
hallo ihr lebenskünstler.
mir gehen zur zeit viele dinge durch kopf und herz.
dies läßt sich vieleicht auf die frage reduzieren:
wie lebt man?
jetzt bin ich mir nicht sicher, ob wir nicht besser über das thema diskutieren könnten,
wenn ich dies so abstrakt halte - wie getan. aber ich werde uns doch noch ein bild skizzieren.
wir sind in diese welt geboren als unbefleckte wesen, haben erfahrungen gesammelt, haben erkenntnisse und wissen uns erworben. unsere erlebnisse auf diesen weg können aber nanchmal sehr hart sein. gut wäre auch erst einmal, ob wir diese kennen, und nicht in tiefster kleinkindheit liegen. diese dinge können ein ja schön aus der bahn werfen. dann kann man es verändern oder daran arbeiten, oder damit leben, vielleicht sogar lieben.
aber was ist, wenn wir diese dinge - aus welchen gründen auch immer - nicht erkennen.
dinge die uns hemmen, uns wie häßliche kreaturen aussehen lassen, uns diktieren.
uns nicht mehr uns lassen. dinge, die uns heimlich schleichend beginnen aufzufressen. die uns unsere objektivität nehmen. und wir uns in teufelskreisläufe befinden.
kurz gesagt: wir wissen nicht mehr ein noch aus.
wie lebt man damit, wie verändert man dann diese sachen, wenn es unheimlich kompliziert scheint. vielleicht ist die ursache auch schon an das tageslicht getreten, aber die leine, welche uns festhält, ist nicht zu greifen. gibt es ein mittel diese sichtbar zu machen? keine angst, dies soll alles nicht als endzeitszenario verstanden werden. ich wollte nur sehr deutlich machen, worum es mir geht. es können auch ganz kleine dinge sein.
die frage bleibt aber: wie lebt man (damit)?
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24-05-2006 19:58 #2Seelenblume Gast
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27-05-2006 01:35 #3
Im Grunde klingt mir das sehr nach der zunächst ganz allgemeinen Frage, wie Verhaltensmuster entstehen.
Ich denke, deren Beantwortung bedarf eines Fachmannes - nicht, weil die Verhaltensmuster, die da zur Debatte sehen, nun notwendigerweise pathologisch sind (kann ich als Laie eh nicht beurteilen), sondern weil psychologisch geschulten Menschen beigebracht wurde, wie solche Strukturen im Gehirn entstehen. Da mag es meinetwegen unterschiedliche Schulen geben, die unterschiedliche Begründungen liefern, aber sicher scheint mir, dass Laien hier nicht mehr tun können, als im Nebel zu stochern.
Ob die von Dir geschilderten Denkschemata nun als Indikation für ne Therapie ausreichen, kann ich gleichfalls nicht beurteilen - hier kann aber womöglich einer der Depressions-Tests als Anhaltspunkt dienen, die am Ende von [1] referenziert wurden. Sollte es einen manifesten Leidensdruck geben, so ergibt sich eventuell die Möglichkeit, sich gemeinsam mit einem Experten auf die Suche nach den von Dir erfragten Antworten zu machen.
[1] http://www.unicum.de/community/foren...7&postcount=10"Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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17-06-2006 13:50 #4
"Student" (20-79 Beiträge)
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- 21.05.2006
- Beiträge
- 46
Düsentrieb heißt dies nun: das laien ihr eigenes leben nicht organisieren können?
Zitat von Düsentrieb_610
das kann ich mir nicht vorstellen. man muß doch eigentlich nur erkennen, welche strukturen die wesentlich für sein wohlbefinden sind. können dies "fremde" eigentlich leisten? oder ist es eher so, daß diese menschen einen nur die instrumente in die hände geben, damit man diese strukturen allein finden kann.....
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17-06-2006 14:27 #5Ich denke, die Betonung liegt eher auf Letzterem - dennoch würde ich die These wagen, dass "nur" hier nicht die passende Formulierung ist: Ich würde ganz im Gegenteil behaupten, dass derartige Aufgaben hinreichend schwierig sind und gerade deshalb den Fachmann erfordern.
Zitat von voigtlaender
Bezüglich des Eröffnungssatzes würde ich vorschlagen, sich mal das physiologische Analogon zurechtzulegen:Kein Mensch hat Schwierigkeiten einzusehen, dass das Versorgen eines Beinbruchs oder die Behandlung einer Herzrhythmusstörung am besten vom Fachmann vorgenommen wird - obwohl es dabei ja auch um mein Bein und mein Herz geht. Daraus folgt nicht, dass ich deshalb am besten weiß, wie man entsprechende Erkrankungen behndelt. Das Einzige, was ich besser weiß ist als der Arzt ist, wo mir seit wann was wehtut - und ggf. aus welchem Anlass (Sturz von der Leiter oder so).
Entsprechend ist es sicher hilfreich, bei psychischem Leidensdruck das gleiche zu tun wie bei physischem: Ein Pflaster draufkleben, wenns was Harmloses ist und den Gang zum Profi antreten, wenn es das nicht ist."Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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