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  1. #1
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    Frage zu Herrn Rossi und seinem Hund...

    Hallo!

    Eine liebe LeserIn hat ein konkretes und weltumspannendes Problem -k ann einer helfen? Und zwar steht folgende Frage im Raum:

    Warum hat Herr Rossi (..such sein Glück...), ein Italiener, einen Hund, der Gaston heisst? Ist doch
    franzoesisch. Hm, kann mir jemand hier
    aushelfen?

    Grüße aus der hilflosen UNICUM Redaktion

  2. #2
    JustMe Gast
    Oh je, das werden hier wohl die wenigsten kennen...

    Ich weiß auch nicht, woher das kommt. Ich könnte aber raten, daß das bereits ein früher Vorgriff auf die EU ist

  3. #3
    Kumo Gast
    Viele Deutsche Haustiere haben auch englische (anderssprachige) Namen. Na und? Vielleicht ist Herr Rossi frankophil.

  4. #4
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    Erste Erklärung

    Hallo!

    So, wir haben eine erste Annäherung gefunden. Ein Strahelmann namens Castor, Markus Castor, hat folgende Erklärung aufgetan:

    Ich
    >meinerseits denke ja, der heißt Gaston und nicht Gastone, weil Vedastus
    >(flämisch, frz. Gaston)der Schutzheilige der Kinder, der Geh- und
    >Sehbehinderten ist, aber auch der Walker und vielleicht, wie der Apostel
    >Philippus der Hutmacher. Beides trifft ja auf den Rossi zu; a bisserl blind
    >ist er ja schon auf der Suche nach seinem Glück, und ein kindliches Gemüt
    >hat er sich ja auch bewahrt, auch wenn Bozzetto ausdrücklich nicht für
    >Kinder gezeichnet hat. Und weil ja seine Kirche und die Gebeine des Hlg.
    >Vaast in Arras liegen, wird der Hund auf frz. benannt. Gastone hört sich
    >sowieso nach Zabaglione oder Minestrone an. Wenn nun der Vedastus alias
    >Vaast alias GAston(e) der Legende nach einen Bären oder Wolf aus der Kirche
    >vertrieb, ist der Wolf Rossis Chef, Gaston die sublimierte
    >Zwangsvorstellung
    >von dessen Kastration, da ja der Mensch auf den Hund gekommen die Zähmung
    >des Bösen, eben des Wilden in die soziokulturelle Genese humanoider
    >Transformation repräsentiert. Deshalb also Gaston, wilde Fauna kontra oral
    >verfälschter Tiefenanalyse in der floralen Form des Gastone, dessen
    >kulinarischen Anklänge die ungezähmte Bestie jenseits der Grenze verbannt.
    >Selbst der Titelsong läßt im Introitus die Kastrationsthematik anklingen:
    >
    >"Denn Herr Rossi sucht das Glück.
    >Sucht man es, so fehlt ein Stück.
    >Ja, es fehlt ein Stück vom Glück."
    >
    >Und schon die zweite Strophe decouvriert die italianisierende Form als
    >gastronomisches Hirngespinnst, welches das Unvereinbare, das Zugleich der
    >Kälte- wie Wärmeempfindung einzuholen trachtet, scheitert und seine
    >Ausflucht in der Übersteigerung körperlicher Begierden in der
    >Vervielfachung
    >sinnlicher Genüsse sucht:
    >
    >"Ja, Herr Rossi hat 'nen Wunsch:
    >Eis vom Nordpol flambiert mit Punsch.
    >Eine Schokoladenburg,
    >Dreimal Kuchen, sechs Kaffee,
    >Zwanzig Törtchen, dazu Tee."
    >
    >
    >Sie kulminiert an der Nahtstelle von Völlerei und Geld: Nur die
    >Verharmlosung des französisches Luxusproduktes, die im "Sekt" der dt.
    >Fassung beschlossen liegt, läßt die Kopula zwischen Magen und Geldbeutel
