Ich weiß ja nicht, wo Du studierst. Aber m.E. sind die Atheisten nicht in der Mehrheit.
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08-06-2007 23:54 #1
Wie lebt es sich als Gläubiger unter Atheisten?
Ich bin selber das, was man wohl als impliziten Atheisten bezeichnet, und habe damit wohl ungefähr die religiöse Einstellung, welche soweit ich das erkennen kann die meisten meiner Komillitonen haben. Religiöse Fragen sind für die meisten einfach kein Thema mehr.
Ich kenne dafür aber auch um so mehr Komillitonen, welche Religion praktizieren, im Vergleich zur Schule.
Nun, Religion und insbesondere die bisher existenten, organisierten und systematisch festgelegten Religionen, sind tendenziell nicht mein Interessensgebiet. Aber ich interessiere mich oft für diese Menschen. Darum interessiert es mich:
Wie ist es für einen Gläubigen, unter Atheisten zu leben?
Bedrückt es einen, wenn andere nicht an Gott glauben? Fühlt man sich manchmal "bedroht" oder fürchtet Intoleranz? Oder geht man mit einer "Jedem das seine"-Einstellung durch die Welt, und erwartet eben dies auch von seinen Mitmenschen?Die Wirklichkeit ist in der Realität ganz anders...
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Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als gleich.
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10-06-2007 00:21 #2§ 11.
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10-06-2007 16:25 #3
Nö, das ist ihre Privatsache. Ein toleranter, offen eingestellter Atheist ist mir tausendmal lieber als ein verbohrter Superchrist. Unter meinen besten Kumpels sind die meisten Atheisten und auch meine Freundin ist schon vor der Konfirmation aus der Kirche ausgetreten. Das ist unter uns auch nie ein Gesprächsthema, es sei denn, sie sprechen umgekehrt mich an, warum ich glaube. (Was recht häufig vorkommt.)
Nochmal nein. Mit intoleranten Menschen habe ich grundsätzlich meine Probleme, was nun aber nicht explizit mit Religion und Glauben zu tun haben muss. Intoleranten Menschen bin ich bisher sowohl unter glaubenden, als auch unter nicht-glaubenden Menschen begegnet. Deswegen "fürchte" ich mich aber noch lange nicht vor ihnen, sondern nehme nur Abstand von ihnen, so gut es eben geht. - Ich fürchte allerdings Intoleranz momentan dem Islam gegenüber, nicht dem Christentum.
Ja, das trifft es im Ansatz. Wobei ich meine Haltung eher mit "Meine Freiheit hört da auf, wo die des anderen anfängt." umschreiben würde.
Genau in diesem Zusammenhang stimmt es mich aber zumindest sehr nachdenklich, dass einige Atheisten ihren Nichtglauben geradezu aggressiv vertreten und Glaubenden gegenüber einen verächtlichen Tonfall auflegen, noch bevor sie auch nur ein paar Worte mit ihnen gewechselt haben.
Ganz im Einklang mit dieser Beobachtung habe ich schon oft den Eindruck bekommen, dass sich eine ganze Menge Atheisten gar nicht erst mit den tatsächlichen Glaubensaussagen einer Religion auseinandersetzen, bevor sie ihre persönliche Meinung entwickeln, sondern ihre schlechten Erfahrungen mit dem ehemaligen Pfarrer während des Konfirmationsunterrichts und mit der Bibelgruppe aus der Schule sofort in einer Art Sippenhaft auf die gesamte Religion übertragen. Ein anderes vorgebrachtes Argument ist oft, dass die moderne wissenschaftliche Weltsicht und Religion sich de facto widersprechen. Die Tatsache, dass es viele modern denkende und handelnde Menschen gibt, unter ihnen eine erkleckliche Anzahl Wissenschaftler (und nein, nicht nur "Intelligent Design-Propheten"), wird mit schöner Regelmässigkeit übersehen und geleugnet. - Aber auch das ist im Grunde ihr eigenes Bier - solange daraus keine undifferenzierten Anschuldigungen ganzer Religionsgruppen resultieren.Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
(Ralph Waldo Emerson, 1803-1882)
Gehe nicht vor mir - vielleicht folge ich Dir nicht.
Geh nicht hinter mir - vielleicht kann ich Dich nicht führen.
Geh einfach neben mir - und sei mein Freund.
(Albert Camus, 1913-1960)
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11-06-2007 13:39 #4
Hm, bisher war ich noch nicht in der Situation, unter Atheisten zu leben. Wenn's mal dazu kommt, sag ich Bescheid.
Sag den Problemen, ich komme nach dem Frühstück. Aber sie brauchen nicht auf mich zu warten. Echt nicht.
Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade daraus!
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die ist in Christus Jesus, unserem Herrn. (Römer 8, 38-39)
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11-06-2007 15:35 #5
Die Unterschiede in der Lebensweise sind wahrscheinlich einfach zu gering um von Äußerlichkeiten und Verhalten darauf schließen zu können wer Atheist und wer religiös oder einfach wer Agnostiker ist.
Ich würde mal behaupten, dass man in Berlin hauptsächlich unter Atheisten/Agnostikern lebt.
Da ich aber selbst zu denen gehöre, kann ich die Threadfrage nicht beantworten.
Merkwürdig ist es als Agnostiker eher in einer stark religiösen Gegend zu leben.
Ich würde es teilweise als sehr anstrengend bezeichnen, aber auch irgendwie angenehm geordnet.
Bisher musste ich feststellen, dass es eindeutig mehr aggressive Atheisten mit missionarischem Eifer gibt, als Christen mit Missionswillen.
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