Oh je, das werden hier wohl die wenigsten kennen...
Ich weiß auch nicht, woher das kommt. Ich könnte aber raten, daß das bereits ein früher Vorgriff auf die EU ist![]()
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Ergebnis 1 bis 4 von 4
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02-06-2003 09:03 #1
Moderator
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Frage zu Herrn Rossi und seinem Hund...
Hallo!
Eine liebe LeserIn hat ein konkretes und weltumspannendes Problem -k ann einer helfen? Und zwar steht folgende Frage im Raum:
Warum hat Herr Rossi (..such sein Glück...), ein Italiener, einen Hund, der Gaston heisst? Ist doch
franzoesisch. Hm, kann mir jemand hier
aushelfen?
Grüße aus der hilflosen UNICUM Redaktion
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02-06-2003 12:29 #2JustMe Gast
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02-06-2003 14:01 #3Kumo Gast
Viele Deutsche Haustiere haben auch englische (anderssprachige) Namen. Na und? Vielleicht ist Herr Rossi frankophil.
-
03-06-2003 08:47 #4
Moderator
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Erste Erklärung
Hallo!
So, wir haben eine erste Annäherung gefunden. Ein Strahelmann namens Castor, Markus Castor, hat folgende Erklärung aufgetan:
Ich
>meinerseits denke ja, der heißt Gaston und nicht Gastone, weil Vedastus
>(flämisch, frz. Gaston)der Schutzheilige der Kinder, der Geh- und
>Sehbehinderten ist, aber auch der Walker und vielleicht, wie der Apostel
>Philippus der Hutmacher. Beides trifft ja auf den Rossi zu; a bisserl blind
>ist er ja schon auf der Suche nach seinem Glück, und ein kindliches Gemüt
>hat er sich ja auch bewahrt, auch wenn Bozzetto ausdrücklich nicht für
>Kinder gezeichnet hat. Und weil ja seine Kirche und die Gebeine des Hlg.
>Vaast in Arras liegen, wird der Hund auf frz. benannt. Gastone hört sich
>sowieso nach Zabaglione oder Minestrone an. Wenn nun der Vedastus alias
>Vaast alias GAston(e) der Legende nach einen Bären oder Wolf aus der Kirche
>vertrieb, ist der Wolf Rossis Chef, Gaston die sublimierte
>Zwangsvorstellung
>von dessen Kastration, da ja der Mensch auf den Hund gekommen die Zähmung
>des Bösen, eben des Wilden in die soziokulturelle Genese humanoider
>Transformation repräsentiert. Deshalb also Gaston, wilde Fauna kontra oral
>verfälschter Tiefenanalyse in der floralen Form des Gastone, dessen
>kulinarischen Anklänge die ungezähmte Bestie jenseits der Grenze verbannt.
>Selbst der Titelsong läßt im Introitus die Kastrationsthematik anklingen:
>
>"Denn Herr Rossi sucht das Glück.
>Sucht man es, so fehlt ein Stück.
>Ja, es fehlt ein Stück vom Glück."
>
>Und schon die zweite Strophe decouvriert die italianisierende Form als
>gastronomisches Hirngespinnst, welches das Unvereinbare, das Zugleich der
>Kälte- wie Wärmeempfindung einzuholen trachtet, scheitert und seine
>Ausflucht in der Übersteigerung körperlicher Begierden in der
>Vervielfachung
>sinnlicher Genüsse sucht:
>
>"Ja, Herr Rossi hat 'nen Wunsch:
>Eis vom Nordpol flambiert mit Punsch.
>Eine Schokoladenburg,
>Dreimal Kuchen, sechs Kaffee,
>Zwanzig Törtchen, dazu Tee."
>
>
>Sie kulminiert an der Nahtstelle von Völlerei und Geld: Nur die
>Verharmlosung des französisches Luxusproduktes, die im "Sekt" der dt.
