Es gibt wahrscheinlich nicht viele Zitate vom ollen Marx, die ich unterschreiben würde, aber dieses gehört wenigstens noch in die engere Auswahl.
Natürlich: Wenn man sich so anschaut, was al Kaida und Konsorten heutzutage im Nahmen ihrer Religion so anstellen, kann man schon darauf kommen, dass es sich bei der applizierten Substanz eher um Adrenalin oder Testosteron handelt, aber die Grundaussage ändert sich dadurch nicht.
Ich finde es auch putzig, wenn die Leute die gesammelten Weisheiten ihrer Religion in einem kleinen Büchlein komprimiert sehen. Trotzdem haben es die Anhänger Maos genau so gehalten.
Ebenfalls lächerlich finde ich das Hinarbeiten auf einen Tag der Erlösung. Für die einen ist das halt dann, wenn der Messias kommt, für die anderen "nach der Verwirklichung des Marxismus-Leninismus in seiner reinen und unverfälschten Form".
Auch dem pseudoreligiöse Personenkult um die sozialistischen Galionsfiguren (den man seinerzeit auch schön im Rahmen der 68'er-Bewegung studieren konnte), fehlt es nicht an Parallelen zum klerikalen Vorbild.
Und mir möge keiner erzählen, dass die Säuberungen, die im Namen des Islam an kritischen Intellektuellen verübt werden (Theo v. Gogh et al.), für den geschichtsbewussten Kommunisten nun so etwas völlig Neues wären: Dergleichen kriegten schon Castro und Stalin hin. Und selbst die haben ja auch nur brav beim Terror der Oktoberrevolution gespickt.
Von daher wundert mich nicht, dass der Kommunismus die Distanzierung zur Religion sucht: Es handelt sich immerhin um ein eingeführtes Konkurrenzmodell mit vielen inhaltlichen Entsprechungen.
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30-06-2007 01:03 #1
Religion ist Opium für das Volk
"Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks." (Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie)
Wenn ich mir das lange Zitat von Karl Marx anschaue, so drückt dies viel besser aus, was wir Kommunisten von Religion zu halten haben:
Zwar ist dem Gläubigen nichts vorzuwerfen, jedoch muss man jede Religion als "Elend" bezeichnen, die ein Spiegelbild des wirklichen Elends ist. Es gibt nur eine Lösung, dieses Elend zu überwinden: Werdet KOMMUNIST!
Thomas Homiliushttp://www.thomas-homilius.dk ***GPG-Key-ID: 0xE29A0F93***
http://homilius.gmxhome.de | MGRS: 33UUS 5176 3827
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30-06-2007 06:30 #2"Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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30-06-2007 16:04 #3
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
- Registriert seit
- 29.08.2003
- Beiträge
- 513
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01-07-2007 09:17 #4
wenn spiritualität ensteht, weil die gesellschaft eine elende ist, und wenn es in der ddr katholiken gab, die massiv unterdrückt wurden, versucht dann der kommunismus das elend schön zu reden?
also ich bin schon ziemlich links, aber mit ner ddr-marke über religion aufklären zu wollen find ich panne. zumal: man kann für gleiches recht für alle sein und trotzdem an einen gott glauben. geht zumindest mit dem buddhismus, dem katholizismus und dem protestantismus. und ich kann mir vorstellen, dass es auch mullahs gibt, die so gut ihre texte auslegen können, dass es ihnen auch gelingt.
fanatismus ist opium fürs volk. medienberichte sind opium fürs volk. gerichtssendungen und rtl sind opium fürs volk. aber dat mit der religion haben wir schon überholt.
grüße nach london.
beryll.
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05-07-2007 13:32 #5
Ist ja drollig&trollig, da merkt jemand nichtmal, dass dieses Zitat an sich schon logisch falsch ist. Andererseits ist es aber auch beunruhigend, wenn Kommunisten (nach Meinung des Threadstellers) Problemanzeiger zum kotzen finden statt das Problem an sich. Kann man billigen Populismus eigentlich irgendwie aus den Foren raushalten?
Hm, naja, hätte wohl einfach nichts dazu schreiben sollen, dann wäre dieser Thread wohl schneller in die Bedeutungslosigkeit versunken, in die er gehört.Sag den Problemen, ich komme nach dem Frühstück. Aber sie brauchen nicht auf mich zu warten. Echt nicht.
Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade daraus!
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die ist in Christus Jesus, unserem Herrn. (Römer 8, 38-39)
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