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  1. #1
    Jonas Gast

    Spiritualität in der "westlichen" Welt

    Jetzt hat ja der Papst in einer oder mehrere seiner Reden anlässlich seiner Bayerntournée, der christlichen Welt nicht nur Abwendung vom Glauben vorgeworfen, sondern auch die mangelnde Spiritualität und Gottlosigkeit, für den Hass der arabischen Welt auf uns verantwortlich gemacht.


    Das ist natürlich Marketing sonder Gleichen für die katholische Kirche.

    Aber wie ernst muss man das nehmen? Es mag nachvollziehbar sein, aber wie weit fällt die Gottlosigkeit ins Gewicht?


    Natürlich muss man humanistische Ideale nicht aufgeben, wenn man sich dem christlichen Glauben zuwenden würde - aber soll man sich aus Zweckoptimismus so einem Quatsch hingeben?

  2. #2
    Avatar von Düsentrieb_610
    Düsentrieb_610 ist offline Moderator
    Registriert seit
    28.12.2003
    Beiträge
    3.957
    Zitat Zitat von Jonas
    Natürlich muss man humanistische Ideale nicht aufgeben, wenn man sich dem christlichen Glauben zuwenden würde - aber soll man sich aus Zweckoptimismus so einem Quatsch hingeben?
    Wenn einem die Ideale der Aufklärung am Allerwertesten vorbeigehen, schon.
    Zu denen gehört nämlich auch, dass alle Menschen mit gewissen Grundrechten ausgerüstet sind - egal, welchen Glauben sie haben oder nicht haben. Wenn man sich das Wohlgefallen Dritter dadurch erkaufen muss, dass man einen bestimmten Glauben annimmt, läuft etwas falsch.
    Und ja: Als Christ oder Jude ("dhimmi") gilt man durch die Brille des Korans zwar weniger als ein Moslem, aber immerhin mehr denn als Nicht-Buchreligionsanhänger oder gar Glaubensloser ("harbi").
    Ob man das zur Motivation für einen Kircheneintritt nimt, muss jeder selbst entscheiden.
    Ich würde es nicht tun.
    "Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
    (Jean-Jacques Rousseau)

    "Science flies you to the moon.
    Religion flies you into buildings."

    (Victor Stenger)

    Am Ende wird alles gut.
    Und falls nicht, ist es nicht das Ende.

  3. #3
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
    Registriert seit
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    Beiträge
    2.666
    Zitat Zitat von Jonas
    Jetzt hat ja der Papst in einer oder mehrere seiner Reden anlässlich seiner Bayerntournée, der christlichen Welt nicht nur Abwendung vom Glauben vorgeworfen, sondern auch die mangelnde Spiritualität und Gottlosigkeit, für den Hass der arabischen Welt auf uns verantwortlich gemacht.
    So ist tatsächlich die Empfindung der arabischen Welt und man muss sagen dieser Vorwurf ist natürlich hervorragende Werbung für die Kirche, wenn man den Islamismus praktisch als Strafe Gottes für zuwenig Gläubigkeit aufbauen kann .

    Vielleicht noch ein interessanter Punkt Spiritualität.
    Eben jene scheinen die Menschen außerhalb der Kirche gerade in Massen zu suchen . Von Esotherik bis Wohnzimmer-Feng-Shui boomt das Geschäft mit der Spirirtualität. Dass die Kirche da offenbar was gegenben hat , was viele Menschen brauchen und jetzt woanders suchen , scheint mir offensichtlich.

  4. #4
    Unick Gast
    Gott und Glaube tangiert mich nicht die Bohne.

    Aber gestern bemerkte ich die ersten Lebkuchen und Dominosteine in der Kaufhalle, und ich habe mir auch gleich diese runden Schokoladenkränze mit diesem bunten Nonpareille obendrauf gekauft, da soll mal noch einer etwas von fehlender Spiritualität erzählen! (Die noch dazu sogar Bezug zum christlichen Glauben hat.)