>Fassung beschlossen liegt, läßt die Kopula zwischen Magen und Geldbeutel
>zuerst versteckt erscheinen. Doch die grenzüberschreitende Mobilität, die
>Zentrifugalkräfte die sich in engen Kurven der Küstenuferstrasse des
>Thyrrenischen Meeres entdecken lassen, verdeutlicht die STrategie der
>Verdeckung, die als Folie die taumelnde Wirrnis von Essen, SPielen, Luxuria
>und Flucht verhängt. Der Protagonist bleibtletztlich unbefriedigt, das
>suchartige, freilich nur visionäre Einlösen der Begierden wird zum
>unabschließbaren Verlangen ad infinitum. Die verschmähte, lebensspendende
>Mutter lactans wird ersetzt vom allzukurz prickelnden Stimulans eines
>Weinschaumgetränks, welches, angesiedelt zwischen Champagner und Spumante,
>die SPannung des NAtionalen Konflikts des Helden mit seinem Hund (F-I), in
>vordergründigem Kompromiß sich der deutschen Unentschiedenheit hingibt.
>
>"Ja, Herr Rossi möcht' noch mehr:
>So ein Auto macht was her.
>Auch mal Sekt statt immer Milch.
>Mal wie ein Reicher sich benehmen,
>In der Spielbank Geld ausgeben."
>
>Wie ernst es dem Verfasser mit dieser Phantasiewelt des Strudels aus
>Labsaal
>ist, die das Ich des Helden als vereinsamte Monade dem Rest der Welt
>entgegensetzt, macht die Unendlichkeitsmethaphorik der Urelemente (Wasser,
>Sonne, STrand und Sekt, der hier mal fehlt)offenbar:
>
>"Andere können alles haben,
>Können sich an Feinstem laben.
>Und von eben diesen Gaben
>Möcht' Herr Rossi auch was haben.
>
>Sonne, Sonne, Himmel, Sonne,
>Wasser, Wasser, Strand und Sonne,
>Berge, Berge, Echo, Echo,
>Blumen, Blumen, zwanzig Blumen."
>
>Ja, das wär Herr Rossi's Glück.
>Das wär mehr als nur ein Stück,
>Doch ihm fehlt ein Stück vom Glück."
>
>Der Refrain fortwährender Resignation erhält freilich als Triebfeder die
>immerwährende Erneuerung der Triebziele. Sie dient für den Rezipienten der
>Erkennbarkeit des Faktums der Spaltung einer Figur in die unzulänglichen,
>antipodischen Ich's des Paares (Herr und Hund), welches als abendländisches
>Motiv nichts anderes als die Dualität von Geist und Körper, von tierisch
>Niederem (der Hund und Rossi's Wahnvorstellung) und sittlich geistig
>Höherem
>(Rossi's wirkliches Langweilerleben) transportiert. Mit der Vertreibung des
>Wolfes durch Gaston, rsp. des Heidentums durch die Autorität des Bischofs
>entschiedet sich der Autor für das Zusammen, bzw. das fortwährende Mit- und
>Gegeneinander zweier Prinzipien menschlichen Daseins, das in Form des
>rationalen, dennoch gezierten FOrmalgepränges franzäsischer Abart und in
>Form des schlicht kultivierten, doch noch aus unmittelbarer wirksamen
>Urgründen menschlicher Triebfedern Italienischen ausgespielt wird. Zwischen
>Gossi und Raston wird gleichsam der gossenhafte Abgrund menschlicher Seele
>gegen die rationale Selbstkontrolle so gesetzt, daß ihr Widerstreit im
>Theater des Traums auf die Menschheitsgeschichte (vgl. die vielen Folgen)
>appliziert wird.
>
>Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner bescheidenen Erläuterung einsichtig
>machen, warum es Gaston und nicht Gastone heißt.Geändert von Redaktion (03-06-2003 um 10:47 Uhr)
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