    >zuerst versteckt erscheinen. Doch die grenzüberschreitende Mobilität, die
    >Zentrifugalkräfte die sich in engen Kurven der Küstenuferstrasse des
    >Thyrrenischen Meeres entdecken lassen, verdeutlicht die STrategie der
    >Verdeckung, die als Folie die taumelnde Wirrnis von Essen, SPielen, Luxuria
    >und Flucht verhängt. Der Protagonist bleibtletztlich unbefriedigt, das
    >suchartige, freilich nur visionäre Einlösen der Begierden wird zum
    >unabschließbaren Verlangen ad infinitum. Die verschmähte, lebensspendende
    >Mutter lactans wird ersetzt vom allzukurz prickelnden Stimulans eines
    >Weinschaumgetränks, welches, angesiedelt zwischen Champagner und Spumante,
    >die SPannung des NAtionalen Konflikts des Helden mit seinem Hund (F-I), in
    >vordergründigem Kompromiß sich der deutschen Unentschiedenheit hingibt.
    >
    >"Ja, Herr Rossi möcht' noch mehr:
    >So ein Auto macht was her.
    >Auch mal Sekt statt immer Milch.
    >Mal wie ein Reicher sich benehmen,
    >In der Spielbank Geld ausgeben."
    >
    >Wie ernst es dem Verfasser mit dieser Phantasiewelt des Strudels aus
    >Labsaal
    >ist, die das Ich des Helden als vereinsamte Monade dem Rest der Welt
    >entgegensetzt, macht die Unendlichkeitsmethaphorik der Urelemente (Wasser,
    >Sonne, STrand und Sekt, der hier mal fehlt)offenbar:
    >
    >"Andere können alles haben,
    >Können sich an Feinstem laben.
    >Und von eben diesen Gaben
    >Möcht' Herr Rossi auch was haben.
    >
    >Sonne, Sonne, Himmel, Sonne,
    >Wasser, Wasser, Strand und Sonne,
    >Berge, Berge, Echo, Echo,
    >Blumen, Blumen, zwanzig Blumen."
    >
    >Ja, das wär Herr Rossi's Glück.
    >Das wär mehr als nur ein Stück,
    >Doch ihm fehlt ein Stück vom Glück."
    >
    >Der Refrain fortwährender Resignation erhält freilich als Triebfeder die
    >immerwährende Erneuerung der Triebziele. Sie dient für den Rezipienten der
    >Erkennbarkeit des Faktums der Spaltung einer Figur in die unzulänglichen,
    >antipodischen Ich's des Paares (Herr und Hund), welches als abendländisches
    >Motiv nichts anderes als die Dualität von Geist und Körper, von tierisch
    >Niederem (der Hund und Rossi's Wahnvorstellung) und sittlich geistig
    >Höherem
    >(Rossi's wirkliches Langweilerleben) transportiert. Mit der Vertreibung des
    >Wolfes durch Gaston, rsp. des Heidentums durch die Autorität des Bischofs
    >entschiedet sich der Autor für das Zusammen, bzw. das fortwährende Mit- und
    >Gegeneinander zweier Prinzipien menschlichen Daseins, das in Form des
    >rationalen, dennoch gezierten FOrmalgepränges franzäsischer Abart und in
    >Form des schlicht kultivierten, doch noch aus unmittelbarer wirksamen
    >Urgründen menschlicher Triebfedern Italienischen ausgespielt wird. Zwischen
    >Gossi und Raston wird gleichsam der gossenhafte Abgrund menschlicher Seele
    >gegen die rationale Selbstkontrolle so gesetzt, daß ihr Widerstreit im
    >Theater des Traums auf die Menschheitsgeschichte (vgl. die vielen Folgen)
    >appliziert wird.
    >
    >Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner bescheidenen Erläuterung einsichtig
    >machen, warum es Gaston und nicht Gastone heißt.
    Geändert von Redaktion (03-06-2003 um 10:47 Uhr)

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