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  1. #1
    Avatar von Nihility
    Nihility ist offline "Absolvent" (80-149 Beiträge)
    Registriert seit
    07.01.2006
    Beiträge
    135

    Sind eigentlich alle Studenten links(radikal)?

    Ich war letzten Freitag auf einer Studentenparty (ich selbst studiere noch nicht). Sie fand in der Wohnung eines flüchtigen Bekannten statt und es waren auch primär nur Studenten anwesend. Die Atmossphäre war zwar sehr relaxed und die Leute ziemlich freundlich - ich kannte kaum jemanden von ihnen - aber es fiel mir schon sehr auf wie sehr linke Politik für diese Leute eine Rolle spielte. Im Wohnzimmer gab es nicht wenige Antifa- und "Nieder mit dem Kapitalismus"-Plakate, und einige Studenten meinten zu mir in der gesamten Gegend im Umfeld gäbe es nur freundliche Leute, schließlich würde hier die PDS auch hohe Prozente erzielen. Insgesamt bekam ich mit das die meisten das "System" scheiße fanden und darüber philosophierten, ob alle oder nur ein großer Teil der Polizisten Arschlöcher seien.

    Ich habe nicht all zu viel Kontakt zu anderen Studenten, und würde darum gerne mal erfahren wie ihr das seht: Sind Studenten e.M. tendenziell linker oder linksradikaler. Als FDP-Wähler frag ich mich generell, wie man an so einer Uni überleben soll
    Die Wirklichkeit ist in der Realität ganz anders...
    -----
    Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als gleich.

  2. #2
    Avatar von Karendric
    Karendric ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    07.07.2005
    Beiträge
    1.562
    Du hättest sicher einen ganz anderen Eindruck von Studierenden gehabt, wenn diese Party in einem Verbindungshaus stattgefunden hätte.

    Sicher sind Studenten tendenziell linker als der Rest der Bevölkerung. Sie interessieren sich mehr für Ökologie, mehr für's Diskutieren und glauben noch - mangels Berufserfahrung - dass man auch hierarchiefrei an wichtigen Projekten arbeiten kann.

    Das ändert sich bei den meisten, wenn sie in's Berufsleben einsteigen. Kannst du ja prima bei den Diskussionen im Politikforum verfolgen, wo jene, die mehr Geld vom Staat für Bildung und Soziales fordern, in der Regel die sind, die selbst keine Steuern zahlen.

    Um so mehr Respekt habe ich vor denen, die später viel Geld im Job verdienen und trotzdem noch links wählen und bereitwillig ihre Steuern/Abgaben zahlen. Aber das ist wohl nur eine Minderheit.

    Gruß,
    Karendric

  3. #3
    Avatar von Worldwide
    Worldwide ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    03.09.2003
    Beiträge
    3.178
    Zitat Zitat von Karendric
    Sicher sind Studenten tendenziell linker als der Rest der Bevölkerung.
    Tendenziell ist dem wohl so, aber es kommt immer auf die Sorte Student drauf an.
    Schau Dir mal ein paar WiWis oder Juristen an, die sind tendenziell eher rechter oder liberaler.

    @nihility: Und wenn die Leute auf der Party nun mal alle Pädagogen oder Biologen oder Politikwissenschaftler oder Asta-Mitarbeiter waren, dann wundere Dich nicht, dass sie "linker" waren als von Dir erwartet.
    Liebe ist eine Lebenseinstellung: Wer Liebe sät, wird Liebe ernten.

    Wir alle sind erst einmal Triebtäter, sind aber im Allgemeinen so frei, es nicht zu bleiben.
    Die Möglichkeit zur Entscheidung ist der entscheidende Qualitätssprung.

  4. #4
    Thomas Bernhard ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    13.01.2003
    Beiträge
    4.692
    Hahaha!

    Ja, solche "Das-System-ist-scheiße"-Rufer findet man noch recht oft unter der Studentenschaft. "Links" zu sein, genießt unter Studenten immer noch einen gewissen rebellisch-jugendlichen Ruf, auch wenn dies ziemlich albern ist, wenn man sich die Betonköpfe in der PDS und die Schnarchnasen in der SPD ansieht...

    Ich hatte mal einen Kommiltonen, der hat keine "Freunde", sondern nur "Genossen"... das fand ich dann doch reichlich doof.

    Wenn du, Nihility, überzeugter Liberaler bist, solltest du (wenigstens hin und wieder) für deine Überzeugung einstehen. Vorteil: Es zeigt sich, wie weit es um die vielgerühmte Toleranz mancher Linker bestellt ist.

    In meinem persönlichen Umfeld finden sich seit ein paar Jahren mehr und mehr CDU-Mitglieder und -Anhänger. Daß kann daran liegen, daß ich nicht mehr ganz so jugendlich bin und mit der Hochschule geht es für mich auch nun zu Ende... Man wird halt pragmatischer, weniger ideologischer. Wobei die sog. "Union" schon ein ziemlicher Langweilerhaufen ist.
    Thomas Bernhard ist Student im dritten Semester, dass ihn zum Diplom-Rezipienten formen soll.
    Dem Narren ein Denkmal.
    Dem Reimliebhaber ein Gedicht.

  5. #5
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
    Registriert seit
    06.01.2004
    Beiträge
    2.726
    Zitat Zitat von Nihility
    Ich habe nicht all zu viel Kontakt zu anderen Studenten, und würde darum gerne mal erfahren wie ihr das seht: Sind Studenten e.M. tendenziell linker oder linksradikaler. Als FDP-Wähler frag ich mich generell, wie man an so einer Uni überleben soll
    Es hängt a) von der Fakultät und b) von den Leuten an sich ab:
    a) Jura, BWL, Pharmazie und Medizin haben traditionell hohe StuPa-Wahlergebnisse für RCDS und JuLis, an der PhilFak haben eben eher "Rosa Regenbogenliste", "Linksalternative Antifaschistenliste", "Die dogmatische Linke" und so weiter das Sagen.
    b) selbst an der PhilFak gibt es CDU-Wähler. Bei den Anfang-20jährigen kann man oft schon vom äußeren Erscheinungsbild auf die innere Einstellung schließen: wer zu Uni gebügelte Hemden anzieht, wird eher kein Linksradikaler sein (aber auch nicht zwingend CDU-Wähler sein)...

    Soll heißen: Du hast jetzt einen Ausschnitt kennengelernt, aber Du solltest daraus nicht auf die Gesamtheit schließen, auch wenn, ja, es ist so, der Anteil eher "links" (wobei "links" hier mehr als "linksradikal" meint) denkender Menschen unter Studenten höher ist: Schau Dir Wahlergebnisse der SPD und der Grünen in traditionellen Unistädten an und zieh Deine Schlüsse daraus.

    Im übrigen gibt es noch den schönen Ausspruch, Winston Churchill zugeschrieben: "Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz, doch wer mit 40 noch immer einer ist, keinen Verstand."

    P.

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