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Ergebnis 66 bis 67 von 67
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29-06-2006 07:28 #66
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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- 5.278
Ich vermute mal, dass unsere Verblüffung verfliegt, wenn wir dem Geißler seine Olle kennen lernen.
Zitat von Neroli
Nee, gez ma im Ernst. Der einzige Politiker, der nicht nur reflektiert sondern auch gut lesbar und humorvoll schreibt, ist Manfred Rommel, der ehemalige OB von Pferdekoppelhausen.
Die übrigen Politiker haben hingegen, nachdem sie aus Amt und Würden geschieden sind, vermutlich das miese Gefühl gehabt, nicht mehr in den Spiegel blicken zu können. Es ist ihnen wahrscheinlich zu Bewußtsein gekommen, dass sie ihre Überzeugungen, soweit überhaupt vorhanden, an Lobbyisten, Koalitions"partner", den Fraktionszwang, die Stamm(tisch)wähler und den Klüngel verkauft haben. Die meisten ihrer Schriften sind daher späte Versuche der Verklärung und Rechtfertigung dafür, letztendlich versagt oder nix gekonnt zu haben.
Rommel ist m.E. ein Politiker, der die Möglichkeit des Scheiterns, ja die Unmöglichkeit des Erfolges vorher gesehen hat, und sich daher und deshalb niemals um ein höheres politisches Amt beworben hat, obwohl davon ausgegangen wird, dass er als Nachfolger von "Schlaule" Späth gute Chancen auf eine absolute Mehrheit im Ländle gehabt hätte.Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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05-07-2006 15:08 #67Wie heißt es so schön: Dein Wort in Gottes Ohr!
Zitat von Karendric
Leider sind meine Erfahrungen, dass es solcher löblicher Tugenden bei vielen Menschen fehlt, im Besonderen bei, ich pauschalisiere mal: "Politikinteressierten". Ich vermute, es hat etwas mit der Stiftung von Sinn und Identität zu tun, den politische Lager verheißen. Anders kann ich mir schwer erklären, warum viele, an sich höchst gescheite Leute einen Abwehrreflex zeigen, wenn sie mal auf jemanden von der so deklarierten Gegenpartei stoßen. Oder auch gewisse, wohltradierte Meinungen der eigenen Seite vorbehaltlos und unreflektiert übernehmen.
Denn: Die hier bereits öfter angeführten politischen Blöcke sind doch recht willkürliche Konstruktionen. In der CDU etwa tummeln sich christlich-konservative Leutchen ebenso wie recht marktradikale. Christliche-soziale (ich arbeite mal, auch wenn es mir etwas schwer fällt, mit solchen Etiketten) finden sich nicht nur in der CSU und ihrer Schwesterpartei, sondern eben auch in der SPD. Wertliberale teilen sich unter Grüne und FDP auf etc. etc. etc. Vielleicht greift die Sicht auf Parteien etwas zu kurz, aber hier zeigen sich die Blöcke ja schon recht klar. Und da wird - wenn man nicht gerade in einer Koalition steckt - intensivst Grabenkampf betrieben, frei nach dem Motto "Der andere kann einfach nie und nimmer recht haben."
Zugegeben, das hat bei den Parteien auch etwas mit Profilierung zu tun. Aber dieser Beißreflex ist eben, man sieht es hier im Thread auch sehr schön, auch außerhalb dieser Strukturen weit verbreitet. Ich hab wirklich den Eindruck, es geht in den wenigsten Fällen darum, die "Welt zu verbessern" (das ist es doch, oder? Freilich gibt es da sicher mehr als einen gangbaren Weg, zumindest werden wir Probleme haben, den "einzig wahren" von vorneherein zu (er)kennen), sondern schlicht um die eigene Eitelkeit - was vielen aber wohl auch nicht bewusst ist.
Ich vermisse oft einfach eine vernünftige Portion Selbstkritik. Oder auch bloß Reflexion."Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am stärksten erlebt hat. Mancher wird mit hundert Jahren begraben, der bei seiner Geburt gestorben war."
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