  5. #5
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    5.278
    Zitat Zitat von Jonas
    Jetzt hat ja der Papst in einer oder mehrere seiner Reden anlässlich seiner Bayerntournée, der christlichen Welt nicht nur Abwendung vom Glauben vorgeworfen, sondern auch die mangelnde Spiritualität und Gottlosigkeit,
    Aus seiner Sicht trifft diesen Vorwurf ja sogar diejenigen, die ihre Spiritualität als Protestant ausleben, und erst recht diejenigen deren religiöse Wweltanschauungen ohne Götter auskommen oder andere zum Mittelpunkt haben. Daher ist sein Vorwurf ein abwertendes Pauschalurteil, das man garnicht weiter zu diskutieren braucht.
    für den Hass der arabischen Welt auf uns verantwortlich gemacht.
    Diese Aussage ist sowas von absurd, dass ich sie einem intelektuell solchermaßen geschulten Menschen wie dem Theologieprofessor Josef Alois Ratzinger nicht zutrauen würde.
    Sollte er sie tatsächlich so getan und gemeint haben, so ist er ein Vollidiot!

    Das Gegenteil seiner Behauptung ist richtig. Weil uns einige Leute in den islamischen Ländern unseren wirtschaftlichen Erfolg, unsere pluralistische Gesellschaft und deren Errungenschaften neiden, predigen sie einen vollkommen unsachlichen, politisch motivierten, durch keinerlei objektiven Maßstäbe gerechtfertigten Hass gegen eben diese Gesellschaft, bezeichnen unsere Gesellschaft als "dekadent" und ihre eigene als den besseren Gegenentwurf. Selbst wenn sich jetzt auf einmal alle Menschen in Europa einem (selbst nach islamischen Maßstäben konservativen) Glauben zuwendeten, so bleiben doch die Errungenschaften der Aufklärung, die Menschen- und Bürgerrechte und der wirtschaftliche Erfolg breitester Bevölkerungsschichten und damit der Dorn im Auge der islamistischen Betrachter weiterhin vorhanden.
    Die Spiritualität der Menschen im Westen, ob und an welchen Gott sie glauben und mit welchen Ritualen sie ihn verehren ist doch den Hasspredigern in der islamischen Welt vollkommen wurscht. Die meisten davon sind so un- und eingebildet, dass sie nicht einmal den Unterschied zwischen Protestant und Katholik kennen. Für ihren politischen Zweck treten sie sogar die eigenen religiösen Grundsätze mit Füßen, indem sie über die Differenzierung (die Düsentrieb erwähnt; dhimmi und harbi) hinweg gehen. Daran kann man sehen, dass es diesen Idioten nicht um den Glauben, sondern um Macht und Einfluss geht.
    Zitat Zitat von Jonas
    Das ist natürlich Marketing sonder Gleichen für die katholische Kirche.
    Genauer gesagt ist es eine unzulässige Schleichwerbung für die katholische Sexualmoral und Soziallehre. Mit dem Glauben hat das eben so wenig zu tun wie bei den Islamisten.
    Natürlich muss man humanistische Ideale nicht aufgeben, wenn man sich dem christlichen Glauben zuwenden würde - aber soll man sich aus Zweckoptimismus so einem Quatsch hingeben?
    Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein haben sich die Menschen durch plastische Schilderungen von Höllenqualen einschüchtern lassen. Damit haben die Pfaffen die Gemeinde an der Kandarre gehalten. Inzwischen ist dieser Drops gelutscht.
    Wenn Papa Ratzi jetzt mit dem bösen Teufel in Gestalt islamistischer Bombenleger daher kommt, unterscheidet er sich im Prinzip nicht mehr von einem Bauernfänger und Kinderschreck.
    Da kann ich nur sagen: Jetzt erst recht!
    Ich lasse mich weder von Päpsten noch von islamistischen Bombenlegern ins Bockshorn jagen oder mir voschreiben, was ich wie zu glauben habe.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

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